29.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Kreis Paderborn

Der Arbeitsmarkt im Januar 2021

„Aktuell sehen wir den saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit, der jedes Jahr erneut auftritt. Die aktuellen Lockdown-Maßnahmen haben nicht zu einem stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit als sonst im Januar üblich geführt. Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Paderborn von Dezember 2019 auf Januar 2020 stärker gestiegen als von Dezember 2020 auf den aktuellen Monat – sowohl absolut als auch prozentual“, so Heinz Thiele, Leiter der Paderborner Arbeitsagentur.

„Zwar liegt die Arbeitslosigkeit insgesamt wesentlich höher als noch im letzten Jahr, ein noch deutlicherer Anstieg aufgrund der Krise konnte aber verhindert werden. Das unterstreicht einmal mehr, wie wichtig und richtig das Instrument der Kurzarbeit ist, um den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern. Auch in diesem Jahr wird das Instrument der Kurzarbeit weiterhin einen deutlichen Beitrag dazu leisten, Arbeitslosigkeit zu verhindern. Dies zeigt sich schon jetzt durch eine – im Vergleich zum Sommer –  verstärkte Inanspruchnahme im Rahmen der aktuellen Corona Einschränkungen. Gleichzeitig gilt es auch, die Menschen, die aufgrund der Krise ihren Job verloren haben, möglichst schnell und passend auf neue Stellen zu vermitteln, um für diese Personen finanzielle Sicherheit in einer ohnehin schon schwierigen Zeit herzustellen.“

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Januar 2021 gestiegen. Insgesamt waren 10.163 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 437 Personen oder 4,5 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 869 Personen bzw. 9,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2021 5,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,4 Prozent (+0,4 Prozentpunkte).                                                                                

Kurzarbeit

Im Januar 2021 (vorläufig, Stand 25.01.2021) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 217 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 2.414 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat sind das 85 Anzeigen und 695 Personen weniger.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.296 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 306 Personen bzw. 7,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 534 Personen oder 14,2 Prozent.                                                                          

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 131 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 335 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies +2,3 Prozent zum Vormonat bzw. +6,1 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.867 Personen und damit 57,7 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                                 

Jugendarbeitslosigkeit

881 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 53 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 47 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf +6,4 Prozent zum vorherigen Monat bzw. +5,6 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                       

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (+115 Personen oder +3,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 97 Arbeitslose mehr (+2,7 Prozent). Insgesamt sind 3.662 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                                

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gestiegen. 3.773 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 83,4 Prozent (3.147 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 256 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 839 Personen.                                                                                  

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 423 Stellen gemeldet (-81 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.197 offene Stellen, 1 weniger als im Vormonat und 199 weniger als im Vorjahresmonat.                                                                                 

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Nach der erfreulichen Entwicklung seit vergangenen August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe im Dezember 2020 und Januar 2021 im Vormonatsvergleich wieder gestiegen. Ein Anstieg zu dieser Jahreszeit ist aber saisonal üblich. So stieg in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Dezember 2020 um 5,4 Prozent auf 69.551 Personen. Das sind insgesamt 3.572 Arbeitslose mehr.

Im Januar 2020 waren 11,1 Prozent oder 6.925 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im Januar auf einem geringen Niveau. Der Bestand lag mit 17.701 freien Stellen um 392 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 140 Stellen auf 3.276 Neumeldungen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,4 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,9 Prozent), Detmold (6,4 Prozent) und Bielefeld (6,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent (Vormonat 5,8 %, Vorjahr 5,5 %).