01.02.2022 | Presseinfo Nr. 9

Kreis Höxter - Der Arbeitsmarkt im Januar 2022

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Höxter
 

„Im Januar sehen wir wieder den für diesen Monat saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Grundsätzlich bleibt es aber bei einer stabilen Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Seit Oktober 2021 liegt die Arbeitslosigkeit jeden Monat unter dem Wert vor der Pandemie. Es bleibt darüber hinaus die Erkenntnis, dass Kurzarbeit weiter notwendig bleibt, wenn auch auf niedrigerem Niveau als im Vorjahr, und es bei den Branchen Gewinner und Verlierer gibt“, stellt Heinz Thiele, Leiter der Paderborner Arbeitsagentur, mit Blick auf den Kreis Höxter fest.

„Auch bei den Personengruppen zeigen sich keine besonderen Auffälligkeiten – außer bei den Langzeitarbeitslosen. Hier sehen wir zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie einen Rückgang im Vorjahresvergleich: Ein Zeichen für den aufnahmefähigen Arbeitsmarkt mit großer Personalnachfrage, der auch länger arbeitslosen Menschen wieder Möglichkeiten bietet. Das ist eine gute Nachricht, wenn man bedenkt, dass viele Menschen während der Pandemie unverschuldet ihren Job verloren haben und dann auch nicht so schnell eine neue Stelle finden konnten“, freut sich der Experte.

Er betont aber auch: „Die absolute Zahl an Langzeitarbeitslosen liegt noch über denen von Januar 2020. Hier gilt es möglichst allen Menschen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“

Kurzarbeit

Im Januar 2022 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Höxter 27 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 382 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet das einen Rückgang (Dezember 2021: 51 Anzeigen, 1.048 Personen).

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Höxter im Januar 2022 gestiegen. Insgesamt waren 2.748 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 210 Personen oder 8,3 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 556 Personen bzw. 16,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2022 3,7 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,4 Prozent (-0,7 Prozentpunkte).                                                                                 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 1.173 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 143 Personen bzw. 13,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 511 Personen oder 30,3 Prozent.                                                                              

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 67 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 45 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies +4,4 Prozent zum Vormonat bzw. -2,8 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 1.575 Personen und damit 57,3 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                                 

Jugendarbeitslosigkeit

222 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Höxter unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 21 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 86 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf +10,4 Prozent zum vorherigen Monat bzw. -27,9 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                             

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (+66 Personen oder +6,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 144 Arbeitslose weniger (-11,2 Prozent). Insgesamt sind 1.143 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Höxter betroffen.                                                                 

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Höxter im Berichtsmonat gestiegen. 975 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 82,2 Prozent (801 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 7 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 58 Personen.                                                                            

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 219 Stellen gemeldet (-67 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 1.456 offene Stellen, 73 weniger als im Vormonat und 423 mehr als im Vorjahresmonat.                                                                       

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe 

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Januar 2022 erneut gestiegen. Aktuell sind 58.907 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Personen, die im Januar neu arbeitslos gemeldet wurden, ist im Verhältnis zum Vorjahresmonat um -1.816 Personen gesunken. Im Januar 2022 sind 11.043 neue Arbeitslosmeldungen bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe erfolgt.

Ein Anstieg des Bestandes an arbeitslosen Personen ist im Januar eines Jahres saisonüblich und fällt in diesem Jahr mit +4,0 Prozent geringer aus, als zu erwarten gewesen wäre. So stieg in den vergangenen fünf Jahren die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar durchschnittlich um 6,6 Prozent. Der Bestand an Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe ist in diesem Monat der niedrigste Wert der letzten fünf Jahre.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie stark angestiegen und beträgt aktuell 26.317. Das sind 4.772 Menschen oder 22,1 Prozent mehr als im Januar 2020. Im vergangenen Jahr war ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. So die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind aktuell -1.049 Menschen oder -3,8 Prozent niedriger als im Januar 2021. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen tendenziell an und liegt aktuell bei 44,7 Prozent (Januar 2021: 39,3%, Januar 2020: 34,4%).

Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen angeboten werden können, verläuft weiterhin sehr erfreulich. Im Januar 2022 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.311 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von +1.035 Stellen oder +31,6 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 25.614 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 41,6 Prozent über dem Niveau des Januar 2020, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,5 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,0 Prozent), Detmold (5,2 Prozent) und Bielefeld (5,8 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent (Vormonat 5,0 %, Vorjahr 6,1 %).