02.09.2020 | Presseinfo Nr. 64

Kreis Paderborn - Der Arbeitsmarkt im August

„Die gute Nachricht zuerst: Die Arbeitslosigkeit im Kreis Paderborn ist im August gesunken“, so die Kurzbilanz von Sebastian Placke, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn.“

„Gleichwohl fehlt es dem Stellenmarkt im Kreis an Dynamik, um das Geschehen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt voran zu bringen, was angesichts der Unsicherheiten der Pandemie nachvollziehbar ist. Die Agentur für Arbeit Paderborn appelliert deshalb an Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Arbeitsuchende, den in vielen Wirtschaftszweigen erzwungenen Stillstand am Arbeitsmarkt für Weiterbildung und Qualifizierung zu nutzen, um sich nachhaltig fit zu halten oder fit zu machen für die unterneh-merischen und beruflichen Herausforderungen der nahen und mittelfristigen Zukunft. „Nicht nur die Pandemie verändert betriebswirtschaftliche und strukturelle Entwicklungen, sondern auch die fortschreitende Digitalisierung sowie der demografische Wandel. Diese Prozesse sollten auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt mit in Betracht gezogen werden. Unternehmen und Bewerber unterstützt die Paderborner Arbeitsagentur hierbei mit sachkundiger Beratung, und im Einzelfall gegebenenfalls auch durch finanzielle Mittel.“ Placke: „Sprechen Sie uns an! - Wir entwickeln zusammen mit ihnen Strategien.“

Kurzarbeitergeld

Im August 2020 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Paderborn 33 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 587 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat sind das 32 Anzeigen weniger und 726 Personen weniger.
Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat März im Kreis Paderborn bekannt. Demnach gab es im Kreis im Monat März 2020 1.144 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 8.676 betroffene Kurzarbeiter. Für den Agenturbezirk Paderborn (Kreis Höxter und Paderborn) liegen auch Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat April vor. Demnach waren im Agenturbezirk Paderborn im April 3.077 Betriebe mit 30.843 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Im März waren es im Bezirk 1.633 Betriebe mit 11.507 Beschäftigten.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Paderborn im August 2020 gesunken. Insgesamt waren 11.275 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 189 Personen oder 1,6 Prozent weniger. Im Vergleich zum August des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 2.220 Personen bzw. 24,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im August 2020 6,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,2 Prozent (plus 1,2 Prozentpunkte).       

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.978 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um -59 Personen bzw. -1,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 1.522 Personen oder 44,0 Prozent. 

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 130 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 698 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies minus 2,0 Prozent zum Vormonat bzw. plus 12,5 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 6.297 Personen und damit 55,8 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.    

Jugendarbeitslosigkeit

1.162 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch drei mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 196 weniger arbeits-lose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 0,3 Prozent zum vorherigen Monat bzw. plus 20,3 Prozent im Vorjahresvergleich.       

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (minus 79 Personen oder minus 2,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 621 Arbeitslose mehr (18,8 Prozent). Insgesamt sind 3.918 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Paderborn betroffen.  

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Paderborn im Berichtsmonat gestiegen. 3.395 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 87,5 Prozent (2.972 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 50 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 450 Personen.     

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 470 Stellen gemeldet (minus 116 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 2.015 offene Stellen, 63 mehr als im Vormonat und 688 weniger als im Vorjahresmonat. 

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Im August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe erstmalig seit dem pandemiebedingten Lockdown gesunken. So ging in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Juli 2020 um 0,6 Prozent auf 74.343 Personen zurück. Das sind insgesamt 456 Arbeitslose weniger.

Im August 2019 waren 22,4 Prozent oder 13.630 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im August auf einem deutlich geringeren Niveau. Der Bestand lag mit 16.864 freien Stellen um 4.045 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.066 Stellen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,9 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (6,3 Prozent), Bielefeld (6,9 Prozent) und Detmold (7,0 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent.