03.03.2021 | Presseinfo Nr. 17

Der Arbeitsmarkt in Osnabrück

- Arbeitslosenzahl steigt leicht an, Jüngere bis 25 Jahren stärker betroffen.
- Zuwächse bei Langzeitarbeitslosigkeit.
- Weiterbildung für Beschäftigte auch während der Kurzarbeit.
 

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk wuchs im Februar 2021 um 115 auf jetzt 14.832. Im Vorjahresvergleich waren 1.971 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Januar unverändert bei 4,9 Prozent, gegenüber dem Vorjahreswert gab es einen Anstieg um 0,6 Prozentpunkte.

„Wir müssen seit einigen Wochen mit dem coronabedingten Shutdown leben. Trotz der ganzen Einschränkungen ist der Arbeitsmarkt in der Region derzeit noch recht robust. Dank der Kurzarbeit registrieren wir keine größeren Entlassungswellen“, kommentiert Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück. Mehr Arbeitslose habe es jedoch unter jungen Leuten unter 25 Jahren gegeben. „Das liegt u.a. daran, dass einige dreieinhalbjährige Ausbildungsverhältnisse zuletzt zu Ende gegangen sind, viele Azubis im Anschluss aber wegen der ungesicherten Lage nicht übernommen wurden“, so Fern.

Für Langzeitarbeitslose, so die Expertin, sei die Situation auf dem Arbeitsmarkt schwieriger geworden. „Der Markt verändert sich und mit ihm das Stellenangebot“, erläutert Fern. „Der Anteil der Stellen, deren Anforderungsniveau Experten-  bzw.  Spezialwissen voraussetzen, ist im letzten Jahr deutlich gestiegen. Von einer solchen Entwicklung profitieren Langzeitarbeitslose in der Regel weniger.“ Umso wichtiger sei es, sich stetig weiterzubilden. Fern: „Mit mehr aktuellem Fachwissen reduziert man die Gefahr, seine Arbeitsstelle zu verlieren bzw. keine neue für sich zu finden. Deswegen ist es wichtig, sich spätestens jetzt mit dem Thema Weiterbildung auseinanderzusetzen, auch dann, wenn man noch einen Arbeitsplatz hat.“ Die Agentur für Arbeit halte für alle Interessierten – egal ob arbeitslos oder beschäftigt – ein Beratungs- und ggf. ein Förderangebot vor. „Auch Kurzarbeitende profitieren davon, so hat der Gesetzgeber zu Jahresbeginn es deutlich vereinfacht, sich auch während der Kurzarbeit weiterzubilden. Zu diesem Thema macht die Agentur am 11. März eine Informationsveranstaltung, zu der man sich nach Anmeldung kostenfrei per Skype zuschalten kann.“ 

Kurzarbeit

Seit April 2020 zeigten bis zum 24. Februar 2021 insgesamt 8.534 Betriebe für 114.372 Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit an. Alleine auf den Februar bezogen gab es Anzeigen von 310 Unternehmen für bis zu 4.767 Personen. Zum Vergleich: Von April 2019 bis Februar 2020 waren es zusammen 120 Betriebe mit bis zu 2.241 betroffenen Personen. Im August 2020 waren 14.467 Personen in insgesamt 1.707 Betrieben auch tatsächlich in Kurzarbeit. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im September 2020 1.472 Betriebe für insgesamt 12.123 Mitarbeiter Kurzarbeit realisiert.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im Februar 19.260 Personen – 163 mehr als im Vormonat (plus 0,9 Prozent) und 1.131 mehr als vor einem Jahr (plus 6,2 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,3 Prozent um 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert gleichauf und um 0,1 Prozentpunkte höher als im Januar 2021.

Jugendarbeitslosigkeit

Im Februar waren im Agenturbezirk 1.471 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 162 Personen bzw. 12,4 Prozent mehr als im Januar und 191 mehr als im Februar 2020 (plus 14,9 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 4,0 Prozent und lag somit um 0,5 Prozentpunkte über dem Niveau des letztjährigen Februars.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer wuchs im Vorjahresvergleich um 637 auf 4.128 Personen (plus 18,2 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat gab es einen Anstieg um 49 Personen (plus 1,2 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.201 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im Februar 2021 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 970 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, reduzierte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem Januar um 100 auf jetzt 6.934 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 1.073 Menschen mehr.

In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 7.898 Personen, 215 mehr als im Vormonat und 898 mehr als im Februar 2020.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im Februar nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 2.672 Arbeitslosmeldungen auf (893 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 2.548 Abmeldungen (963 weniger als im Februar 2020). Es meldeten sich 1.068 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 248 weniger als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1.048 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 97 weniger als im Vorjahr (minus 8,5 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 7.300 arbeitslose Menschen gezählt, 905 mehr als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent (Februar 2020: 6,7 Prozent). 2.483 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs um 405 Menschen gegenüber dem Vorjahr (plus 19,5 Prozent), ein Rückgang um 69 gegenüber dem Januar (minus 2,7 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.817 Personen als arbeitslos registriert – ein Plus von 500 Menschen im Vergleich zum Februar 2020 (plus 11,6 Prozent).

Im Landkreis lag die Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Vormonatswert und um 0,5 Prozentpunkte über dem des Vorjahresmonats. So waren 7.532 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 1.066 mehr als im Februar 2020. 4.451 Arbeitslose (668 mehr als im Februar des Vorjahres und 31 weniger als im Januar) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3.081 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Zuwachs um 398 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.

 Arbeitslosenquote Agentur für Arbeit Osnabrück      4,9 %


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Detaillierte Informationen finden Sie im Arbeitsmarktbericht: PDF