15.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Beschäftigung schwerbehinderter Menschen bis zum 31. März 2021 anzeigen

Arbeitgeber müssen Anzeigen für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen
bis zum 31. März 2021 erstatten. Gleiches gilt für die Zahlung der Ausgleichsabgabe,
die sich ab 1. Januar 2021 erhöht.

  • Meldung bis 31. März 2021 - Verlängerung nicht möglich

Arbeitgeber mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Zur Überprüfung der Beschäftigungspflicht haben diese Arbeitgeber ihre Beschäftigungsdaten bis 31. März 2021 der Agentur für Arbeit Riesa anzuzeigen. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Die BA prüft auf gesetzlicher Grundlage, ob die Beschäftigungspflicht erfüllt ist. Die Beschäftigungspflicht gilt auch für Unternehmen, die im laufenden Jahr von Kurzarbeit betroffen waren. Sofern die Beschäftigungsquote nicht erfüllt ist, müssen Arbeitgeber gleichzeitig eine Ausgleichsabgabe an die Integrations-/Inklusionsämter zahlen.

  • Anzeigen elektronisch am schnellsten

Um die Anzeige zu erstellen, können Unternehmen und Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage www.iw-elan.de unter der Rubrik „Download“ zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik „Service“ bestellt werden. Falls eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden muss, kann dies ebenso über die Software berechnet werden.

  • Ausgleichsabgabe erhöht sich ab 1. Januar 2021

Kommen Arbeitgeber der Beschäftigungspflicht nicht nach, ist eine so genannte Ausgleichsabgabe zu zahlen. Diese Abgabe wird auf Grundlage der jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt. Diese Abgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ist gestaffelt.

Ab 1. Januar 2021 erhöhen sich die Ausgleichsabgaben wie folgt:

Beschäftigungsquote für Arbeitgeber

Höhe der Abgabe je Monat und

unbesetztem Arbeitsplatz

3 Prozent bis unter 5 Prozent

von 125 auf 140 Euro

2 Prozent bis unter 3 Prozent

von 220 auf 245 Euro

unvon 320 auf 360 Euroter 2 Prozent

von 320 auf 360 Euro

 Die Erhöhung wirkt sich allerdings erst im Jahr 2022 aus, da diese für unbesetzte Arbeitsplätze im Jahr 2021 entrichtet wird. Für die Ausgleichsabgabe, die im Jahr 2021 für das Jahr 2020 zu entrichten ist, gelten noch die alten Sätze.

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.

Hintergrundinformationen

853 Schwerbehinderte waren Ende Dezember im Arbeitsagenturbezirk Oschatz arbeitslos gemeldet; 54 Menschen bzw. 6,8 Prozent mehr als im Dezember des Vorjahres. Damit sind 5,9 Prozent aller Arbeitslosen schwerbehindert. Rund Dreiviertel von ihnen verfügt über eine abgeschlossene schulische oder betriebliche Ausbildung. Die meisten Arbeitslosen mit Handicaps haben also formal gute Voraussetzungen für eine Integration ins Berufsleben.