30.11.2021 | Presseinfo Nr. 86

Kreis Paderborn - Der Arbeitsmarkt im November 2021

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Paderborn
 

„Die Arbeitslosenzahlen sinken im Kreis Paderborn, und zwar deutlich. Erstmals seit Jahren fällt die Zahl unter 8.000 auf genau 7.882 Frauen und Männer“, bilanziert Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn. „Zunehmend geht es um einen Marktausgleich der durch eine immer höhere Nachfrage nach Fachkräften von Seiten der Arbeitgeber gekennzeichnet ist. Beide Seiten sollten sich dieser Herausforderung stellen indem Arbeitgeber bei der Suche nach Mitarbeiter/-innen noch flexiblere Wege gehen und ihre Beschäftigten auch mit unserer finanziellen Hilfe qualifizieren. Die Arbeitssuchenden auf der anderen Seite sind gefordert sich den neuen Anforderungen verstärkt durch Qualifizierung zu stellen. Auch hier können wir mit finanziellen Zuschüssen helfen. Ausbildung und Qualifizierung ist das Gebot der Stunde um die Arbeitslosigkeit noch weiter zu reduzieren und dem Fachkräftebedarf die Stirn zu bieten. Unsere Beratungsfachkräfte helfen gerne und freuen sich auf entsprechende Nachfragen “, so der Agenturchef.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im November 2021 gesunken. Insgesamt waren 7.882 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 282 Personen oder 3,5 Prozent weniger. Im Vergleich zum November des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.856 Personen bzw. 19,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im November 2021 4,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,6 Prozent (minus 1,1 Prozentpunkte).

Kurzarbeit   

Im November 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 20 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 307 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vormonat Oktober waren es 37 Anzeigen und 693 Personen).                                                                   

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.364 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 127 Personen bzw. 5,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.656 Personen oder 41,2 Prozent.                                                                          

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 155 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 200 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies minus 2,7 Prozent zum Vormonat bzw. minus 3,5 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.518 Personen und damit 70,0 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                                 

Jugendarbeitslosigkeit

634 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 44 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 206 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 6,5 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 24,5 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                             

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 97 Personen oder minus 3,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 485 Arbeitslose weniger (minus 13,8 Prozent). Insgesamt sind 3.040 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                              

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gesunken. 3.525 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 89,5 Prozent (3.154 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 126 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 46 Personen.                                                                            

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 634 Stellen gemeldet (plus 16 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.186 offene Stellen, 63 mehr als im Vormonat und 970 mehr als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist den neunten Monat in Folge gesunken, nun auf 56.545 Arbeitslose. Damit nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 1.597 Personen oder 2,7 Prozent ab. Im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 ist die Arbeitslosigkeit von Oktober auf November um 1,2 Prozent gesunken. Auch der Zugang an Arbeitslosen sinkt und ist im Verhältnis zum Vorjahresmonat um 1.446 Personen geringer.

Der Bestand an arbeitslosen Personen sinkt damit erstmalig unter das Niveau von November 2019. So waren im November 2019 in der Arbeitsmarktregion Ostwestfalen-Lippe 1,9 Prozent oder 1.066 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Im Vergleich zum November 2020 ist der Bestand an Arbeitslosen um 9.261 Personen oder 14,1 Prozent gesunken.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark angestiegen. So sind aktuell 26.334 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 528 Menschen oder 2,0 Prozent mehr als im November 2020. Im Vergleich zum November 2019 stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 25,9 Prozent an. Seit Mai dieses Jahres ist ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen weiter an und liegt aktuell bei 46,6 Prozent.

Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen angeboten werden können, verläuft erfreulich. Im November 2021 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.521 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von 430 Stellen oder 10,5 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 25.210 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 29,4 Prozent über dem Niveau des November 2019, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand. Die Arbeitskräftenachfrage war im Frühjahr bis in den Sommer 2020 hinein massiv eingebrochen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (4,9 Prozent) und Bielefeld (5,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent (Vormonat 5,1 Prozent, Vorjahr 5,8 Prozent).