02.11.2020 | Presseinfo Nr. 87

Der Arbeitsmarkt in Bersenbrück

- Arbeitslosenquote reduziert sich auf 3,9 Prozent.
- Arbeitskräftenachfrage steigt spürbar an, dennoch mehr Langzeitarbeitslose.
- Realisierte Kurzarbeit: Über 20.000Personen im April 2020 im Landkreis in Kurzarbeit.
 
Arbeitslosenzahl:                                                  2.462
Veränderung gegenüber Vormonat:                      - 102     bzw.       - 4,0 %
Veränderung gegenüber Vorjahresmonat:             + 488     bzw.       + 24,7 %
Arbeitslosenquote (+ Vorjahreswert):                   3,9 %                   (3,2 %)
 

Im Oktober ist die Arbeitslosenzahl im Bezirk der Agenturgeschäftsstelle Bersenbrück im Vergleich zum Vormonat um 102 gefallen. Damit waren insgesamt 2.462 Menschen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit dem Oktober des Vorjahres nahm die Arbeitslosenzahl um 488 Personen bzw. 24,7 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober mit 3,9 Prozent um 0,7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im September.

Mit Herbstbeginn konnte sich der Arbeitsmarkt im Nordkreis erneut leicht erholen. Kurzfristig profitierten vor allem männliche Arbeitslose – ein Rückgang um 59 Personen gegenüber dem September (minus 4,3 Prozent) – sowie Jugendliche unter 25 Jahren (minus 32 Personen gegenüber dem Vormonat) und weibliche Arbeitslose (minus 43 Personen gegenüber dem Vormonat). „Wir erkennen eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt im Nordkreis, das ist angesichts der Pandemie ein schönes Zeichen“, kommentiert Sven Büsing, Leiter der Agenturgeschäftsstelle in Bersenbrück. Positiv: Auch die Personalnachfrage habe wieder kräftig angezogen. Arbeitgeber des Bezirks meldeten im Oktober 223 neue Arbeitsstellen – über 23 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gesamtbestand an offenen Stellen lag mit 831 zudem gut zehn Prozent über dem Vorjahreswert. „Dennoch“, so Büsing, „sind – vor allem wegen Corona – weiterhin fast 500 Menschen mehr als im Vorjahr arbeitslos. Zudem kommt die Erholung nicht bei den Langzeitarbeitslosen an, hier registrieren wir wachsende Zahlen.“ So galten 795 Personen als langzeitarbeitslos – 24 mehr als im September bzw. 193 mehr als im Oktober 2019. Büsing: „Für diese Gruppen wird der Rückweg in den Arbeitsmarkt nicht leicht, vor allem dann, wenn bei steigenden Infektionszahlen wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens folgen und der Arbeitsmarkt erneut unter Druck geraten sollte. Wir werden aber alles daransetzen, diese Männer und Frauen bei notwendigen Qualifizierungen zu unterstützen, um sie wieder fit zu machen für den Arbeitsmarkt.“

Kurzarbeit

Seit April zeigten bis zum 25. Oktober im Landkreis Osnabrück 3.865 Betriebe für 49.594 Mitarbeiter an, aus konjunkturellen Gründen kurzarbeiten lassen zu wollen. Zum Vergleich: Von April bis Oktober 2019 waren es zusammen in der gesamten Region Osnabrück gerade einmal 83, im Landkreis allein 48. Im April dieses Jahres hatten 2.428 Betriebe des Landkreises Osnabrück Kurzarbeit für insgesamt 20.256 Mitarbeiter realisiert. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung galt dies im Mai 2020 für 2.082 Betriebe bzw. 20.499 Mitarbeiter.

Arbeitsmarkt

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung – dem Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur – wurden mit 1.363 Arbeitslosen 59 weniger als im Vormonat registriert, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 257 mehr. Die „MaßArbeit“ zählte im Oktober insgesamt 1.099 Arbeitslose, 43 weniger als im September und 231 mehr als vor einem Jahr – letzteres ein Zuwachs um 26,6 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag im Bezirk mit 562 um 205 Personen über dem Vorjahreswert und um fünf unter dem Niveau des Monats September. In der Grundsicherung – hierfür zeichnet die „MaßArbeit“ verantwortlich – sank die Zahl im Vormonatsvergleich um drei, binnen Jahresfrist stieg sie um 112 – insgesamt 276 Personen. Bei der Agentur allein reduzierte sich der Wert gegenüber dem September um zwei auf 286, stieg im Vergleich zum Vorjahr indes um 93 – ein Zuwachs um 48,2 Prozent.

Jugendliche

253 Jugendliche bis unter 25 Jahre waren im Oktober arbeitslos gemeldet, 32 weniger als im September bzw. 53 mehr als im Vorjahresmonat. Bei der Arbeitsagentur lag die Zahl junger Arbeitsloser mit 189 um 31 Personen unter der des Vormonats und um 27 über der des Vorjahres. Die „MaßArbeit“ zählte verglichen mit dem September einen Jugendlichen weniger, aber 26 mehr als im Vorjahr – insgesamt jetzt 64.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Bersenbrück

Es meldeten sich 546 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 28 weniger als im Vormonat, 40 weniger als im Vorjahr. Abgemeldet wurden 641 Personen, 63 weniger als im September, 24 mehr als im letztjährigen Oktober.

Kräftenachfrage im Geschäftsstellenbezirk Bersenbrück 

Der Bestand an Arbeitsstellen wuchs im Vergleich zum Vormonat um 78 auf nunmehr 831 Stellen, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 207 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im diesjährigen Oktober 223 neue Arbeitsstellen, eine weniger als im September, aber 42 mehr als im Oktober 2019.

Im Oktober 2020 waren im Agenturbezirk Osnabrück 5.635 Arbeitsstellen gemeldet, 152 mehr als im Jahr zuvor (plus 2,8 Prozent) und 259 mehr als im Vormonat – ein Plus von 4,8 Prozent.

Detaillierte Informationen finden Sie im Arbeitsmarktreport.