01.09.2020 | Presseinfo Nr. 76

Der Arbeitsmarkt in Georgsmarienhütte

Über 600 Arbeitslose mehr als zur Vorjahreszeit, Arbeitslosenquote steigt auf 3,8 Prozent.

Gesamtbestand an Arbeitsstellen wieder etwas gewachsen.
 
Arbeitslosenzahl:                                                  2.247
Veränderung gegenüber Vormonat:                    + 90     bzw.          + 4,2 %
Veränderung gegenüber Vorjahresmonat:           + 613     bzw.       + 37,5 %
Arbeitslosenquote (+ Vorjahreswert)                    3,8 %                    (2,8 %)
 

Im Geschäftsstellenbezirk Georgsmarienhütte ist von Juli bis August die Zahl der Arbeitslosen um 90 auf 2.247 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,8 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 1,0 Prozentpunkte über dem des Vorjahrs. Zum Vergleich die übrigen Geschäftsstellen des Agenturbezirks Osnabrück[2]: In der Geschäftsstelle Osnabrück stieg die Quote binnen Jahresfrist um 1,2 Prozentpunkte, in Melle um 1,1 und in Bersenbrück um 0,9.

Ferienbeginn und Corona-Pandemie wirkten sich im August auf den Arbeitsmarkt aus. 260 junge Menschen waren zuletzt arbeitslos gemeldet und damit 43 mehr (plus 19,8 Prozent) als im Vormonat, 58 mehr als im Vorjahr (plus 28,7 Prozent). „Jugendliche melden sich zum Ende des Schuljahres verstärkt arbeitslos, auch die, deren Ausbildung oder Studium in den kommenden Wochen oder Monaten beginnt“, sagt Annegret Lalottis, Leiterin der Arbeitsagentur-Geschäftsstellen in Georgsmarienhütte und Melle. „Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr ist aber – wie auch bei den anderen Personengruppen – überwiegend der Pandemie geschuldet.“ Im Bezirk besonders betroffen sind etwa Ältere (plus 34,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und Langzeitarbeitslose (20,3 Prozent mehr als im Vorjahr). „Alter und die Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden, korrelieren häufig miteinander“, so Lalottis. „Hier müssen wir sehr stark daran arbeiten, dass sich Arbeitslosigkeit nicht strukturell verfestigt.“ In den letzten Wochen hatten sich zudem mehr Menschen arbeitslos gemeldet, die zuvor an einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen oder eine Ausbildung gemacht hatten. Lalottis: „Viele Prüfungen konnten coronabedingt nicht im Juni, sondern erst deutlich später stattfinden. In der Statistik sind dann jetzt auch diejenigen erfasst, die sich nach dem verspäteten Abschluss der Maßnahme arbeitslos melden mussten.“

Erfreulich hingegen: Mit 161 Männern und Frauen gelang 12,6 Prozent mehr als im Vormonat der Sprung aus der Arbeitslosigkeit in Arbeit. Lalottis: „Da auch der Gesamtbestand an gemeldeten Stellen stetig wächst, nehmen auch die Aussichten auf eine passende Arbeitsstelle wieder zu. Bei der Vermittlung unterstützt die Agentur sehr gerne.“

Kurzarbeit

Seit April zeigten bis zum 26. August im Landkreis Osnabrück 3.790 Betriebe für 48.768 Mitarbeiter an, aus konjunkturellen Gründen kurzarbeiten lassen zu wollen. Zum Vergleich: Von April bis August 2019 waren es zusammen in der gesamten Region Osnabrück gerade einmal 51, im Landkreis allein 27. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im März dieses Jahres 1.388 Betriebe des Landkreises Osnabrück Kurzarbeit für insgesamt 6.969 Mitarbeiter realisiert.

Arbeitsmarkt

Im August 2020 waren 2.247 Menschen im Geschäftsstellenbezirk arbeitslos gemeldet – 613 mehr als im Vorjahresmonat. Im Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur (SGB III) wurden mit 1.299 Arbeitslosen 75 als im Vormonat und 445 mehr als im Vorjahr registriert – letzteres ein Anstieg um 52,1 Prozent. Das Jobcenter „MaßArbeit“ (SGB II) zählte in der Grundsicherung 15 Arbeitslose mehr als im Juli und 168 mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren damit von der MaßArbeit 948 Frauen und Männer erfasst. Bezogen auf beide Verantwortungsbereiche stieg im Vergleich zum Vormonat die Zahl Arbeitsloser mit ausländischer Staatsbürgerschaft um sechs Person und binnen Jahresfrist um 161 Männer und Frauen – insgesamt 543. Bei der Arbeitsagentur stieg die Zahl um 95 auf 222 Menschen, bezogen auf die Kundinnen und Kunden der „MaßArbeit“ waren es mit 321 Personen 66 mehr als vor zwölf Monaten.

Jugendliche/Ausbildungsmarkt

260 Jugendliche bis unter 25 Jahre waren im August arbeitslos gemeldet, 43 mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Wert um 58 Personen. Bei der Arbeitsagentur nahm die Zahl junger Arbeitsloser seit dem Juli mit 210 Personen um 24 zu (plus 12,9 Prozent), im Vergleich zum Vorjahr waren es 40 mehr (plus 23,5 Prozent). Die „MaßArbeit“ zählte verglichen mit dem Juli 19 Jugendliche mehr und 18 mehr als im August des Vorjahres – insgesamt 50. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Geschäftsstellenbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 471 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 96 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 201 auf 800. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 199 noch unbesetzt, 16 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber stieg ebenfalls – um sechs auf 49.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Georgsmarienhütte

Es meldeten sich im August 484 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 82 mehr als im Vormonat und neun mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 1,9 Prozent). Abgemeldet wurden 388 Personen, 31 mehr als im Vormonat (plus 8,7 Prozent) und 75 weniger als im August 2019 – minus 16,2 Prozent.

Kräftenachfrage im Geschäftsstellenbezirk Georgsmarienhütte 

Der Bestand an Arbeitsstellen stieg im Vergleich zum Vormonat um 34 auf 943 Stellen, gegenüber dem Vorjahr waren es 213 Stellen weniger (minus 18,4 Prozent). Arbeitgeber meldeten im August 160 neue Arbeitsstellen, elf weniger als im Juli und 28 weniger als im Vorjahresmonat – ein Minus von 14,9 Prozent.

Im August 2020 waren im gesamten Agenturbezirk Osnabrück 5.187 Arbeitsstellen gemeldet, 747 weniger als im Jahr zuvor (minus 12,6 Prozent) und 149 mehr als im Vormonat – ein Plus von 3,0 Prozent.

Detaillierte Informationen finden Sie im Arbeitsmarktreport.