31.08.2022 | Presseinfo Nr. 94

Kreis Paderborn Der Arbeitsmarkt im August 2022

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Paderborn

Im Kreis Paderborn bleibt die Zahl der arbeitslosen Menschen im Vergleich zum Vormonat nahezu konstant. Mit 9.055 Arbeitslosen liegt der Wert immer noch unter dem August-Wert des ersten Pandemiejahres 2020 und auch unter dem Wert von August 2021.

Erfreulich ist die Entwicklung in der Jugendarbeitslosigkeit. „Mit dem Start des neuen Ausbildungsjahres und dem Beginn des neuen Schuljahres ist die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen im Kreis Paderborn erwartungsgemäß gesunken“, erklärt Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit in Paderborn. 83 Personen sind es an der Zahl weniger, die im August von Jugendarbeitslosigkeit betroffen sind. Auch das Ende der ferienbedingt saisonalen Sommerflaute spiegelt sich hier wider.

Eine deutliche Veränderung schlägt in diesem Monat im Bereich der Grundsicherung zu Buche. „Hier sind 233 Arbeitslose mehr zu verzeichnen als im Vormonat. Eine Entwicklung, die auch dem Wechsel der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer zum 1. Juni von der Asylbewerberleistung in die Grundsicherung geschuldet ist.

„Mit 2034 Zugängen und 2031 Abgängen in bzw. aus der Arbeitslosigkeit bleibt die Bewegung hoch. Auch 559 Stellenangebote kamen im Monat August hinzu. Insgesamt lässt sich der Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn seit Monaten als äußerst solide und aufnahmefähig umschreiben“, bilanziert der Paderborner Agenturchef.
 

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im August 2022 gestiegen. Insgesamt waren 9.055 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 1 Personen oder 0,0 Prozent mehr. Im Vergleich zum August des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 83 Personen bzw. 0,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im August 2022 5,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,2 Prozent (plus 0,0 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.564 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um minus 232 Personen bzw. minus 8,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um minus 470 Personen oder minus 15,5 Prozent.
 

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 233 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 387 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 3,7 Prozent zum Vormonat bzw. plus 6,3 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.491 Personen und damit 71,7 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.


Jugendarbeitslosigkeit

800 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 84 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 113 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 9,5 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 12,4 Prozent im Vorjahresvergleich.
 

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 71 Personen oder plus 2,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1 Arbeitslose weniger (0,0 Prozent). Insgesamt sind 3.332 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gestiegen. 3.263 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,7 Prozent (2.959 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 11 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um minus 537 Personen.
 

Stellenangebote

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 559 Stellen gemeldet (minus 10 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.674 offene Stellen, 72 mehr als im Vormonat und plus 752 mehr als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Wie bereits in den beiden Vormonaten steigt auch im August die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe weiter an. Aktuell sind 62.223 Personen arbeitslos gemeldet, das ist ein Plus zum Vormonat um 382 Menschen oder 0,6 Prozent. Im Vergleich zum August 2021 liegt die Arbeitslosigkeit dagegen um 793 Menschen oder 1,3 Prozent niedriger. Die Arbeitslosmeldungen im aktuellen Monat fallen mit 12.538 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat dagegen um 1.433 höher aus.

Auch im August sind weitere geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die seit dem 1. Juni durch die Jobcenter betreut werden, dort als (erstmalig) arbeitslos erfasst worden. Dem folgend ist es nicht überraschend, dass die Arbeitslosigkeit der Ausländer im Monatsvergleich mit einem Plus von 5,4 Prozent (plus 1.163 Personen) deutlich stärker steigt als die Arbeitslosigkeit insgesamt. Ungeachtet dessen erweist sich der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe als robust, da ohne Berücksichtigung dieser Personengruppe ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen gewesen wäre.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist wieder leicht gestiegen. Im aktuellen Berichtsmonat sind 24.871 Personen länger als ein Jahr auf Arbeitssuche. Das sind 16,6 Prozent mehr als im August 2019, aber 11,0 Prozent weniger als zum August 2021. Damit beschleunigt sich die rückläufige Entwicklung. In den Augustmonaten der Jahre 2016 bis 2019 nahm die Langzeitarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 6,7 Prozent ab. Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen ist aktuell mit 40,0 Prozent weiterhin hoch (2021: 44,3 Prozent, 2020: 33,6 Prozent, 2019: 35,1 Prozent, jeweils August).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, geht aktuell leicht zurück und beträgt im Berichtsmonat 28.326 Stellen. Das ist trotzdem eine Zunahme zum Vorjahresmonat um 4.507 Stellen oder 18,9 Prozent. Im August 2022 wurden 3.859 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden damit 1.028 Stellen oder 21,0 Prozent weniger gemeldet. Damit zeigen sich unverändert die Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheiten mit Blick auf die Preissteigerungen und Energiekosten sowie Lieferengpässe. Arbeitgeber sind vorsichtig mit der Meldung neuer Arbeitsstellen und scheinen weniger Arbeitskräfte neu einzustellen, worauf der Zuwachs des Bestandes an gemeldeten Arbeitsstellen hindeutet. Dass gemeldete Arbeitsstellen jedoch nicht zurückgezogen werden zeigt, dass Arbeitgeber trotz aller Risiken grundsätzlich an der Einstellung passender Kräfte, vor allem auf Fachkraftebene, interessiert sind.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Kreis Höxter (3,9 Prozent), gefolgt von den Kreisen Gütersloh (4,2 Prozent), Paderborn (5,2 Prozent), Lippe (5,3 Prozent), Minden-Lübbecke (5,4 Prozent), Herford (5,5 Prozent) und der Stadt Bielefeld (8,1 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent (Vormonat 5,4 Prozent, Vorjahr 5,5 Pozent).