31.08.2021 | Presseinfo Nr. 36

Der Arbeitsmarkt im Urlaubsmodus

  • Zahl der Arbeitslosen im August 2021: 5.650
  • Arbeitslosenquote mit 3,1 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat und um 0,8 Prozentpunkte niedriger als im August 2020
  • Bestand der gemeldeten Stellen aktuell bei 3.530; 7,6 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat
  • kurzzeitiger Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat bei den 15 bis unter 25-jährigen durch Schul- und Ausbildungsende
  • 1.335 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt, 141 Jugendliche suchen noch einen passenden Ausbildungsplatz

Veränderung zum Vormonat in %

August 2021

Veränderung zum Vorjahresmonat in %

1,6

5.650

Arbeitslose

-19,8

21,3

654

Jugendliche unter 25 Jahren

-31,1

0,2

1.656

Langzeitarbeitslose

31,7

7,6

3.530

Gemeldete Stellen 2)

69,4

16,3

1.490

Zugang an Arbeitslosen

-6,3

-14,1

1.414

Abgang an Arbeitslosen

-1,5

0,1

3,1 %

Arbeitslosenquote 1)

-0,8

1. Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen; Veränderung in Prozentpunkten

2. Bei den gemeldeten Arbeitsstellen handelt es sich um ungeförderte Arbeitsstellen ohne selbstständige/freiberufliche Tätigkeiten und ohne Stellen der privaten Arbeitsvermittlung

Minimaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im August waren insgesamt 5.650 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 1,6 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 3,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt im August damit um 0,8 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats (minus 1.395 Personen) und um 0,1 Prozentpunkte höher als im Juli 2021 (plus 89 Personen). Vor der Krise im August 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 2,7 Prozent und damit um nur 0,4 Prozentpunkte niedriger als im aktuellen Berichtsmonat.

„Der minimale Anstieg der Arbeitslosigkeit im aktuellen Berichtsmonat ist saisonal bedingt. Besonders bei jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren kommt es alljährlich im August zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit. Ein Grund dafür ist vor allem das Ende der Schul- und Berufsausbildungen und die damit verbundene berufliche Neuorientierung. Im Allgemeinen zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Region Passau, der im Hochsommer bedingt durch Ferien- und Urlaubszeiten etwas an Dynamik verliert, als sehr stabil“, kommentiert Dr. Klaus Stein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, die Lage im Agenturbezirk Passau.

Zugang und Abgang an Arbeitslosigkeit

Im August meldeten sich 1.490 Personen neu oder erneut arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat ist eine Zunahme der Zugangszahlen um 16,3 Prozent (plus 209 Personen) zu verzeichnen. Demgegenüber stehen 1.414 Personen, die im August ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Im Monatsvergleich mit Juli 2021 sind dies 233 Personen (minus 14,1 Prozent) weniger, die ihre Beschäftigungslosigkeit beenden konnten.

Die Arbeitskräftenachfrage

Im Juli waren im Bestand der Arbeitsagentur Passau 3.530 Arbeitsstellen gemeldet. Der Stellenbestand stieg dabei im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.446 Stellen (plus 69,4 Prozent) an. Die Arbeitgeber meldeten im August 842 Stellenangebote. Dies sind zwar 65 Arbeitsstellen weniger als noch vor einem Monat (minus 7,2 Prozent), dennoch ist insgesamt eine deutliche Nachfrage nach Arbeitskräften spürbar.

Der Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2020 wurden der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Passau 3.398 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 9,5 Prozent (minus 356 Ausbildungsstellen) weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt haben sich seit Oktober 1.542 Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle bei der Berufsberatung gemeldet. Das sind 12,4 Prozent (minus 218 Bewerberinnen/Bewerber) weniger als im Vorjahreszeitraum. Rein rechnerisch kommen aktuell auf jeden gemeldete Bewerber 2,2 Ausbildungsstellen.

Die Entwicklung der Kurzarbeit

Die Neuanzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld sind aktuell stark rückgängig. Im August wurden von 9 Betrieben 47 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Pandemie stellten im Agenturbezirk Passau alles in allem 6.071 Betriebe eine Anzeige auf konjunkturelle Kurzarbeit. Dies entspricht 72.930 in den Anzeigen genannten Personen. Die Entwicklung der realisierten Kurzarbeit ist stark zeitverzögert, da Arbeitgeber bis zu 3 Monate Zeit haben um diese abzurechnen.

Hochgerechnete Daten zur realisierten Kurzarbeit ergeben für April 2021 eine Kurzarbeiterquote von 11,1 Prozent mit einem Stand von 1.900 Betriebe und 14.117 Personen in Kurzarbeit.