28.10.2021 | Presseinfo Nr. 40

Der Ausbildungsmarkt im Berichtsjahr 2020/2021

- Mehr Lehrstellen gemeldet
- Bewerberzahl leicht rückläufig
- Persönliche Beratung und Ausbildungsmessen gefragt
- Erweitertes Angebot der Agentur: Assistierte Ausbildung (AsA flex)

„Am regionalen Ausbildungsmarkt hat es bislang keinen ‚Corona-Jahrgang‘ gegeben.
Die Netzwerkpartner der Jugendberufsagenturen in beiden Landkreisen und
Unternehmen haben besonnen und flexibel auf die veränderten Rahmenbedingungen
reagiert. Die Unternehmen haben insgesamt mehr Lehrstellen zur Besetzung
gemeldet als vor einem Jahr und die Bewerberzahl ist weitgehend stabil geblieben“,
erklärte Jens Burow, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Oschatz. Wie
schon im Frühjahr und Sommer 2020 waren auch im aktuellen Berufsberatungsjahr
neue Wege bei Berufswahl, Beratung und Lehrvertragsabschluss gefragt. „Die Berufsberatung war durchgängig für Jugendliche und Eltern erreichbar – teils nur telefonisch, online oder per Videochat, ab Sommer dann auch vermehrt wieder persönlich.
Gerade der persönliche Kontakt sowie die angebotenen Ausbildungsmessen
waren sehr gefragt.“
Insgesamt 2.171 Jugendliche hatten sich im Zeitraum 1. Oktober 2020 bis 30. September
2021 als Bewerber*innen um eine Berufsausbildungsstelle bei der Agentur
für Arbeit, dem Jobcenter Nordsachsen sowie dem Kommunalen Jobcenter des
Landkreises Leipzig gemeldet. Das sind 134 Bewerber*innen bzw. 5,8 Prozent weniger
als ein Jahr vor. Dabei war die Entwicklung in den Landkreisen unterschiedlich.
Während die Bewerberzahl im Landkreis Nordsachsen eher stabil blieb (minus
24 Bewerber*innen) fiel der Rückgang im Landkreis Leipzig mit minus 110 Bewerber*
innen deutlicher aus.
Gestiegen war dagegen die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen.
So wurden für das aktuelle Ausbildungsjahr insgesamt 1.857 betriebliche Stellen*
an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcenter
Nordsachsen gemeldet. Das sind 98 Stellen bzw. 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Ende September blieben insgesamt noch 250 Lehrstellen (Vorjahr 245) unbesetzt.
Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,2 Bewerber (Vorjahr 1,3).
Auch bei den gemeldeten Lehrstellen gab es regionale Unterschiede. Während die
Lehrstellenzahl im Landkreis Nordsachsen deutlich um 102 Stellen zunahm, blieb
sie im Landkreis Leipzig nahezu unverändert (minus vier). Bis zum 30. September meldeten sich 1.360 Mädchen und Jungen in eine Berufsausbildung ab.  Das sind rund 63 Prozent (Vorjahr 60 Prozent) aller gemeldeten Bewerber*innen. Weitere 295 Bewerber*innen entschieden sich für ein Studium bzw. einen weiteren Schulbesuch. Bei insgesamt 321 Jugendlichen lagen keine näheren Angaben zum Verbleib vor. Ende September galten insgesamt 96 Bewerber als unversorgt (Vorjahr 114).
„Mit dem 30. September ist das Berufsberatungsjahr faktisch zu Ende, nicht aber
die Aktivitäten unserer Berufsberatung zur Nachvermittlung“, wirbt Jens Burow. „Wir
können Ausbildungsalternativen wie die Einstiegsqualifizierung anbieten, um so das
kommende Ausbildungsjahr vorzubereiten. In Einzelfällen ist auch jetzt der Ausbildungseinstieg oder Umstieg noch möglich. Und auch während der Ausbildung kann
sich der Weg zur Berufsberatung lohnen. Wenn es in der Theorie nicht so läuft wie
geplant, bieten wir eine flexible Unterstützungsleistung an – die Assistierte Ausbildung
(AsA flex). Das ist eine Art Stützunterricht, der weder Betrieb noch Lehrling
etwas kostet, aber entscheidend für den Ausbildungserfolg sein kann.“

Regionaler Überblick*
In der Region Oschatz meldeten sich bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter
Nordsachsen im abgelaufenen Berichtsjahr 218 Bewerber*innen für einen Ausbildungsplatz.
Das sind sechs Bewerber*innen bzw. 2,8 Prozent mehr als vor einem
Jahr. Demgegenüber standen insgesamt 223 gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze.
Das sind 13 Ausbildungsplätze bzw. 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,0 Bewerber*innen (Vorjahr
1,0).
In der Region Torgau meldeten sich bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter
Nordsachsen im abgelaufenen Berichtsjahr 305 Bewerber*innen für einen Ausbildungsplatz.
Das sind 24 Bewerber*innen bzw. 7,3 Prozent weniger als vor einem
Jahr. Demgegenüber standen insgesamt 283 gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze.
Das sind 26 Ausbildungsplätze bzw. 10,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,1 Bewerber*innen (Vorjahr
1,3).
In der Region Delitzsch/Eilenburg ist die Zahl der gemeldeten Bewerber*innen geringfügig
um sechs Jugendliche bzw. 1,0 Prozent auf 616 Jugendliche zurückgegangen.
Demgegenüber standen insgesamt 444 gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze.
Das sind 62 Ausbildungsplätze bzw. 16,2 Prozent mehr als im Jahr
zuvor. Rein rechnerisch kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,4 Bewerber*innen
(Vorjahr 1,6).
469 Bewerber*innen hatten in der Region Grimma/Wurzen die Agentur für Arbeit
bzw. das kommunale Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet.
Das sind 35 Jugendliche bzw. 6,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 446
betriebliche Ausbildungsstellen akquirierten die Agenturmitarbeiter bzw. wurden von den Unternehmen beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur gemeldet. Das
sind 49 Ausbildungsplätze bzw. 12,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rein rechnerisch
kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,1 Bewerber*innen (Vorjahr 1,3).
563 Bewerber*innen hatten in der Region Borna die Agentur für Arbeit bzw. das
kommunale Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet.
Das sind 75 Jugendliche bzw. 11,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. 461 betriebliche
Ausbildungsstellen akquirierten die Agenturmitarbeiter bzw. wurden von
den Unternehmen beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind
53 Ausbildungsplätze bzw. 10,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Rein rechnerisch
kamen auf eine betriebliche Lehrstelle 1,2 Bewerber*innen (Vorjahr 1,2).

* Bewerberdaten aus den IT-Systemen der Agentur für Arbeit und der zugelassenen kommunalen Grundsicherungsträger. Daten zu den Ausbildungsstellen stammen ausschließlich aus dem ITSystem der Agentur für Arbeit.