03.05.2022 | Presseinfo Nr. 49

Kreis Paderborn

Arbeitsmarkt Paderborn April 2022
 

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Paderborn

Die positive Tendenz am Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn setzt sich auch im April fort. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter im Vergleich zum Vormonat um 106 Personen auf nunmehr 7.932. Besonders deutlich ist der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr mit 1.987 Arbeitslosen weniger. Diese Erholung auf dem Arbeitsmarkt von den Strapazen der Pandemie ist eindeutig. Hinzu kommt die traditionelle Frühjahrsbelebung, die für eine kontinuierliche Entspannung auf dem Arbeitsmarkt sorgt.

„Insgesamt präsentiert sich der Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn derzeit stabil“, sagt Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn. Allerdings wird der vorsichtig positive Blick in die Zukunft vom Krieg in der Ukraine getrübt.  Die möglichen Folgen für den heimischen Arbeitsmarkt durch wirtschaftliche Sanktionen und/oder Lieferengpässe sind unvorhersehbar und stellen eine unberechenbare Größe dar.

Kurzarbeit

Im April 2022 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 38 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesem Anzeigen sind 456 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte benannt. Im Vormonat waren es 53 Anzeigen und 587 Personen.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im April 2022 gesunken. Insgesamt waren 7.932 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 106 Personen oder 1,3 Prozent weniger. Im Vergleich zum April des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.987 Personen bzw. 20,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im April 2022 4,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,7 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.424 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 68 Personen bzw. 2,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.110 Personen oder 31,4 Prozent.                                                                             

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 38 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 877 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies minus 0,7 Prozent zum Vormonat bzw. minus 13,7 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.508 Personen und damit 69,4 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                              

Jugendarbeitslosigkeit

639 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 15 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 256 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 2,3 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 28,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 90 Personen oder minus 2,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 518 Arbeitslose weniger (minus 14,5 Prozent). Insgesamt sind 3.066 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                                      

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gesunken. 3.338 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,7 Prozent (3.029 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 48 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 655 Personen.                                                                                

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 635 Stellen gemeldet (plus 40 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.518 offene Stellen, 138 mehr als im Vormonat und plus 1.203 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im April 2022 gesunken. Aktuell sind 56.210 Personen arbeitslos gemeldet. Auch die Meldungen von Personen, welche im aktuellen Berichtsmonat neu arbeitslos geworden sind, fällt mit 10.205 Personen im Vergleich zum Vormonat um minus 1.381 geringer aus.

Ein Rückgang des Bestandes an Arbeitslosen von März auf April ist saisonüblich, fällt in diesem Jahr mit minus 1,0 Prozent jedoch geringer aus, als dies vor der Pandemie üblich war (2015-2019 durchschnittlich minus 2,1 Prozent; 2020 plus 11,3 Prozent; 2021 minus 0,7 Prozent). Der Bestand an arbeitslosen Personen erreicht in diesem Berichtsmonat den niedrigsten Wert der letzten sieben Jahre und fällt um minus 1.099 Personen (minus 1,9 Prozent) geringer aus als im April 2019 mit dem zweitniedrigsten Wert im selben Zeitraum.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie stark angestiegen und beträgt aktuell 25.359. Das sind 2.982 Menschen oder 13,2 Prozent mehr als im April 2020. Im vergangenen Jahr war ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. So ist die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind aktuell minus 3.433 Menschen oder minus 11,9 Prozent niedriger als im April 2021. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen tendenziell an und liegt aktuell bei 45,1 Prozent (April 2021: 42,6 Prozent, April 2020: 32,7 Prozent).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, hat ein Rekordhoch von 27.265 Stellen erreicht. Das ist eine Zunahme zum Vorjahresmonat um 7.776 Stellen oder 39,9 Prozent. Der zweithöchste Bestand im April in den letzten fünf Jahren betrug 21.524 im April 2018. Im aktuellen Berichtsmonat wurden 4.392 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Damit ist die Meldung neuer freier Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 161 Stellen gestiegen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (4,9 Prozent) und Bielefeld (5,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vormonat 5,0 Prozent, Vorjahr 5,9 Prozent).