30.04.2020 | Presseinfo Nr. 45

Der Arbeitsmarkt in Melle

- 40 Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr, Arbeitslosenquote jetzt bei 3,5 Prozent.
- Deutlich weniger Abgänge in Arbeit; Arbeitgeber melden kaum neue Stellen.

 
 

Die Arbeitslosenzahl im Geschäftsstellenbezirk Melle lag im April bei 1.682 Personen. Verglichen mit dem Vormonat waren 204 mehr, gegenüber dem Vorjahresmonat 479 Personen mehr arbeitslos gemeldet – letzteres ein Zuwachs um 39,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,5 Prozent um 0,4 Prozentpunkte über dem Vormonatswert und einen ganzen Prozentpunkt über dem Vorjahresniveau.

 

Die Corona-Krise zeigte nun erstmalig Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. 230 zuvor Erwerbstätige meldeten sich im April arbeitslos, 21,7 Prozent mehr als im März, 40,2 Prozent mehr als im letztjährigen April. Zeitgleich ging der Abgang in Erwerbstätigkeit stark zurück. Mit 108 bisher Arbeitslosen schafften 35,7 Prozent weniger als im März und 19,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum den Sprung in Arbeit. Insgesamt waren im April 479 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im April 2019. Annegret Lalottis, Leiterin der Agenturgeschäftsstellen in Melle und Georgsmarienhütte, kommentiert: „Wir nehmen größere Einschnitte wahr, das Wirtschaftsleben hat merklich an Dynamik verloren. Vor allem befristete Kräfte und Leiharbeiter sind arbeitslos geworden.“

 

Kurzarbeit

Große Bereiche der Wirtschaft sind von den verordneten Maßnahmen betroffen, die zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus gedacht sind. Betroffene Unternehmen können nur eingeschränkt arbeiten oder müssen die Arbeit sogar ganz ruhen lassen. Bis zum 26. April zeigten im Landkreis Osnabrück 3.155 Betriebe an, aus konjunkturellen Gründen kurzarbeiten lassen zu wollen. Zum Vergleich: Im März und April des Vorjahres waren es zusammen in der gesamten Region Osnabrück gerade einmal 19. Lalottis: „Viele Beschäftigte beziehen jetzt Kurzarbeitergeld von der Arbeitsagentur. Kurzarbeit kann dabei helfen, zumindest in der nächsten Zeit zu verhindern, dass weitere Menschen ihre Arbeit verlieren.“

 

Arbeitsmarkt

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung – dem Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur – wurden mit 1.082 Arbeitslosen 155 mehr als im Vormonat registriert, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 394 mehr (plus 57,3 Prozent). Das Jobcenter „MaßArbeit“ (SGB II) zählte in der Grundsicherung 49 Arbeitslose mehr als im März. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Jobcenter-Kunden um 85 Personen zu – insgesamt waren es damit 600 arbeitslose Männer und Frauen. Bei Agentur und „MaßArbeit“ zusammen stieg die Zahl an Arbeitslosen mit ausländischer Staatsbürgerschaft im Vorjahresvergleich – um 135 auf 368. Im Rechtskreis der Agentur waren es mit 193 genau 93 mehr als im April 2019, im Bereich der Grundsicherung mit 175 exakt 42 mehr als im Vorjahreszeitraum.

 

Jugendliche/Ausbildungsmarkt

182 Jugendliche bis unter 25 Jahre waren im April arbeitslos gemeldet, 23 mehr als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 78 mehr. Bei der Arbeitsagentur stieg die Zahl junger Arbeitsloser gegenüber dem Vormonat um 21 auf 159, im Vergleich zum Vorjahr waren es 63 mehr. Die „MaßArbeit“ zählte mit 23 Jugendlichen zwei mehr als im März und 15 mehr als im April des Vorjahres. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Geschäftsstellenbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 403 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 50 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 118 auf 536. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 375 noch unbesetzt, zwölf weniger als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber reduzierte sich ebenfalls – um fünf auf 211.

 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Melle

Es meldeten sich 462 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 46 mehr als im Vormonat und 72 mehr als vor einem Jahr. Abgemeldet wurden 259 Menschen, 184 weniger als im März und 147 weniger als im Vorjahr.

 

Kräftenachfrage im Geschäftsstellenbezirk Melle 

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen sank im Vergleich zum Vormonat um 66 auf 942 Plätze, gegenüber dem letztjährigen April war dies ein Minus von 160 Stellen bzw. 14,5 Prozent. Arbeitgeber meldeten in diesem April 106 neue Arbeitsstellen, 51 weniger als im Vormonat und 92 weniger als im April 2019.

 

Im April 2020 waren im gesamten Agenturbezirk Osnabrück 5.278 Arbeitsstellen gemeldet, 850 weniger als im Jahr zuvor (minus 13,9 Prozent) und 212 weniger als im Vormonat – ein Minus von 3,9 Prozent.

 

Arbeitslosenquote Agentur für Arbeit Melle:                                     3,5 %