01.09.2020 | Presseinfo Nr. 78

Der Arbeitsmarkt in Bersenbrück

Arbeitslosenquote jetzt bei 4,3 Prozent, 27 Prozent mehr Arbeitslose als im August 2019.

Personalnachfrage stabilisiert sich, Stellenbestand wächst wieder – über Vorjahresniveau.
 
Arbeitslosenzahl:                                                  2.699
Veränderung gegenüber Vormonat:                     + 41     bzw.         + 1,5 %
Veränderung gegenüber Vorjahresmonat:           + 579     bzw.       + 27,3 %
Arbeitslosenquote (+ Vorjahreswert):                   4,3 %                    (3,4 %)
 

Im August ist die Arbeitslosenzahl im Bezirk der Agenturgeschäftsstelle Bersenbrück im Vergleich zum Vormonat um 41 gestiegen. Damit waren insgesamt 2.699 Menschen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit dem August des Vorjahres nahm die Arbeitslosenzahl um 579 Personen bzw. 27,3 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote lag im August mit 4,3 Prozent um 0,9 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und um 0,1 Prozentpunkte höher als im Juli.

Corona-Pandemie wie auch der Ferienbeginn wirkten sich im August auf den Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosigkeit wuchs in den vergangenen Wochen leicht, betroffen waren verstärkt Frauen und Langzeitarbeitslose. „Mit Ferienbeginn verzeichnen wir üblicherweise einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen“, erläutert Andreas Rother, stellvertretender Leiter der Agenturgeschäftsstelle in Bersenbrück. „Der deutliche Zuwachs gegenüber dem Vorjahr bei nahezu allen Gruppen von Arbeitslosen ist weiterhin ganz überwiegend der Pandemie geschuldet.“ Unter diesen gelte besonderes Augenmerk den älteren Arbeitslosen ab 50 Jahre (plus 18,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und Langzeitarbeitslosen (18,6 Prozent mehr als im Vorjahr). „Alter und die Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden, korrelieren oft miteinander“, so Rother. „Hier müssen wir sehr stark daran arbeiten, dass sich Arbeitslosigkeit nicht strukturell verfestigt.“ In den letzten Wochen hatten sich zudem mehr Menschen arbeitslos gemeldet, die zuvor an einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen oder eine Ausbildung gemacht hatten. Rother: „Viele Prüfungen konnten wegen der Pandemiefolgen nicht im Juni, sondern erst deutlich später stattfinden. In der Statistik sind somit jetzt auch diejenigen erfasst, die sich nach dem verspäteten Abschluss der Maßnahme arbeitslos melden mussten.“

Erfreulich hingegen zeigt sich die Entwicklung der Personalnachfrage. Rother: „In den letzten drei Monaten wurden uns jeweils gut 170 neue Arbeitsstellen gemeldet, das Volumen hat sich stabilisiert. Zudem wächst der Gesamtbestand an Stellen, und das erweitert natürlich auch die Optionen für Suchende, einen passenden Job zu finden. Dabei helfen wir sehr gerne.“  

Kurzarbeit

Seit April zeigten bis zum 26. August im Landkreis Osnabrück 3.790 Betriebe für 48.768 Mitarbeiter an, aus konjunkturellen Gründen kurzarbeiten lassen zu wollen. Zum Vergleich: Von April bis August 2019 waren es zusammen in der gesamten Region Osnabrück gerade einmal 51, im Landkreis allein 27. Gemäß einer aktuellen Hochrechnung hatten im März dieses Jahres 1.388 Betriebe des Landkreises Osnabrück Kurzarbeit für insgesamt 6.969 Mitarbeiter realisiert.

Arbeitsmarkt

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung – dem Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur – wurden mit 1.563 Arbeitslosen 32 mehr als im Vormonat registriert, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 366 mehr. Die „MaßArbeit“ zählte im August insgesamt 1.136 Arbeitslose, neun mehr als im Juli und 213 mehr als vor einem Jahr – letzteres ein Zuwachs um 23,1 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag im Bezirk mit 570 um 192 Personen über dem Vorjahreswert und um vier über dem Niveau des Monats Juli. In der Grundsicherung – hierfür zeichnet die „MaßArbeit“ verantwortlich – stieg die Zahl im Vormonatsvergleich um vier, binnen Jahresfrist um 82 – insgesamt 270 Personen. Bei der Agentur allein blieb der Wert gegenüber dem Juli konstant bei 300, stieg im Vergleich zum Vorjahr indes um 110 – ein Zuwachs um 60,4 Prozent.

Jugendliche/Ausbildungsmarkt

355 Jugendliche bis unter 25 Jahre waren im August arbeitslos gemeldet, fünf mehr als im Juli bzw. 83 mehr als im Vorjahresmonat. Bei der Arbeitsagentur lag die Zahl junger Arbeitsloser mit 278 um sieben Personen über der des Vormonats und um 51 über der des Vorjahres. Die „MaßArbeit“ zählte verglichen mit dem Juli zwei Jugendliche weniger, aber 32 mehr als im Vorjahr – insgesamt jetzt 77. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Geschäftsstellenbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 673 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 79 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich sank die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 168 auf 673. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 180 noch unbesetzt, sechs weniger als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber stieg hingegen – um 29 auf 81.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Bersenbrück

Es meldeten sich 589 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 56 mehr als im Vormonat, 61 weniger als im Vorjahr. Abgemeldet wurden 545 Personen, 65 mehr als im Juli, 134 weniger als im letztjährigen August.

Kräftenachfrage im Geschäftsstellenbezirk Bersenbrück 

Der Bestand an Arbeitsstellen wuchs im Vergleich zum Vormonat um 25 auf nunmehr 694 Stellen, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 46 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im diesjährigen August 174 neue Arbeitsstellen, eine mehr als im Juli, 19 mehr als im August 2019.

Im August 2020 waren im gesamten Agenturbezirk Osnabrück 5.187 Arbeitsstellen gemeldet, 747 weniger als im Jahr zuvor (minus 12,6 Prozent) und 149 mehr als im Vormonat – ein Plus von 3,0 Prozent.

 

Detaillierte Informationen finden Sie im Arbeitsmarktreport.