Kreis Paderborn - Der Arbeitsmarkt im Januar 2022

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Paderborn

01.02.2022 | Presseinfo Nr. 8

Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn:

„Wie bereits im Dezember vermutet, ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Paderborn im Januar saisonbedingt auf 8.434 Personen angestiegen. Allerdings liegt sie – verglichen mit Januar 2021 weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Selbst vor der Pandemie im Januar 2020 lag die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn noch bei 9.294 Personen. Seit Oktober 2021 liegt die Arbeitslosigkeit jeden Monat unter dem Wert vor der Pandemie. Man kann also von einer kontinuierlichen Erholung auf dem Arbeitsmarkt sprechen. 

Erfreulich ist aktuell auch der Rückgang der Langzeitarbeitslosen. Nicht nur sind diese zum Vormonat um 20 Personen gesunken, verglichen mit Januar 2021 sind im Kreis Paderborn sogar 288 Langzeitarbeitslose weniger gemeldet. Dies zeigt erneut, dass der Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn sehr stabil ist und die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin gut kompensieren kann. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, dass es große Unterscheide zwischen den Branchen gibt und Kurzarbeit – wenn auch niedrigerem Niveau als im vergangenen Jahr – weiter verhindert, dass die Arbeitslosigkeit höher liegt.“

Kurzarbeit
Im Januar 2022 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 75 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 1.504 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte benannt. Im Vormonat waren es 86 Anzeigen und 1.074 Personen. 

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Januar 2022 gestiegen. Insgesamt waren 8.434 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 366 Personen oder 4,5 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen aber um 1.729 Personen bzw. minus 17,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2022 4,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 5,8 Prozent (minus 1,0 Prozentpunkte).                                                                             

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.728 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 270 Personen bzw. 11,0 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.568 Personen oder minus 36,5 Prozent.                                                                              

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II
In der Grundsicherung sind 96 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 161 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 1,7 Prozent zum Vormonat bzw. minus 2,7 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.706 Personen und damit 67,7 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                                

Jugendarbeitslosigkeit
691 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 28 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 190 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf plus 4,2 Prozent zum vorherigen Monat bzw. minus 21,6 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                               

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 118 Personen oder plus 3,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 439 Arbeitslose weniger (minus 12,0 Prozent). Insgesamt sind 3.223 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.                                                              

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gesunken. 3.485 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,1 Prozent (3.139 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 20 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 288 Personen.                                                                                

Stellenangebote
Die Unternehmen aus dem Kreis Paderborn haben in diesem Monat 553 neue Stellen gemeldet (minus 35 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.281 offene Stellen, 147 mehr als im Vormonat und 1.084 mehr als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe 

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Januar 2022 erneut gestiegen. Aktuell sind 58.907 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Personen, die im Januar neu arbeitslos gemeldet wurden, ist im Verhältnis zum Vorjahresmonat um -1.816 Personen gesunken. Im Januar 2022 sind 11.043 neue Arbeitslosmeldungen bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe erfolgt.

Ein Anstieg des Bestandes an arbeitslosen Personen ist im Januar eines Jahres saisonüblich und fällt in diesem Jahr mit +4,0 Prozent geringer aus, als zu erwarten gewesen wäre. So stieg in den vergangenen fünf Jahren die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar durchschnittlich um 6,6 Prozent. Der Bestand an Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe ist in diesem Monat der niedrigste Wert der letzten fünf Jahre.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie stark angestiegen und beträgt aktuell 26.317. Das sind 4.772 Menschen oder 22,1 Prozent mehr als im Januar 2020. Im vergangenen Jahr war ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. So die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr auf Arbeitssuche sind aktuell -1.049 Menschen oder -3,8 Prozent niedriger als im Januar 2021. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt, steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen tendenziell an und liegt aktuell bei 44,7 Prozent (Januar 2021: 39,3%, Januar 2020: 34,4%).

Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen angeboten werden können, verläuft weiterhin sehr erfreulich. Im Januar 2022 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.311 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von +1.035 Stellen oder +31,6 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 25.614 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 41,6 Prozent über dem Niveau des Januar 2020, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,5 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,0 Prozent), Detmold (5,2 Prozent) und Bielefeld (5,8 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent (Vormonat 5,0 %, Vorjahr 6,1 %).