31.05.2022 | Presseinfo Nr. 38

Arbeitsmarkt hält sich konstant, eintrübende Effekte nehmen aber weiter zu

 - Arbeitslosenzahl insgesamt geht erneut leicht zurück.
 - Abgänge in Arbeit jedoch knapp ein Viertel unter dem Vorjahresniveau.
 - Bestand an offenen Arbeitsstellen weiter hoch, Meldung neuer Stellen geht deutlich  zurück. 

Arbeitslosenzahl:                            11.688      Arbeitslosenquote  (+Vorjahreswert):                3,9%  (4,6%)
ggü. Vormonat:                     -166 (-1,4%)      Stellenzugang (+ggü. Vorjahresmonat):        952 (-17,4%)
ggü. Vorjahresmonat:       -2.395 (-17,0%)      Stellenbestand (+ggü. Vorjahresmonat):     8.109 (+30,6%)
 

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk sank im Mai 2022 um 166 auf jetzt 11.688. Im Vorjahresvergleich waren 2.395 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum April konstant bei 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreswert waren es 0,7 Prozentpunkte weniger.

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk sank im Mai 2022 um 166 auf jetzt 11.688. Im Vorjahresvergleich waren 2.395 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum April konstant bei 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreswert waren es 0,7 Prozentpunkte weniger.

."Noch hält sich der Arbeitsmarkt, allerdings zeigen einige wichtige Faktoren, dass die Dynamik zunehmend an Schwung verliert und der Markt sich eintrübt", resümiert Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück. Zwar liege der Bestand an offenen Arbeitsstellen auf einem unverändert hohen Niveau, allerdings würden die Betriebe in der Region deutlich weniger Stellen melden. Fern:"Unter 1.000 neue Stellen sind in diesem sonst so lebhaften Frühjarszeitraum sehr wenig. Wir müssen davon ausgehen, dass sich viele Arbeitgeber vor allem wegen der wirtschaftliche so ungewissen Rahmenbedingungen merklich zurückhalten." Auch aus diesem Grund hätten im Mai nur 855 Arbeitslose den Sprung in Arbeit geschafft-knapp ein Viertel weniger als im letztjährigen Mai. Allerdings müsse man an dieser Stelle auch das Angebot an Arbeitskräften berücksichtigen, so die Expertin. „In diesem Mai haben wir so wenige Arbeitslose wie in keinem Mai selbst vor der Corona-Pandemie“, erklärt Fern. „In vielen Branchen lässt sich allein mit diesem Potential der Bedarf schlicht nicht mehr decken. Wir müssen künftig an diversen Stellschrauben drehen, um hier mittel- bis langfristig eine Wende zu erreichen.“  

Geflüchtete aus der Ukraine

In Stadt und Landkreis Osnabrück waren im Mai 2022 insgesamt 507 Arbeitsuchende mit ukrainischer Staatsbürgerschaft gemeldet. Gegenüber dem Februar 2022 war dies ein Zuwachs um 392 Personen bzw. 340,9 Prozent. Von diesen Arbeitsuchenden waren 101 Personen auch arbeitslos gemeldet, gegenüber dem Februar ein Anstieg um 43 Personen bzw. 74,1 Prozent.

Kurzarbeit

Zwischen dem 1. und 24. Mai 2022 zeigten 32 Betriebe an, aus konjunkturellen Gründen Kurzarbeit für insgesamt bis zu 721 Mitarbeiter einführen zu wollen. Im Mai des Vorjahres waren 66 Betriebe mit bis zu 685 Personen betroffen. Im November 2021 waren in 518 Betrieben insgesamt 4.421 Personen auch tatsächlich in Kurzarbeit. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im Dezember 2021 624 Betriebe für insgesamt 4.194 Mitarbeiter Kurzarbeit realisiert.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im Mai 15.804 Personen – 100 weniger als im Vormonat (minus 0,6 Prozent) und 2.364 weniger als vor einem Jahr (minus 13,0 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 5,2 Prozent um 0,7 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahreswertes und gleichauf mit dem Wert aus dem April 2022.

Jugendarbeitslosigkeit/Ausbildungsmarkt

Im Mai waren im Agenturbezirk 979 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 33 Personen bzw. 3,3 Prozent weniger als im April und 330 weniger als im Mai 2021 (minus 25,2 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 2,7 Prozent und lag somit um 0,9 Prozentpunkte unter dem Niveau des Mai 2021. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Agenturbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 2.162 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Zuwachs um fünf Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 87 auf 3.840. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 2.159 noch unbesetzt, 119 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber nahm ebenfalls zu – um 58 auf 944.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Osnabrück

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem April um 139 auf jetzt 4.430 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 1.439 Menschen weniger.

In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 7.258 Personen, 27 weniger als im Vormonat und 956 weniger als im Mai 2021.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im Mai nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 2.438 Arbeitslosmeldungen auf (171 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 2.688 Abmeldungen (53 mehr als im Mai 2021). Es meldeten sich 980 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 19 mehr als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 855 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 271 weniger als im Vorjahr (minus 24,1 Prozent) und 27 weniger als im April (minus 3,1 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 6.115 arbeitslose Menschen gezählt, 928 weniger als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent (Mai 2021: 7,3 Prozent). 1.673 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Rückgang um 411 Menschen gegenüber dem Vorjahr (minus 19,7 Prozent) und um 62 gegenüber dem April (minus 3,6 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.442 Personen als arbeitslos registriert – 517 Menschen weniger im Vergleich zum Mai 2021 (minus 10,4 Prozent) und 30 weniger als im April (minus 0,7 Prozent).

Im Landkreis lag die Arbeitslosenquote mit 2,7 Prozent gleichauf mit dem Vormonatswert, aber um 0,7 Prozentpunkte unter dem des Vorjahresmonats. So waren 5.573 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 1.467 weniger als im Mai 2021. 2.757 Arbeitslose (1.028 weniger als im Mai des Vorjahres und 77 weniger als im April) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 2.816 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Rückgang um 439 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat (minus 13,5 Prozent).

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 540 auf 3.506 Personen (minus 13,3 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat gab es einen leichten Rückgang um 32 Personen (minus 0,9 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.031 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen waren im Mai 2022 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 969 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

 

Ihr Ansprechpartner:
Volkmar Lenzen, Pressesprecher
Telefon:     0541 980 575
E-Mail:      Osnabrueck.PresseMarketing@Arbeitsagentur.de

 

Arbeitslosenquote Agentur für Arbeit Osnabrück 3,9 %​