29.07.2021 | Presseinfo Nr. 49

Kreis Paderborn - Der Arbeitsmarkt im Juli 2021

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Paderborn
 

„Die Arbeitslosigkeit ist im Kreis Paderborn im Juli deutlich im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Die Belastungen auf dem Arbeitsmarkt durch die Corona-Einschränkungen nehmen zusehends ab“, so die Kurzbilanz von Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn. „Dass die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen ist, ist durchaus saisontypisch im Ferienmonat Juli. In den vergangenen Wochen erhielten viele junge Leute ihre Ausbildungszertifikate und Schüler an Berufsfachschulen ihre Abschlusszeugnisse. Für diese Personengruppe endet somit die Ausbildung und nicht Jeder hat im direkten Anschluss eine Arbeitsstelle oder eine schulische Alternative. Für die Übergangszeit melden sich die Berufseinsteiger arbeitslos. Personaler stellen erfahrungsgemäß nach dem Ende der Sommerferien wieder verstärkt ein.

Mit der zunehmenden Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt macht sich auf der anderen Seite die Herausforderung der Fachkräftegewinnung immer deutlicher bemerkbar “, so Thiele.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Juli 2021 gestiegen. Insgesamt waren 9.471 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 84 Personen oder 0,9 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juli 2021 des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.993 Personen bzw. 17,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Juli 2021 5,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,6 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte).

Kurzarbeit

Im Juli 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 17 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 173 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vormonat Juni waren es 46 Anzeigen und 917 Personen).  

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.268 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 159 Personen bzw. 5,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.769 Personen oder 35,1 Prozent.                                                                           

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 75 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 224 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies minus 1,2 Prozent zum Vormonat bzw. minus 3,5 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.203 Personen und damit 65,5 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                              

Jugendarbeitslosigkeit

981 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 144 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 184 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 17,2 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 15,8 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                          

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 27 Personen oder minus 0,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 592 Arbeitslose weniger (minus 14,8 Prozent). Insgesamt sind 3.405 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                                  

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gesunken. 3.833 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 89,4 Prozent (3.427 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 45 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 488 Personen.                                                                             

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 773 Stellen gemeldet (plus 118 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.758 offene Stellen, 231 mehr als im Vormonat und 806 mehr als im Vorjahresmonat.        

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Der Arbeitsmarkt erholt sich zusehends von den Auswirkungen der Pandemie, die Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen haben in OWL zu weiter sinkender Arbeitslosigkeit geführt. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Mai 2021 um 1,4 Prozent auf 64.641 Personen. Das sind insgesamt 902 Arbeitslose weniger.

Der Juni 2021 ist der dritte Berichtsmonat, dessen Vorjahresmonat ebenfalls bereits unter dem Einfluss der pandemiebedingten Einschränkungen stand. Im Juni 2020 waren 11,2 Prozent oder 8.124 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Beginnend im Frühjahr bis in den Sommer 2020 war, nach Beginn des ersten Lockdown, die Arbeitslosigkeit stark angestiegen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark angestiegen. So sind aktuell 28.401 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 4.663 Menschen oder 19,6 Prozent mehr als im Juni 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen steigt seit Sommer 2020 beständig an.

Die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, ging im Juni im Vergleich zum Vormonat zurück, was saisonal aber üblich ist. Der Bestand lag mit 21.233 freien Stellen um 5.320 Stellen höher als noch vor einem Jahr, das ist ein Plus von 33,4 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.732 Stellen auf 4.507 Neumeldungen, das ist ein Plus von 62,4 Prozent. Das Arbeitskräfteangebot war im Frühjahr bis in den Sommer 2020 hinein massiv eingebrochen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,0 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,4 Prozent), Detmold (5,8 Prozent) und Bielefeld (6,3 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent (Vormonat 5,8 Prozent, Vorjahr 6,4 Prozent).