01.12.2020 | Presseinfo Nr. 82

Kreis Paderborn

Der Arbeitsmakrt im November 2020

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich im November im vierten Monat in Folge fort. Eine sehr erfreuliche Entwicklung“, so Heinz Thiele, Leiter der Paderborner Arbeitsagentur. „Diese Entwicklung spricht für eine leichte konjunkturelle Erholung nach dem Einbruch im Frühjahr im Kreis Paderborn“, erläutert er weiter. Er betont aber auch: „Wie sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten entwickeln wird, lässt sich schwer sagen. Ob und wie stark der neuen Teil-Lockdown eine Rolle spielen wird, ist unklar. Hinzu kommt, dass die Arbeitslosigkeit im Winter, insbesondere im Januar, auch in konjunkturell guten Situationen typischerweise steigt. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Arbeitslosigkeit entwickeln wird.“

Doch der Agenturleiter verspricht: „Wir werden mit dem Instrument der Kurzarbeit weiterhin versuchen, möglichst viele Entlassungen zu vermeiden. Denjenigen Menschen, die nun ihren Job verloren haben, werden wir dabei helfen, möglichst schnell wieder eine Anstellung zu finden.“

Kurzarbeit

Im November 2020 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 204 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 2.044 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat sind das 148 Anzeigen mehr.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im November 2020 gesunken. Insgesamt waren 9.738 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 287 Personen oder 2,9 Prozent weniger. Im Vergleich zum November des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.337 Personen bzw. 15,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im November 2020 5,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,8 Prozent (+0,8 Prozentpunkte).                                                                    

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.020 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 257 Personen bzw. 6,0 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 926 Personen oder 29,9 Prozent.                                                                         

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 30 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 411 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies -0,5 Prozent zum Vormonat bzw. +7,7 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.718 Personen und damit 58,7 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                       

Jugendarbeitslosigkeit

840 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 64 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 48 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf -7,1 Prozent zum vorherigen Monat bzw. +6,1 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                           

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (-57 Personen oder -1,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 348 Arbeitslose mehr (+11,0 Prozent). Insgesamt sind 3.525 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                              

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gestiegen. 3.479 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 85,8 Prozent (2.985 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 127 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 614 Personen.                                                                           

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 626 Stellen gemeldet (+99 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.216 offene Stellen, 120 mehr als im Vormonat und 464 weniger als im Vorjahresmonat.                                                                      

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Nach der erfreulichen Entwicklung seit August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe auch im November gesunken. So ging in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Oktober 2020 um 2,9 Prozent auf 65.806 Personen zurück. Das sind insgesamt 1.971 Arbeitslose weniger.

Im November 2019 waren 14,2 Prozent oder 8.195 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im November auf einem geringeren Niveau. Der Bestand lag mit 18.762 freien Stellen um 724 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig lag die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 128 Stellen niedriger.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,1 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,6 Prozent), Detmold (6,1 Prozent) und Bielefeld (6,2 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent.