31.03.2021 | Presseinfo Nr. 15

Kreis Höxter

Der Arbeitsmarkt im März 2021

Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn, kommentiert die Daten zum Arbeitsmarkt wie folgt:

„Am Arbeitsmarkt im Kreis Höxter hat im März die Frühjahrsbelebung eingesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozent gesunken. Weniger Menschen als im Februar haben ihre Beschäftigung verloren. Zudem haben wieder mehr Menschen eine Anstellung gefunden, die zuvor keine Arbeit hatten.

Der saisonal typische Rückgang der Arbeitslosenzahl fällt im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich deutlich aus. Die positive Entwicklung in den vergangenen Wochen ist ein deutliches Signal dafür, dass sich der Arbeitsmarkt im Kreis Höxter zurzeit von den negativen Auswirkungen der Pandemie erholt. Die Industrie im Kreis Höxter profitiert von der globalen Erholung. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist allerdings allein auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung zurückzuführen; in der Grundsicherung steigt die Arbeitslosenzahl leicht an. Hierin zeigen sich besondere Risiken in der Pandemie unter anderen für geringfügig und kurzfristig beschäftigte Menschen sowie für Selbstständige.

Im Vergleich zum Monat März 2020, in dem sich die Pandemie aus statistischen Gründen noch nicht spürbar auf die Arbeitslosigkeit auswirkte, liegt die Arbeitslosenzahl um 8,6 Prozent erhöht –  das bedeutet gegenüber anderen Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen einen vergleichsweise niedrigen Anstieg. Die im Verlauf der Pandemie gestiegene Langzeitarbeitslosigkeit spricht allerdings auch im Kreis Höxter für ein erhöhtes Risiko zunehmender Sockelarbeitsarbeitslosigkeit.

Das Kurzarbeitergeld nehmen Unternehmen weiter in großem Umfang in Anspruch. Dieses bleibt eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich der Arbeitsmarkt stabil entwickeln kann. Auch aus Sorge vor dem zunehmenden Fachkräftemangel wollen viele Betriebe ihre Beschäftigten halten. Für viele Betriebe und Angestellte ist es daher ein gutes Signal, dass der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit verlängert worden ist.

Im Ganzen entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Kreis Höxter sehr robust. Während die Pandemie die Konjunktur in absehbarer Zeit nicht mehr belasten dürfte, werden der demographische und strukturelle Wandel die größten Herausforderungen für den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren sein. Mit steigenden Fallzahlen bleibt aber der Ausblick besonders für das Gastgewerbe und den Einzelhandel sowie den Bereich der sogenannten körpernahen Dienstleistungen bis auf Weiteres mit Unsicherheit behaftet.“

Kurzarbeit

Im März 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Höxter 28 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 227 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein deutlicher Rückgang (Februar: 173 Anzeigen, 2.194 Personen).

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Höxter im März 2021 gesunken. Insgesamt waren 3.170 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind das 147 Personen oder 4,4 Prozent weniger. Im Vergleich zum März des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 252 Personen beziehungsweise 8,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im März 2021 4,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,9 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte).                                                                      

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 1.484 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 163 Personen beziehungsweise 9,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet das eine Erhöhung um 104 Personen oder 7,5 Prozent.                                                                             

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 16 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 148 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 1,0 Prozent zum Vormonat beziehungsweise plus 9,6 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt zählen 1.686 Personen und damit 53,2 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung gemäß SGB II.                                                                          

Jugendarbeitslosigkeit

309 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Höxter unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 38 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 4 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 11,0 Prozent zum vorherigen Monat beziehungsweise minus 1,3 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                        

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken, und zwar um 58 Personen oder um 4,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 155 Arbeitslose mehr (plus 14,1 Prozent). Insgesamt sind 1.256 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Höxter betroffen.                                                                   

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Höxter im Berichtsmonat gestiegen. 1.069 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 80,9 Prozent (865 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonats sind das 31 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 285 Personen (plus 36,4 Prozent).                                                                                 

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 284 Stellen gemeldet, das sind 50 gemeldete Stellen mehr als im Vormonat. Im Bestand befanden sich insgesamt 1.114 offene Stellen, 49 mehr als im Vormonat und 99 offene Stellen weniger als im Vorjahresmonat.                                                                       

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Im März hat trotz des weiter anhaltenden Lockdowns die Frühjahrsbelebung eingesetzt und am Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe zu sinkender Arbeitslosigkeit geführt. Ein Rückgang zu dieser Jahreszeit ist saisonal üblich. So sank in Ostwestfalen-Lippe die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Februar 2021 um 2,7 Prozent auf 68.105 Personen. Das sind insgesamt 1.913 Arbeitslose weniger. Im März 2020 waren 10,8 Prozent oder 6.624 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen. Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, war im März relativ stabil. Der Bestand lag mit 18.958 freien Stellen um 115 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der von den Arbeitgebern in Ostwestfalen-Lippe gemeldeten neuen Stellen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 408 Stellen auf 4.605 Neumeldungen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Ostwestfalen-Lippe findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,3 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,8 Prozent), Detmold (6,2 Prozent) und Bielefeld (6,5 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent (Vormonat 6,2 Prozent, Vorjahr 5,4 Prozent).