01.12.2020 | Presseinfo Nr. 88

DerArbeitsmarkt in Osnabrück

- Arbeitslosenzahl in den vergangenen Wochen weiter gesunken.
- Im Vorjahresvergleich schaffen deutlich mehr Menschen den Sprung in Arbeit.
- Über 400 Betriebe in der Region zeigen für den November Kurzarbeit an.
 

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk sank im November um 352 auf jetzt 14.115. Im Vorjahresvergleich waren indes 2.242 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich im Vergleich zum Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent, gegenüber dem Vorjahreswert gab es einen Anstieg um 0,7 Prozentpunkte.

Die im September einsetzende saisonale Belebung des Arbeitsmarktes setzte sich auch im November fort. „In den letzten Monaten hat sich die regionale Wirtschaft etwas erholen können. Der Arbeitsmarkt hat sich deswegen auch recht robust entwickelt, weniger Menschen sind arbeitslos geworden und mehr Arbeitslose haben – vor allem im Vorjahresvergleich – den Weg in die Erwerbstätigkeit geschafft“, erklärt Christiane Fern, Leiterin der Agentur für Arbeit Osnabrück. So gelang der Weg aus der Arbeitslosigkeit in einen Job im November 1.168 Personen, 174 mehr als im Vorjahresmonat (ein Plus von 17,5 Prozent).

Angesichts der Rückgänge bei den Arbeitslosenzahlen reduzierten sich gegenüber dem Oktober vor allem die Gruppen männlicher und weiblicher, jugendlicher sowie ausländischer Arbeitsloser. Dennoch blieb der Arbeitsmarkt weiter stark durch die Pandemie geprägt. Fern: „Es sind immer noch über 2.000 Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr. Gerade für Menschen, die es bisher schon nicht einfach hatten, eine Stelle zu finden, wird diese Suche derzeit schwieriger. Daher hatten wir zuletzt Zuwächse bei den Langzeitarbeitslosen und auch bei schwerbehinderten Menschen.“

Perspektivisch hänge sehr viel von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab, so die Expertin. „Bislang konnten Kurzarbeit und Hilfsgelder vieles auf dem Arbeitsmarkt abfedern“, so Fern. „Aber im Moment herrscht angesichts des Infektionsgeschehens und der neuerlichen Kontaktbeschränkungen viel Unsicherheit vor. Wichtig ist jetzt, dass wir gut durch den Winter kommen. Damit tragen wir auch zu einer besseren Ausgangslage für den Arbeitsmarkt bei.“

Kurzarbeit

Seit April zeigten bis zum 25. November 2020 insgesamt 6.907 Betriebe für 94.838 Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit an. Alleine auf den November bezogen gab es Anzeigen von 461 Unternehmen. Zum Vergleich: Von April bis November 2019 waren es zusammen gerade einmal 91 Betriebe. Im Mai 2020 waren 39.673 Personen in insgesamt 3.393 Betrieben auch tatsächlich in Kurzarbeit. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im Juni 2020 2.616 Betriebe für insgesamt 29.470 Mitarbeiter Kurzarbeit realisiert.

Jugendarbeitslosigkeit

Im November waren im Agenturbezirk 1.310 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 110 Personen bzw. 7,7 Prozent weniger als im Oktober, aber 243 mehr als im November 2019 (plus 22,8 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 3,6 Prozent und lag somit um 0,7 Prozentpunkte über dem Niveau des letztjährigen Novembers.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im November 18.655 Personen – 395 weniger als im Vormonat (minus 2,1 Prozent) und 1.475 mehr als vor einem Jahr (plus 8,6 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,1 Prozent um 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Oktobers.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer wuchs im Vorjahresvergleich um 749 auf 3.874 Personen (plus 24,0 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sie sich jedoch um 147 (minus 3,7 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1.147 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im November 2020 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1.069 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet.

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem Oktober um 243 auf jetzt 6.548 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 1.453 Menschen mehr.

In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „MaßArbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 7.567 Personen, 109 weniger als im Vormonat und 789 mehr als im November 2019.

Bewegung am Arbeitsmarkt

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im November nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 2.784 Arbeitslosmeldungen auf (233 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 3.145 Abmeldungen (77 weniger als im November 2019). Es meldeten sich 1.157 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 73 weniger als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1.168 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 174 mehr als im Vorjahr (plus 17,5 Prozent).

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 6.980 arbeitslose Menschen gezählt, 794 mehr als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent (November 2019: 6,5 Prozent). 2.384 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Zuwachs um 493 Menschen gegenüber dem Vorjahr (plus 26,1 Prozent), ein Rückgang um 73 gegenüber dem Oktober (minus 3,0 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.596 Personen als arbeitslos registriert – ein Plus von 301 Menschen im Vergleich zum November 2019 (plus 7,0 Prozent).

Im Landkreis sank die Arbeitslosenquote mit 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat um 0,1, stieg aber im Vorjahresvergleich um 0,7 Prozentpunkte an. So waren 7.135 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 1.448 mehr als im November 2019. 4.164 Arbeitslose (960 mehr als im November des Vorjahres und 170 weniger als im Oktober) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 2.971 Personen beim Jobcenter des Landkreises („MaßArbeit“) – ein Zuwachs um 488 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Arbeitslosenquote Agentur für Arbeit Osnabrück 4,7 %


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