30.04.2020 | Presseinfo Nr. 44

Der Arbeitsmarkt in Georgsmarienhütte

- Fast ein Fünftel mehr Arbeitslose als zur Vorjahreszeit, Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent.
- Deutlich mehr Menschen arbeitslos, Abgänge in Arbeit gehen um rund 40 Prozent zurück.
 

Im Geschäftsstellenbezirk Georgsmarienhütte ist von März bis April die Zahl der Arbeitslosen um 249 auf 1.903 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,2 Prozent um 0,4 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 0,5 über dem des Vorjahrs. Zum Vergleich die übrigen Geschäftsstellen des Agenturbezirks Osnabrück[2]: In der Geschäftsstelle Osnabrück stieg die Quote binnen Jahresfrist um 0,9 Prozentpunkte, in Melle um 1,0 und in Bersenbrück um 0,7.

 

Die Corona-Krise zeigte nun erstmalig Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. 269 zuvor Erwerbstätige meldeten sich im April arbeitslos, 40,8 Prozent mehr als im März, 43,9 Prozent mehr als im letztjährigen April. Zeitgleich ging der Abgang in Erwerbstätigkeit stark zurück. Mit 109 bisher Arbeitslosen schafften 40,4 Prozent weniger als im März und 39,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum den Sprung in Arbeit. Insgesamt waren im April 302 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im April 2019. Annegret Lalottis, Leiterin der Agenturgeschäftsstellen in Melle und Georgsmarienhütte, kommentiert: „Wir nehmen größere Einschnitte wahr, das Wirtschaftsleben hat merklich an Dynamik verloren. Vor allem befristete Kräfte und Leiharbeiter sind arbeitslos geworden.“

 

Kurzarbeit

Große Bereiche der Wirtschaft sind von den verordneten Maßnahmen betroffen, die zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus gedacht sind. Betroffene Unternehmen können nur eingeschränkt arbeiten oder müssen die Arbeit sogar ganz ruhen lassen. Bis zum 26. April zeigten im Landkreis Osnabrück 3.155 Betriebe an, aus konjunkturellen Gründen kurzarbeiten lassen zu wollen. Zum Vergleich: Im März und April des Vorjahres waren es zusammen in der gesamten Region Osnabrück gerade einmal 19. Lalottis: „Viele Beschäftigte beziehen jetzt Kurzarbeitergeld von der Arbeitsagentur. Kurzarbeit kann dabei helfen, zumindest in der nächsten Zeit zu verhindern, dass weitere Menschen ihre Arbeit verlieren.“

 

Arbeitsmarkt

Im April 2020 waren 1.903 Menschen im Geschäftsstellenbezirk arbeitslos gemeldet – 302 mehr als im Vorjahresmonat. Im Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur (SGB III) wurden mit 1.061 Arbeitslosen 176 als im Vormonat und 269 mehr als im Vorjahr registriert – letzteres ein Anstieg um 34,0 Prozent. Das Jobcenter „MaßArbeit“ (SGB II) zählte in der Grundsicherung 73 Arbeitslose mehr als im März und 33 mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren damit von der MaßArbeit 842 Frauen und Männer erfasst. Bezogen auf beide Verantwortungsbereiche stieg im Vergleich zum Vormonat die Zahl Arbeitsloser mit ausländischer Staatsbürgerschaft um 55 Personen und binnen Jahresfrist um 87 Männer und Frauen. Bei der Arbeitsagentur stieg die Zahl um 82 auf 207 Menschen, bezogen auf die Kundinnen und Kunden der „MaßArbeit“ waren es mit 265 Personen exakt fünf mehr als vor zwölf Monaten.

 

Jugendliche/Ausbildungsmarkt

180 Jugendliche bis unter 25 Jahre waren im April arbeitslos gemeldet, 31 mehr als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Wert um 56 Personen. Bei der Arbeitsagentur nahm die Zahl junger Arbeitsloser seit dem März mit 149 Personen um 27 zu (plus 22,1 Prozent), im Vergleich zum Vorjahr waren es 49 mehr (plus 49,0 Prozent). Die „MaßArbeit“ zählte verglichen mit dem März vier Jugendliche mehr und sieben mehr als im April des Vorjahres – insgesamt 31. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Geschäftsstellenbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 401 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 72 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 197 auf 717. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 412 noch unbesetzt, 121 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber reduzierte sich ebenfalls – um sechs auf 183.

 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Georgsmarienhütte

Es meldeten sich im April 511 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 65 mehr als im Vormonat und 87 mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 20,5 Prozent). Abgemeldet wurden 261 Personen, 234 weniger als im Vormonat (minus 47,3 Prozent) und 217 weniger als im April 2019 – minus 45,4 Prozent.

 

Kräftenachfrage im Geschäftsstellenbezirk Georgsmarienhütte 

Der Bestand an Arbeitsstellen sank im Vergleich zum Vormonat um 15 auf 961 Stellen, gegenüber dem Vorjahr waren es 226 Stellen weniger (minus 19,0 Prozent). Arbeitgeber meldeten im April 162 neue Arbeitsstellen, 33 weniger als im März und 78 weniger als im Vorjahresmonat – ein Minus von 32,5 Prozent.

 

Im April 2020 waren im gesamten Agenturbezirk Osnabrück 5.278 Arbeitsstellen gemeldet, 850 weniger als im Jahr zuvor (minus 13,9 Prozent) und 212 weniger als im Vormonat – ein Minus von 3,9 Prozent.

 

Arbeitslosenquote Agentur für Arbeit Georgsmarienhütte:              3,2 %