30.06.2021 | Presseinfo Nr. 38

Kreis Paderborn

Der Arbeitsmarkt im Juni

„Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im aktuellen Monat Juni im Kreis Paderborn basiert auf zwei Faktoren“, bilanziert Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn. „Es greift zum einen der saisonale Aufschwung im Zuge der Sommerbelebung, und zum anderen die konjunkturelle Erholung in Hinblick auf den Pandemieverlauf. Sinkende Inzidenzwerte und ein vermehrtes Impfgeschehen beleben unterschiedliche Branchen wie etwa den Tourismus, die Gastronomie und andere Dienstleistungen. Wir können optimistisch Zwischenbilanz ziehen, da die Arbeitslosigkeit im Juni im Kreis Paderborn sowohl im Vergleich zum Vormonat, als auch zum Vorjahresmonat gesunken ist“, so der Agenturchef.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Juni 2021 gesunken. Insgesamt waren 9.387 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 190 Personen oder 2,0 Prozent weniger. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.631 Personen bzw. 14,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Juni 2021 5,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,3 Prozent (minus 0,9 Prozentpunkte).      

Kurzarbeit   

Im Juni 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 29 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 426 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vormonat Mai waren es 35 Anzeigen und 235 Personen).  

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.109 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 139 Personen bzw. 4,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.460 Personen oder 32,0 Prozent.                                                                          

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 51 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 171 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies minus 0,8 Prozent zum Vormonat bzw. minus 2,7 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.278 Personen und damit 66,9 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                      

Jugendarbeitslosigkeit

837 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies unverändert gleich und im gleichen Monat des Vorjahres gab es 166 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 16,6 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                       

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 60 Personen oder 1,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 483 Arbeitslose weniger (minus 12,3 Prozent). Insgesamt sind 3.432 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                             

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gesunken. 3.878 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 89,1 Prozent (3.456 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 47 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 602 Personen.                                                                          

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 655 Stellen gemeldet (minus 19 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.527 offene Stellen, 101 mehr als im Vormonat und 760 mehr als im Vorjahresmonat.   

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Der Arbeitsmarkt erholt sich zusehends von den Auswirkungen der Pandemie, die Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen haben in OWL zu weiter sinkender Arbeitslosigkeit geführt. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Mai 2021 um 1,4 Prozent auf 64.641 Personen. Das sind insgesamt 902 Arbeitslose weniger.

Der Juni 2021 ist der dritte Berichtsmonat, dessen Vorjahresmonat ebenfalls bereits unter dem Einfluss der pandemiebedingten Einschränkungen stand. Im Juni 2020 waren 11,2 Prozent oder 8.124 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Beginnend im Frühjahr bis in den Sommer 2020 war, nach Beginn des ersten Lockdown, die Arbeitslosigkeit stark angestiegen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark angestiegen. So sind aktuell 28.401 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 4.663 Menschen oder 19,6 Prozent mehr als im Juni 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen steigt seit Sommer 2020 beständig an.

Die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, ging im Juni im Vergleich zum Vormonat zurück, was saisonal aber üblich ist. Der Bestand lag mit 21.233 freien Stellen um 5.320 Stellen höher als noch vor einem Jahr, das ist ein Plus von 33,4 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.732 Stellen auf 4.507 Neumeldungen, das ist ein Plus von 62,4 Prozent. Das Arbeitskräfteangebot war im Frühjahr bis in den Sommer 2020 hinein massiv eingebrochen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,0 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,4 Prozent), Detmold (5,8 Prozent) und Bielefeld (6,3 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent (Vormonat 5,8 Prozent, Vorjahr 6,4 Prozent).