03.05.2022 | Presseinfo Nr. 50

Kreis Höxter

Der Arbeitsmarkt im April 2022

Die Entwicklung des Arbeitslosenstandes im Kreis Höxter

Auch im April wird die positive Tendenz am Arbeitsmarkt im Kreis Höxter fortgeschrieben. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt gegenüber dem Vormonat zwar nur gering, liegt aber deutlich unter dem Niveau des Vorjahres mit 570 Arbeitslosen weniger. Diese Entwicklung lässt sich als konstante Erholung von den Strapazen der Pandemie verstehen. Auch die traditionelle Frühjahrsbelebung trägt zu dieser Entspannung bei. „Insgesamt präsentiert sich der Arbeitsmarkt im Kreis Höxter derzeit erfreulich stabil“, sagt Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn.  

Allerdings wird die aktuell positive Situation auf dem Arbeitsmarkt durch die mit dem Ukraine-Krieg verbundenen Unsicherheiten getrübt. Die möglichen Folgen für den heimischen Arbeitsmarkt durch wirtschaftliche Sanktionen beispielsweise sind unvorhersehbar und ungewiss.

Kurzarbeit

Im April 2022 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Höxter 12 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 1.078 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vormonat waren es 12 Anzeigen und 89 Personen.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Höxter im April 2022 gesunken. Insgesamt waren 2.564 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 4 Personen oder 0,2 Prozent weniger. Im Vergleich zum April des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 570 Personen bzw. 18,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im April 2022 3,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,2 Prozent (minus 0,8 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 1.011 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 51 Personen bzw. 4,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 368 Personen oder 26,7 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 47 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 202 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 3,1 Prozent zum Vormonat bzw. minus 11,5 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 1.553 Personen und damit 60,6 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

210 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Höxter unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 11 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 93 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 5,5 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 30,7 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 24 Personen oder 2,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 200 Arbeitslose weniger (minus 15,9 Prozent). Insgesamt sind 1.055 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Höxter betroffen.                                                                     

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Höxter im Berichtsmonat gesunken. 890 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 81,5 Prozent (725 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 16 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 231 Personen.                                                                              

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 259 Stellen gemeldet (minus 81 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 1.665 offene Stellen, 8 mehr als im Vormonat und 551 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im April 2022 gesunken. Aktuell sind 56.210 Personen arbeitslos gemeldet. Auch die Meldungen von Personen, welche im aktuellen Berichtsmonat neu arbeitslos geworden sind, fällt mit 10.205 Personen im Vergleich zum Vormonat um minus 1.381 geringer aus.

Ein Rückgang des Bestandes an Arbeitslosen von März auf April ist saisonüblich, fällt in diesem Jahr mit minus 1,0 Prozent jedoch geringer aus, als dies vor der Pandemie üblich war (2015-2019 durchschnittlich minus 2,1 Prozent; 2020 plus 11,3 Prozent; 2021 minus 0,7 Prozent). Der Bestand an arbeitslosen Personen erreicht in diesem Berichtsmonat den niedrigsten Wert der letzten sieben Jahre und fällt um minus 1.099 Personen (minus 1,9 Prozent) geringer aus als im April 2019 mit dem zweitniedrigsten Wert im selben Zeitraum.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie stark angestiegen und beträgt aktuell 25.359. Das sind 2.982 Menschen oder 13,2 Prozent mehr als im April 2020. Im vergangenen Jahr war ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. So ist die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind aktuell minus 3.433 Menschen oder minus 11,9 Prozent niedriger als im April 2021. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen tendenziell an und liegt aktuell bei 45,1 Prozent (April 2021: 42,6 Prozent, April 2020: 32,7 Prozent).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, hat ein Rekordhoch von 27.265 Stellen erreicht. Das ist eine Zunahme zum Vorjahresmonat um 7.776 Stellen oder 39,9 Prozent. Der zweithöchste Bestand im April in den letzten fünf Jahren betrug 21.524 im April 2018. Im aktuellen Berichtsmonat wurden 4.392 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Damit ist die Meldung neuer freier Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 161 Stellen gestiegen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (4,9 Prozent) und Bielefeld (5,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vormonat 5,0 Prozent, Vorjahr 5,9 Prozent).