29.07.2022 | Presseinfo Nr. 52

Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk

- Arbeitslosenquote steigt auf 3,1 Prozent.
- Deutliche Anstiege bei Jugendlichen und ukrainischen Geflüchteten in der Grundsicherung.

Arbeitslosenzahl:                                                 1.508
Veränderung gegenüber Vormonat:                      + 248    bzw.       + 19,7 %
Veränderung gegenüber Vorjahresmonat:              - 126    bzw.       - 7,7 %
Arbeitslosenquote (+ Vorjahreswert)                      3,1%                   (3,4 %)
 

Die Arbeitslosenzahl im Geschäftsstellenbezirk Melle lag im Juli bei 1.508 Personen. Verglichen mit dem Vormonat waren 248 Personen mehr, gegenüber dem Vorjahresmonat 126 weniger arbeitslos gemeldet – letzteres ein Rückgang um 7,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,1 Prozent um 0,5 Prozentpunkte über dem Vormonatswert und um 0,3 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahresniveaus.

Im Vergleich zum, Juni zeigten sich deutliche Zuwächse bei weiblichen (plus 172 Personen) und ausländischen Arbeitlsoen (olus 167 Personen).Bereits im Juni sind diese Zahlen durch die Erfassung der überwiegend ja weiblichen, ukrainischen Geflüchteten gestiegen. Dieser Effekt ist im Juli noch etwas stärker in den Jobcentern des Landkreises zutage getreten und jetzt auch im Bezirk Melle deutlich sichtbarer“, kommentiert Annegret Lalottis, Leiterin der Arbeitsagentur-Geschäftsstellen Melle und Georgsmarienhütte.

Darüber hinaus meldeten sich in den vergangenen Wochen verstärkt junge Menschen neu arbeitslos. Lalottis: „Die Entwicklung ist nicht unüblich für diese Jahreszeit. Nach der Schulzeit melden sich viele Schulabgänger bei uns. Zudem haben viele Azubis zuletzt ihre Abschlussprüfungen abgelegt und sich – falls eine Übernahme im Betrieb ausgeblieben ist – arbeitslos gemeldet. Bei den Jüngeren gehen wir aber von einer saisontypischen Momentaufnahme aus und davon, dass sie sich in den kommenden Wochen wieder aus der Arbeitslosigkeit abmelden werden.“  

Geflüchtete aus der Ukraine

Aktuell werden im Landkreis 1.026 Ukrainerinnen und Ukrainer vom Jobcenter „MaßArbeit“ sowie vereinzelt von der Arbeitsagentur betreut. Das sind somit 664 mehr als im Juni und 986 mehr als vor einem Jahr. 1.013 Personen (98,7 Prozent) sind aktuell in der Grundsicherung erfasst. Der Anteil der betreuten Ukrainerinnen und Ukrainer an den insgesamt gemeldeten erwerbsfähigen Personen liegt bei 7,7 Prozent, in der Grundsicherung alleine bei 13,6%. 648 Personen aus der Ukraine stehen dem Arbeitsmarkt derzeit grundsätzlich zur Verfügung, sind also arbeitsuchend, arbeitslos sind darunter 567. In der Grundsicherung stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 8,3 Prozent, der Wachstumsbeitrag der Gruppe der Ukrainerinnen und Ukrainer beträgt 17,2 Prozent.

Kurzarbeit

Zwischen dem 1. und 26. Juli 2022 zeigten im Landkreis Osnabrück neun Betriebe für bis zu 155 Mitarbeiter an, aus konjunkturellen Gründen kurzarbeiten lassen zu wollen. Im Juli des Vorjahres waren im Landkreis 15 Betriebe mit bis zu 141 Mitarbeitern betroffen. Im Januar 2022 hatten 393 Betriebe des Landkreises Osnabrück Kurzarbeit für insgesamt 2.115 Mitarbeiter realisiert. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung galt dies im Februar 2022 für 394 Betriebe bzw. 2.300 Mitarbeiter.

Arbeitsmarkt

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung – dem Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur – wurden mit 752 Arbeitslosen 104 mehr als im Vormonat registriert, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 211 weniger (minus 21,9 Prozent). Das Jobcenter „MaßArbeit“ (SGB II) zählte in der Grundsicherung 144 Arbeitslose mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Zahl der Jobcenter-Kunden um 85 Personen – insgesamt waren es damit 756 arbeitslose Männer und Frauen. Bei Agentur und „MaßArbeit“ zusammen stieg die Zahl an Arbeitslosen mit ausländischer Staatsbürgerschaft im Vorjahresvergleich – um 109 auf 445. Im Rechtskreis der Agentur waren es mit 114 genau 35 weniger als im Juli 2021, im Bereich der Grundsicherung mit 331 exakt 144 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Jugendliche/Ausbildungsmarkt

157 Jugendliche bis unter 25 Jahren waren im Juli arbeitslos gemeldet, 82 mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 25 weniger. Bei der Arbeitsagentur wuchs die Zahl junger Arbeitsloser gegenüber dem Vormonat um 68 auf 125, im Vergleich zum Vorjahr waren es 37 weniger. Die „MaßArbeit“ zählte mit 32 Jugendlichen 14 mehr als im Juni und zwölf mehr als im Juli des Vorjahres. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Geschäftsstellenbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 406 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Zuwachs um 27 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 74 auf 704. Von diesen sind derzeit 300 noch unbesetzt, 60 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber stieg um 14 auf 100.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Melle

Es meldeten sich 541 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 241 mehr als im Vormonat und 194 mehr als vor einem Jahr. Abgemeldet wurden 293 Menschen, 30 mehr als im Juni und 19 mehr als im Vorjahr.

Kräftenachfrage im Geschäftsstellenbezirk Melle 

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen sank im Vergleich zum Vormonat um 46 auf 1.371 Plätze, gegenüber dem letztjährigen Juli gab es einen Zuwachs um sechs Stellen bzw. 0,4 Prozent. Arbeitgeber meldeten in diesem Juli 164 neue Arbeitsstellen, 27 weniger als im Vormonat und 146 weniger als im Juli 2021.

Im Juli 2022 waren im Agenturbezirk Osnabrück 7.961 Arbeitsstellen gemeldet, 1.069 mehr als im Jahr zuvor (plus 15,5 Prozent), aber 134 weniger als im Juni – ein Minus von 1,7 Prozent.

Detaillierte Informationen finden Sie im Arbeitsmarktbericht.
 

.Arbeitslosenquote Agentur für Arbeit Melle 3,1%