31.05.2022 | Presseinfo Nr. 62

Kreis Höxter

Der Arbeitsmarkt im Mai 2022

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Höxter

Die Arbeitslosenzahlen im Kreis Höxter bleiben im Mai 2022 nahezu konstant. Insgesamt waren 2.570 Personen arbeitslos gemeldet, sechs mehr als im Vormonat April. Aber mit 467 Arbeitslosen weniger gibt es deutlich weniger Betroffene als noch vor einem Jahr. „Stabil“ – so lässt sich der Arbeitsmarkt daher wohl treffend charakterisieren. „Der Arbeitsmarkt im Kreis Höxter entwickelt sich saisontypisch und zeigt sich generell widerstandsfähig“, fasst Heinz Thiele, Leiter der Paderborner Agentur für Arbeit, angesichts der aktuellen Zahlen zusammen. „Die Corona-Pandemie und ihre Folgen scheinen nicht mehr maßgeblich die Entwicklungen am Arbeitsmarkt im Kreis Höxter zu bestimmen. In welche Richtung sich die Zahl der Arbeitslosen und das Stellenangebot in der Zukunft weiter entwickeln werden, lässt sich jedoch aufgrund der aktuellen weltweiten Krisen schwer vorhersagen. Eine zunehmende Herausforderung ist aber unabhängig davon die Deckung des Fachkräftebedarfs im Kreis Höxter“, sagt Thiele.

Kurzarbeit

Im Mai 2022 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Höxter 13 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 286 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte benannt. Im Vormonat waren es 13 Anzeigen und 1.087 Personen.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Höxter im Mai 2022 leicht gestiegen. Insgesamt waren 2.570 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 6 Personen oder 0,2 Prozent mehr. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 467 Personen bzw. 15,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Mai 2022 3,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,0 Prozent (minus 0,6 Prozentpunkte).       

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 1.010 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um eine Person bzw. 0,1 Prozent verringert. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 277 Personen bzw. 21,5 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 7 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 190 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 0,5 Prozent zum Vormonat bzw. minus 10,9 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 1.560 Personen und damit 60,7 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.         

Jugendarbeitslosigkeit

204 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Höxter unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 6 mehr und im Mai 2021 72 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 2,9 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 26,1 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 11 Personen bzw. plus 1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 195 Arbeitslose weniger (minus 15,5 Prozent). Insgesamt sind 1.066 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Höxter betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Höxter im Berichtsmonat gesunken. 875 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 81,3 Prozent (711 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 15 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 219 Personen.

Stellenangebote

Die Unternehmen aus dem Kreis Höxter haben in diesem Monat 267 Stellen gemeldet (plus 8 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 1.696 offene Stellen, 31 mehr als im Vormonat und 491 mehr als Mai 2021.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Mai 2022 weiter gesunken. Aktuell sind 55.704 Personen arbeitslos gemeldet. Die Meldungen von Personen, welche im aktuellen Berichtsmonat neu arbeitslos geworden sind, fällt mit 9.484 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat um minus 11 geringer aus.

Ein Rückgang des Bestandes an Arbeitslosen von April auf Mai ist saisonüblich, fällt in diesem Jahr mit minus 0,9 Prozent jedoch geringer aus, als dies vor der Pandemie üblich war (2015 bis 2019 durchschnittlich minus 1,8 Prozent; 2020 plus 4,8 Prozent; 2021 minus 3,0 Prozent). Der Bestand an arbeitslosen Personen erreicht in diesem Berichtsmonat den niedrigsten Wert der letzten sieben Jahre und fällt um minus 1.977 Personen (minus 3,4 Prozent) geringer aus als im Mai 2019 mit dem zweitniedrigsten Wert im selben Zeitraum.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie stark angestiegen und beträgt aktuell 25.049. Das sind 2.019 Menschen oder 8,8 Prozent mehr als im Mai 2020. Seit April letzten Jahres ist ein kontinuierliches Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. So ist die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind aktuell minus 3.411 Menschen oder minus 12,0 Prozent niedriger als im Mai 2021. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen tendenziell an und liegt aktuell bei 45,0 Prozent (Mai 2021: 43,4 Prozent, Mai 2020: 32,1 Prozent).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, hat ein Rekordhoch von 27.701 Stellen erreicht. Das ist eine Zunahme zum Vorjahresmonat um 7.494 Stellen oder 3,1 Prozent. Der zweithöchste Bestand im Mai in den letzten fünf Jahren betrug 21.489 im Mai 2018. Im aktuellen Berichtsmonat wurden 3.999 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Damit sind im Vergleich zum Vorjahresmonat 760 Stellen weniger gemeldet worden.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (4,8 Prozent) und Bielefeld (5,5 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vormonat 4,9 Prozent, Vorjahr 5,8 Prozent).