31.08.2022 | Presseinfo Nr. 95

Kreis Höxter Der Arbeitsmarkt im August 2022

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Höxter

„Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Höxter hat sich im August 2022 gegenüber dem Vormonat mit einem Plus von 77 Frauen und Männern auf nun 2.934 Personen erhöht. Trotz dieser Steigerung neigt sich die Sommerflaute dem Ende entgegen was auch durch den Zugang von 301 Stellenangeboten im August dokumentiert wird. Die geringfügige Steigerung der Arbeitslosigkeit zum Vormonat ist in erster Linie auf die Aufnahme der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer in die Grundsicherung zurückzuführen. Im Versicherungsbereich ist die Arbeitslosigkeit sogar um 4,8 Prozent gesunken,“ so Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn. Im Kreis Höxter waren im August 310 Arbeitslose Personen mit Staatsangehörigkeit Ukraine gemeldet. Diese Menschen unterliegen nicht nur einer Fluchterfahrung, sondern sind ganz individuell in unterschiedlichen Lebenssituationen, die auch die Integrationsmöglichkeiten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sehr unterschiedlich gestalten. Der Übergang in die Betreuung durch das Jobcenter läuft seit Anfang Juni. Die mit 1.821 nach wie vor hohe Anzahl an Stellenangeboten zeigt, dass der Arbeitsmarkt vor Ort nach aufnahmefähig ist, und Beschäftigungschancen bietet. Auch die geringe Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent zeigt die gute Verfassung des Arbeitsmarktes aus Sicht der Bewerber im Kreis Höxter. Die Entwicklung von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt und der damit verbundenen Notwendigkeit neue Strategien der Personalpolitik in den Betrieben umzusetzen setzt sich fort“, fast Thiele zusammen.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Höxter im August 2022 gestiegen. Insgesamt waren 2.934 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 77 Personen oder 2,7 Prozent mehr. Im Vergleich zum August des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 53 Personen bzw. 1,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im August 3,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,0 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte).                                                                         

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 1.111 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 48 Personen bzw. 4,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 137 Personen oder elf Prozent.                                                                              

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 125 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 84 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 7,4 Prozent zum Vormonat bzw. plus 4,8 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 1.823 Personen und damit 62,1 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                              

Jugendarbeitslosigkeit

304 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Höxter unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch drei mehr und im gleichen Monat des Vorjahres vier mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus ein Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 1,3 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                          

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 17 Personen oder plus 1,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 162 Arbeitslose weniger (minus 13,3 Prozent). Insgesamt sind 1.053 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Höxter betroffen.                                                            

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Höxter im Berichtsmonat gestiegen. 866 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 80,4 Prozent (696 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 24 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 235 Personen.                                                                   

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 301 Stellen gemeldet (plus 14 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 1.821 offene Stellen, 54 mehr als im Vormonat und 398 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Wie bereits in den beiden Vormonaten steigt auch im August die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe weiter an. Aktuell sind 62.223 Personen arbeitslos gemeldet, das ist ein Plus zum Vormonat um 382 Menschen oder 0,6 Prozent. Im Vergleich zum August 2021 liegt die Arbeitslosigkeit dagegen um 793 Menschen oder 1,3 Prozent niedriger. Die Arbeitslosmeldungen im aktuellen Monat fallen mit 12.538 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat dagegen um 1.433 höher aus.

Auch im August sind weitere geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die seit dem 1. Juni durch die Jobcenter betreut werden, dort als (erstmalig) arbeitslos erfasst worden. Dem folgend ist es nicht überraschend, dass die Arbeitslosigkeit der Ausländer im Monatsvergleich mit einem Plus von 5,4 Prozent (plus 1.163 Personen) deutlich stärker steigt als die Arbeitslosigkeit insgesamt. Ungeachtet dessen erweist sich der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe als robust, da ohne Berücksichtigung dieser Personengruppe ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen gewesen wäre.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist wieder leicht gestiegen. Im aktuellen Berichtsmonat sind 24.871 Personen länger als ein Jahr auf Arbeitssuche. Das sind 16,6 Prozent mehr als im August 2019, aber 11,0 Prozent weniger als zum August 2021. Damit beschleunigt sich die rückläufige Entwicklung. In den Augustmonaten der Jahre 2016 bis 2019 nahm die Langzeitarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 6,7 Prozent ab. Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen ist aktuell mit 40,0 Prozent weiterhin hoch (2021: 44,3 Prozent, 2020: 33,6 Prozent, 2019: 35,1 Prozent, jeweils August).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, geht aktuell leicht zurück und beträgt im Berichtsmonat 28.326 Stellen. Das ist trotzdem eine Zunahme zum Vorjahresmonat um 4.507 Stellen oder 18,9 Prozent. Im August 2022 wurden 3.859 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden damit 1.028 Stellen oder 21,0 Prozent weniger gemeldet. Damit zeigen sich unverändert die Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheiten mit Blick auf die Preissteigerungen und Energiekosten sowie Lieferengpässe. Arbeitgeber sind vorsichtig mit der Meldung neuer Arbeitsstellen und scheinen weniger Arbeitskräfte neu einzustellen, worauf der Zuwachs des Bestandes an gemeldeten Arbeitsstellen hindeutet. Dass gemeldete Arbeitsstellen jedoch nicht zurückgezogen werden zeigt, dass Arbeitgeber trotz aller Risiken grundsätzlich an der Einstellung passender Kräfte, vor allem auf Fachkraftebene, interessiert sind.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Kreis Höxter (3,9 Prozent), gefolgt von den Kreisen Gütersloh (4,2 Prozent), Paderborn (5,2 Prozent), Lippe (5,3 Prozent), Minden-Lübbecke (5,4 Prozent), Herford (5,5 Prozent) und der Stadt Bielefeld (8,1 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent (Vormonat 5,4 Prozent, Vorjahr 5,5 Prozent).