31.03.2021 | Presseinfo Nr. 14

Kreis Paderborn

Der Arbeitsmarkt im März 2021

„Trotz Pandemie ist auch in diesem besonderen Jahr der Beginn einer saisontypischen Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt zu erkennen“, betont Heinz Thiele, Leiter der Paderborner Arbeitsagentur. „Dass eine derartige Frühjahrsbelebung unter Corona-Bedingungen möglich ist, zeugt von der Robustheit des lokalen Arbeitsmarktes.

„Gleichwohl bedeutet jeder weitere Monat im Lockdown sowohl für Arbeitgeber, als auch für Arbeitnehmer und Arbeitslose eine besondere Herausforderung. Wir werden mit dem Instrument der Kurzarbeit und intensiver individueller Beratung Betriebe, Beschäftigte und Arbeitslose bestmöglich unterstützen.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt zur Zeit in der Qualifizierung von Beschäftigten, Arbeitslosen und Arbeitssuchenden auch unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie. Finanzmittel und Qualifizierungsangebote bei Trägern stehen derzeit ausreichend zur Verfügung. Die Zeit der Pandemie muss intensiv genutzt werden um sich für die Zeit nach der Pandemie aufzustellen. Qualifizierung ist die beste Antwort auf die demographische Entwicklung, den Fachkräftebedarf und den Strukturwandel.

Beschäftigte, Arbeitslose, Arbeitssuchende und Betriebe sind aufgerufen bei uns nach Qualifizierungsmaßnahmen nachzufragen. Wenn es die gesetzlichen Rahmenbedingungen zulassen, helfen wir gerne. “

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im März 2021 gesunken. Insgesamt waren 10.122 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 123 Personen oder 1,2 Prozent weniger. Im Vergleich zum März des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 903 Personen bzw. 9,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im März 2021 5,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,3 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte).         

Kurzarbeit   

Im März 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 72 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 975 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein deutlicher Rückgang (Februar: 276 Anzeigen, 3.533 Personen).                                     

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.867 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 285 Personen bzw. 6,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 253 Personen oder 7,0 Prozent.                                                                         

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 162 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 650 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 2,7 Prozent zum Vormonat bzw. plus 11,6 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.255 Personen und damit 61,8 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                       

Jugendarbeitslosigkeit

934 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 35 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 99 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 3,6 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 11,9 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                                

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 20 Personen oder minus 0,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 80 Arbeitslose mehr (2,3 Prozent). Insgesamt sind 3.591 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                             

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gestiegen. 3.924 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 86,8 Prozent (3.407 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 73 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 1.008 Personen.                                                                                

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 568 Stellen gemeldet (plus 40 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.268 offene Stellen, 57 mehr als im Vormonat und 127 weniger als im Vorjahresmonat.          

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Im März hat die Frühjahrsbelebung eingesetzt und am Arbeitsmarkt in OWL zu sinkender Arbeitslosigkeit geführt. Ein Rückgang zu dieser Jahreszeit ist saisonal üblich. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Februar 2021 um 2,7 Prozent auf 68.105 Personen. Das sind insgesamt 1.913 Arbeitslose weniger.

Im März 2020 waren 10,8 Prozent oder 6.624 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, stabilisierte sich im März. Der Bestand lag mit 18.958 freien Stellen um 115 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 408 Stellen auf 4.605 Neumeldungen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,3 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,8 Prozent), Detmold (6,2 Prozent) und Bielefeld (6,5 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent (Vormonat 6,2 Prozent, Vorjahr 5,4 Prozent).