05.10.2020 | Presseinfo Nr. 80

Der Arbeitsmarkt in Osnabrück

- Rückgänge vor allem im Landkreis und im Bereich der Arbeitslosenversicherung.
- Deutlich mehr Arbeitslose wechseln erfolgreich in den Arbeitsmarkt – auch im Vergleich zum Vorjahr.
- Arbeitskräftenachfrage zieht spürbar wieder an.
- Realisierte Kurzarbeit: Knapp 17.000 Personen im März 2020 in der Region in Kurzarbeit.
 

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk sank im September um 982 auf jetzt 15.080. Im Vorjahresvergleich waren indes 2.968 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich im Vergleich zum August um 0,3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent, gegenüber dem Vorjahreswert gab es einen Anstieg um 1,0 Prozentpunkte.

„Wir befinden uns derzeit in einer sehr ambivalenten Situation“, kommentiert Christiane Fern, Leiterin der Agentur für Arbeit Osnabrück, das derzeitige Arbeitsmarktgeschehen. „Einerseits hat uns die Pandemie weiter fest im Griff und es sind rund 3.000 Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr. Hinzu kommen tausende Männer und Frauen, die weiterhin kurzarbeiten. Andererseits hat eine kräftige Nach-Ferien-Belebung eingesetzt. Viele Ausbildungen sind gestartet, die Arbeitskräftenachfrage zieht langsam wieder an und immer mehr Arbeitslose finden wieder eine Arbeit. Knapp 1.000 Menschen weniger sind arbeitslos als noch im August. Gerade vor dem Corona-Hintergrund macht das für die kommenden Monate Mut.“ In den vergangenen Wochen schrumpfte die Zahl Arbeitsloser in den meisten Personengruppen; Männer, Frauen, Jüngere, Ältere und ausländische Staatsbürger konnten kurzfristig besonders profitieren. Dagegen vergrößerte sich gegenüber dem August die Gruppe der Langzeitarbeitslosen. Fern: „Die Pandemie verstärkt die Gefahr für Menschen, die es schon vorher nicht einfach hatten auf dem Arbeitsmarkt, arbeitslos zu werden und dies dauerhaft zu bleiben. Deswegen wird gerade für diese Personen das Thema Qualifizierung in der nächsten Zeit weiter an Bedeutung zunehmen.“

Kurzarbeit

Seit April zeigten bis zum 24. September 2020 insgesamt 6.341 Betriebe für 89.092 Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit an. Alleine auf den September bezogen gab es Anzeigen von 61 Unternehmen. Zum Vergleich: Von April bis September 2019 waren es zusammen gerade einmal 71 Betriebe. Im März 2020 waren 16.673 Personen in insgesamt 2.265 Betrieben auch tatsächlich in Kurzarbeit. 474 dieser Betriebe entstammten dem Gastgewerbe, 344 dem Einzelhandel. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im April 2020 3.962 Betriebe für insgesamt 41.002 Mitarbeiter realisiert.

Jugendarbeitslosigkeit

Im September waren im Agenturbezirk 1.674 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 342 Personen bzw. 17 Prozent weniger als im August, aber 419 mehr als im September 2019 (plus 33,4 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 4,6 Prozent und lag somit um 1,1 Prozentpunkte über dem Niveau des letztjährigen Septembers.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im September 19.314 Personen – 942 weniger als im Vormonat (minus 4,7 Prozent) und 2.029 mehr als vor einem Jahr (plus 11,7 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,3 Prozent um 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und um 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Augusts.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer wuchs im Vorjahresvergleich um 1.094 auf 4.161 Personen (plus 35,7 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sie sich jedoch um 179 (minus 4,1 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.251 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im September 2020 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1.074 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem August um 665 auf jetzt 7.094 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 1.907 Menschen mehr.

In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 7.986 Personen, 317 weniger als im Vormonat und 1.061 mehr als im September 2019.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im September nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 2.915 Arbeitslosmeldungen auf (279 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 3.881 Abmeldungen (5181 mehr als im September 2019). Es meldeten sich 1.178 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 71 weniger als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1.440 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 253 mehr als im Vorjahr (plus 21,3 Prozent) und 307 mehr als im August (plus 27,1 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 7.489 arbeitslose Menschen gezählt, 1.229 mehr als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent (September 2019: 6,6 Prozent). 2.579 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs um 679 Menschen gegenüber dem Vorjahr (plus 35,7 Prozent), ein Rückgang um 214 gegenüber dem August (minus 7,7 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.910 Personen als arbeitslos registriert – ein Plus von 550 Menschen im Vergleich zum September 2019 (plus 12,6 Prozent).

Im Landkreis sank die Arbeitslosenquote mit 3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat um 0,3, stieg aber im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte an. So waren 7.591 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 1.739 mehr als im September 2019. 4.515 Arbeitslose (1.228 mehr als im September des Vorjahres und 451 weniger als im August) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3.076 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Zuwachs um 511 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Arbeitslosenquote Agentur für Arbeit Osnabrück           5,0 %


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