04.01.2022 | Presseinfo Nr. 1

Kreis Paderborn - Der Arbeitsmarkt im Dezember 2021

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Paderborn
 

Statement von Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn

„Die Arbeitslosigkeit liegt bereits seit Oktober 2021 auf einem niedrigeren Niveau als vor der Pandemie. Der Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn hat sich also erholt und ist stabil. Allerdings variieren die Auswirkungen je nach Branche deutlich.

Die Entwicklungen in den nächsten Monaten lassen sich nur sehr schwer vorhersagen. Fest steht jedoch, dass Pandemie und die politischen Entscheidungen sowie die Lieferengpässe uns auch im kommenden Jahr begleiten und den Arbeitsmarkt beeinflussen werden.

Gleichzeitig wird in den kommenden Monaten – wie jedes Jahr – die Arbeitslosigkeit saisontypisch ansteigen. Wir erwarten jedoch, dass sie deutlich unter der Arbeitslosenquote des vergangenen Jahres bleibt. Im Hinblick auf die Verlängerung der erleichterten Anspruchsvoraussetzungen sowie höheren Zuschussmöglichkeiten für die Kurzarbeit bis zum 31. März 2022 wird nicht die Arbeitslosigkeit wohl aber die Kurzarbeit deutlich ansteigen. Insgesamt ist aber weiterhin von einem stabilen Arbeitsmarkt auszugehen.

Unser Fokus liegt aufgrund des steigenden Bedarfs an Fachkräften und dem Fachkräftemangel auch weiterhin auf der Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten.“

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Dezember 2021 gestiegen. Insgesamt waren 8.068 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind dies 186 Personen oder 2,4 Prozent mehr. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen dagegen um 1.658 Personen bzw. 17,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Dezember 2021 4,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,6 Prozent (minus 1,0 Prozent).

Kurzarbeit

Im Dezember 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 73 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 855 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte benannt. Im Vormonat waren es 15 Anzeigen und 385 Personen. 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.458 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 94 Personen bzw. 4,0 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.532 Personen bzw. 38,4 Prozent.
 

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

In der Grundsicherung sind 92 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 126 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 1,7 Prozent zum Vormonat bzw.  minus 2,2 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.610 Personen und damit 69,5 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.
 

Jugendarbeitslosigkeit

663 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 29 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 165 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 4,6 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 19,9 Prozent im Vorjahresvergleich.
 

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 65 Personen oder plus 2,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 442 Arbeitslose weniger (minus 12,5 Prozent). Insgesamt sind 3.105 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.
 

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gesunken. 3.505 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,1 Prozent (3.159 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 20 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 12 Personen.                                                                                  

Stellenangebote

Die Unternehmen aus dem Kreis Paderborn haben in diesem Monat 588 Stellen gemeldet (46 weniger als im Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.134 offene Stellen, 52 weniger als im Vormonat und 936 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Dezember 2021 leicht gestiegen. Aktuell sind 56.629 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Personen, die im Dezember neu arbeitslos gemeldet wurden, ist im Verhältnis zum Vorjahresmonat um 122 Personen gesunken. Im Dezember 2021 sind 10.599 neue Arbeitslosmeldungen bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe erfolgt.

Ein Anstieg des Bestandes an arbeitslosen Personen ist im Dezember eines Jahres saisonüblich und fällt in diesem Jahr mit 0,1 Prozent deutlich geringer aus, als zu erwarten gewesen wäre. So stieg in den vergangenen sechs Jahren die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember durchschnittlich um 0,8 Prozent. Der Bestand an Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe ist in diesem Monat der zweitniedrigste Wert der letzten sechs Jahre.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, seit Beginn der Pandemie stark angestiegen. So sind aktuell 26.199 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 101 Menschen oder 0,4 Prozent mehr als im Dezember 2020. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 25,4 Prozent an. Seit Mai dieses Jahres ist ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt liegt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen aktuell bei 46,3 Prozent.

Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen angeboten werden können, verläuft weiterhin sehr erfreulich. Im Dezember 2021 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.737 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von +1.035 Stellen oder 28,0 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 24.962 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 35,2 Prozent über dem Niveau des Dezember 2019, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (5,0 Prozent) und Bielefeld (5,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent (Vormonat 5,1 %, Vorjahr 5,8 %).