02.11.2022 | Presseinfo Nr. 117

Kreis Paderborn

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Paderborn
 

Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Paderborn ist im Oktober auf 9.102 gestiegen. Das sind 112 Personen mehr als im Vormonat September.   „Die geflüchteten Menschen aus der Ukraine, die seit dem Übergang der Zuständigkeit in die Grundsicherung auch statistisch als arbeitslos geführt werden, machen seit Juni einen hohen Anteil an Zugängen in die Arbeitslosigkeit aus. Die Hoffnung ist groß, dass diese Menschen nach dem erfolgreichen Abschluss eines Sprachkurses zur Verringerung des Fachkräftebedarfs beitragen können“, erläutert Heinz Thiele, Leiter der Paderborner Agentur für Arbeit. Dass die Zahl der Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nahezu konstant geblieben ist, bestätigt die immer noch gute Situation auf dem Arbeitsmarkt. Lediglich um neun Personen weicht die Statistik im Oktober nach oben ab. Zudem gab es im Oktober insgesamt 3.463 offene Stellen im Bestand. 450 davon wurden allein in diesem Monat von Unternehmen im Kreis Paderborn gemeldet. „Der Arbeitsmarkt ist also nach wie vor aufnahmefähig. Arbeitgeber die vor dem Hintergrund der aktuellen konjunkturellen Prognosen planen, Personal aus Kostengründen zu entlassen, sollten dies genau prüfen, da die Suche nach qualifiziertem Personal in besseren Zeiten auf lange Sicht problematisch bleiben wird“, so der Agenturchef.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Oktober 2022 gestiegen. Insgesamt waren 9.102 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 112 Personen oder 1,2 Prozent mehr. Im Vergleich zum Oktober 2022 des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 938 Personen bzw. 11,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Oktober 2022 5,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,7 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.489 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 9 Personen bzw. 0,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 2 Personen oder 0,1 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 103 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 940 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 1,6 Prozent zum Vormonat bzw. plus 16,6 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.613 Personen und damit 72,7 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

796 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 30 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 118 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 3,6 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 17,4 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                               

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (plus 70 Personen oder plus 2,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 244 Arbeitslose mehr (7,8 Prozent). Insgesamt sind 3.381 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gestiegen. 3.208 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 91,1 Prozent (2.921 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 34 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 443 Personen.

Stellenangebote

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 450 Stellen gemeldet (minus 63 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.463 offene Stellen, 26 mehr als im Vormonat und plus 340 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe geht weiter zurück. Aktuell sind 61.447 Personen arbeitslos gemeldet, das ist ein Minus zum Vormonat um -342 Menschen oder -0,6 Prozent. Im Vergleich zum Oktober 2022 liegt die Arbeitslosigkeit dagegen um +3.005 Menschen oder +5,2 Prozent höher. Die Arbeitslosmeldungen im aktuellen Monat fallen mit 12.544 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat ebenso deutlich um +2.338 höher aus.

Erstmals seit Juni 2022 ist die Zahl arbeitslos gemeldeter Ausländer gesunken. So sind in diesem Berichtsmonat 22.556 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Minus zum Vormonat um -236 Personen. Der Bestand arbeitslos gemeldeter Menschen aus der Ukraine ist in OWL im Vergleich zum Vormonat um -310 Personen oder -6,1% gesunken.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist wieder leicht zurückgegangen. Im aktuellen Berichtsmonat sind 24.536 Personen länger als ein Jahr auf Arbeitssuche. Das sind 16,9 Prozent mehr als im Oktober 2019, aber 9,1 Prozent weniger als zum Oktober 2021. Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen Arbeitslosen ist aktuell mit 40,1 Prozent weiterhin hoch (2021: 46,4 %, 2020: 37,6 %, 2019: 36,4 %, jeweils Oktober).

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen, welche durch Jobcenter und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden können, geht aktuell weiter zurück und beträgt im Berichtsmonat 26.209 Stellen. Das ist aber immer noch ein Plus zum Vorjahresmonat um +1.168 Stellen oder +4,7 Prozent. Das Stellenangebot bewegt sich damit immer noch auf einem vergleichsweisen hohen Niveau. Im Oktober 2022 wurden 3.440 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden damit -1.299 Stellen oder -27,4 Prozent weniger gemeldet. Damit zeigen sich unverändert die Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheiten mit Blick auf die Preissteigerungen und Energiekosten sowie Lieferengpässe. Arbeitgeber sind vorsichtig mit der Meldung neuer Arbeitsstellen und stellen weniger Arbeitskräfte neu ein. Dass gemeldete Arbeitsstellen jedoch zu einem großen Teil nicht zurückgezogen werden zeigt, dass Arbeitgeber trotz aller Risiken grundsätzlich an der Einstellung passender Kräfte, vor allem auf Fachkraftebene, interessiert sind.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Kreis Höxter (4,0 %) und im Kreisen Gütersloh (4,0 %), gefolgt von Kreis Paderborn (5,2 %), Kreis Lippe (5,2 %), Kreis Herford (5,3 %), Kreis Minden-Lübbecke (5,5 %) und der Stadt Bielefeld (7,9 %). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent (Vormonat 5,4 %, Vorjahr 5,1 %).