29.01.2021 | Presseinfo Nr. 6

Kreis Höxter

Der Arbeitsmarkt im Januar 2021

Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn, kommentiert die Daten zum Arbeitsmarkt wie folgt:

„Die Arbeitslosigkeit ist im Januar im Kreis Höxter im Vergleich zum Schlussmonat 2020 um mehr als 10 Prozent gestiegen. Diese Steigerung über den Jahreswechsel ist aber nicht unüblich und hat in erster Linie saisonale Gründe. Auch vor einem Jahr ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar in einem ähnlichen Umfang gestiegen. Witterungsbedingt verliert der Arbeitsmarkt zum Jahreswechsel für gewöhnlich an Dynamik. Weil auch einige Arbeitsverträge zum Jahresende auslaufen, verzeichnen die Arbeitsagenturen üblicherweise im Januar einen wesentlichen Anstieg in der Arbeitslosenstatistik.

Natürlich dämpft auch der anhaltende Lockdown den Arbeitsmarkt. Dies spiegelt sich aber in erster Linie in der seit November wieder erhöhten Zahl von Anzeigen für Kurzarbeitergeld wider und weniger in der Steigerung der Arbeitslosigkeit. Dies ist aber ein gutes Signal, da es zeigt, dass die Arbeitgeber ihr Personal halten wollen und auf eine Erholung in diesem Jahr hoffen.

Aufgrund der umfassenden Unterstützungshilfen der Regierungen und einer verlängerten Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld kann erwartet werden, dass sich der Arbeitsmarkt im Kreis Höxter im Ganzen weiter stabil entwickelt und einem verlängerten Lockdown standhält. Vor großen Herausforderungen stehen freilich zu Beginn des neuen Jahres die Gastronomiebetriebe, in wesentlichen Teilen der Einzelhandel und im Handwerk die Friseure. Einige Betriebe verschieben ihre Entscheidung über eine Einstellung von neuem Personal derzeit wegen der erhöhten Unsicherheit nach hinten –  dürften diese aber nach dem Lockdown nachholen.

Auch weil sich der Fachkräftemangel weiter verschärft und ein zunehmender Gesundheitsschutz in der Bevölkerung durch Impfen erreicht werden kann, halten die Unternehmen die Belegschaften ganz überwiegend. Die Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent im Kreis Höxter zeigt: Der Arbeitsmarkt ist für die gesamte Dauer der Corona-Krise in robuster Verfassung geblieben und erweist sich weiter als widerstandsfähig.

Die pandemiebedingten Arbeitsausfälle etwa als Folge rückläufiger Auftragseingänge ersetzen die Arbeitsagenturen zuverlässig wie bisher und in angemessener Frist. Es lohnt sich in Zeiten von Fachkräftemangel und Digitalisierung, das attraktive Angebot der Arbeitsagentur zu prüfen und die Mitarbeiter während der verminderten Auslastung mit finanzieller Unterstützung weiter zu qualifizieren.“

Kurzarbeit

Im Januar 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Höxter 103 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 663 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat sind das 28 Anzeigen weniger.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Höxter im Januar 2021 gestiegen. Insgesamt waren 3.304 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind das 309 Personen oder 10,3 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar 2020 steigt die Zahl der Arbeitslosen um 284 Personen beziehungsweise 9,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2021 4,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,0 Prozent (plus 0,4 Prozentpunkte).                                                                            

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 1.684 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 222 Personen beziehungsweise 15,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet das eine Erhöhung um 162 Personen oder 10,6 Prozent.                                                                            

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 87 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 122 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 5,7 Prozent zum Vormonat beziehungsweise plus 8,1 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt zählen 1.620 Personen und damit 49,0 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung gemäß SGB II.                                                                          

Jugendarbeitslosigkeit

308 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Höxter unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 26 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 20 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 9,2 Prozent zum vorherigen Monat beziehungsweise plus 6,9 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                             

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen, und zwar um 129 Personen oder um 11,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 131 Arbeitslose mehr (plus 11,3 Prozent). Insgesamt sind 1.287 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Höxter betroffen.                                                                   

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Höxter im Berichtsmonat gestiegen. 1.033 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 78,0 Prozent (806 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonats sind dies 74 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 244 Personen, das entspricht einem Plus von 30,9 Prozent.                                                                               

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 266 Stellen gemeldet, das sind 80 Stellen mehr als im Vormonat. Im Bestand befanden sich insgesamt 1.033 offene Stellen und damit 14 weniger als im Vormonat und 175 Stellen weniger als im Vorjahresmonat.                                                                       

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Nach der erfreulichen Entwicklung seit vergangenen August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe im Dezember 2020 und Januar 2021 im Vormonatsvergleich jeweils wieder gestiegen. Ein Anstieg zu dieser Jahreszeit ist aber saisonal üblich. So stieg in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Dezember 2020 um 5,4 Prozent auf 69.551 Personen. Das sind insgesamt 3.572 Arbeitslose mehr. Im Januar 2020 waren 11,1 Prozent oder 6.925 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen. Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe angeboten werden konnten, lag im Januar auf einem geringen Niveau. Der Bestand lag mit 17.701 freien Stellen um 392 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 140 Stellen auf 3.276 Neumeldungen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,4 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,9 Prozent), Detmold (6,4 Prozent) und Bielefeld (6,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent (Vormonat 5,8 Prozent, Vorjahr 5,5 Prozent).