25.06.2021 | Presseinfo Nr. 37

Man sollte auch für unbekannte Berufe offen sein

Paderbornerin Vivian Markovic startet in Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen
 

Die Berufswahl ist für viele junge Menschen nicht einfach – insbesondere in diesen Zeiten. Dass Offenheit für Neues, Motivation und etwas Unterstützung und Beratung doch zum Erfolg führen können – das zeigt die Geschichte von Vivian Markovic.

Die 18-jährige aus Paderborn beginnt Anfang September ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen bei der Agentur für Arbeit in Paderborn. Als sie vor circa einem Jahr erste Überlegungen zum Thema Berufseinstieg startete, hätte sie das nicht erwartet: „Ehrlich gesagt habe ich, insbesondere auch wegen der Corona-Pandemie, gar nicht damit gerechnet, dass ich gleich im ersten Jahr meiner Suche einen Ausbildungsplatz finde. Und dass ich tatsächlich bei der Agentur für Arbeit anfangen würde, das hätte ich auch nicht gedacht.“

Im Sommer letzten Jahres hatte Markovic einen ersten Termin bei der Berufsberatung. Damals wusste sie noch nicht genau, was sie machen wollte. Nach einigen Gesprächen mit Berufsberaterin Martina Frenzel war klar, dass es ein Beruf im Bereich Verwaltung oder Büro werden sollte. Dass es da neben klassischen Berufen wie der Bürokauffrau oder der Verwaltungsfachangestellten auch unbekanntere Berufe, wie eben die Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen gibt, das war ihr nicht bekannt. Erfahren hat sie von der Stelle bei der Agentur für Arbeit dann von Martina Frenzel. „Nach der Bewerbung ging alles sehr schnell. Ich hatte einige Tests und natürlich auch ein Vorstellungsgespräch. Das Feedback war da schon gut und ich habe dann auch relativ schnell eine positive Rückmeldung bekommen“, erinnert sich Vivian Markovic.

Heike Kaiser leitet das Team Ausbildung im Personalbereich der Agentur für Arbeit. Gemeinsam mit ihrem Team betreut sie die Auszubildenden in den Agenturstandorten in Meschede, Soest und Ostwestfalen-Lippe. Sie betont die Bedeutung der Ausbildung für die Agentur für Arbeit: „Unsere Altersstruktur in den Agenturen für Arbeit, ist, wie in vielen anderen Betrieben auch, relativ hoch. Deshalb müssen wir jetzt mit Nachwuchskräften die aktuellen und baldigen Renteneintritte kompensieren. Da haben wir natürlich auch viele Quereinsteiger, die bei uns auch großen Erfolg haben und Leistung zeigen. Aber Auszubildende durchlaufen bei uns alle Abteilungen und lernen die gesamte Struktur der Agentur und die jeweiligen Schnittstellen kennen, sodass sie später vielseitig einsetzbar sind. Zu Beginn der Corona-Krise waren die Auszubildenden zum Beispiel auch schnell zur Stelle, um effektiv bei der Bearbeitung der Kurzarbeitergeldanzeigen zu unterstützen.“

Die Vielfältigkeit und die Abwechslungsreiche der Ausbildung war auch das, was Vivian Markovic überzeugt hat. Besonders auf die Praxisphasen freut sie sich. Einen Ausbildungsplatz zu finden ist aber nicht immer einfach, das weiß sie aus dem Freundes- und Bekanntenkreis: „Das ist sehr unterschiedlich. Einige machen eine Ausbildung, andere ein Duales Studium, wieder andere erstmal ein Praktikum, um die Zeit, bis sie eine Ausbildung finden, zu überbrücken. Die meisten haben sich bemüht, bei einigen hat es auch geklappt, bei anderen aber leider nicht.“
Dass die Pandemie-Situation auf die Motivation der Jugendlichen eher hemmend wirkt, das erfährt Berufsberaterin Martina Frenzel in ihrer täglichen Arbeit. „Die Situation hat bei einigen schon zu einer eher resignierten Haltung geführt. Die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts und die allgemeine Verbesserung der Pandemie-Lage in letzter Zeit haben aber schon dafür gesorgt, dass diese Einstellung langsam wieder aufbricht und die Jugendlichen wieder aktiver bei der Ausbildungssuche werden.“

Heike Kaiser erkennt bei den eigenen Auszubildenden im Haus vor allem einen Trend: Den des Alters. „Es sind nicht mehr alle Auszubildenden sechzehn Jahre alt und kommen direkt von der Schule. Wir haben hier die unterschiedlichsten Menschen, von jungen Schulabgängern über Studienabbrechern bis hin zu jungen Erwachsenen, die nach einer Familienphase in die Ausbildung einsteigen wollen, es ist alles dabei. Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren derart verändert, dass bei weitem nicht mehr alle jung eine Ausbildung machen und dann ewig im gleichen Betrieb bleiben. Aber dafür sind wir natürlich offen – wir bewerten weder nach Alter, noch nach anderen persönlichen Merkmalen unserer Bewerber. Für uns ist einzig und allein die Leistung entscheidend.“

Vivian Markovic selbst würde jedem empfehlen, sich trotz der Pandemie um eine Ausbildungsstelle zu bemühen: „Es ist sicher kein Beinbruch, wenn man nichts findet. Aber man sollte es versuchen, damit man auch mit sich selbst im Reinen ist und von sich sagen kann, dass man sein Bestes gegeben hat.“ 

Vor dem Hintergrund, dass sie selbst ihren jetzigen Ausbildungsberuf vor einem Jahr noch gar nicht kannte, betont die zukünftige Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen außerdem: „Man sollte sich auch unbekannteren Berufen, quasi einem Plan B öffnen. Auf diese Optionen sollte man sich einlassen, auch wenn es nicht der ursprüngliche Berufswunsch war und man anfänglich vielleicht etwas unsicher ist.“

Tatsächlich gäbe es viele generell eher unbekannte Ausbildungsberufe, die eine attraktive Alternative zu den gängigen Berufswünschen darstellen, das weiß auch Martina Frenzel. „Interessierte Jugendliche können sich bei allen Themen rund um Berufswahl, Berufsorientierung und Ausbildungssuche immer an uns wenden. Je mehr jungen Menschen wie Vivian Markovic ich auf ihrem Weg in den Beruf erfolgreich helfen kann, desto besser.“

Die Berufsberatung ist telefonisch unter 05251 120 301 oder per Mail unter Paderborn.151-Berufsberatung-vor-dem-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de melden. Gemeinsam suchen die Berater nach den individuell besten Möglichkeiten auf dem Weg in das Berufsleben.

Personen, die an einer Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen interessiert sind können sich unter Bielefeld.IS-Personal-Ausbildung@arbeitsagentur.de oder unter 0521 587 1559 an Heike Kaiser und ihr Team wenden.