28.10.2021 | Presseinfo Nr. 50

Gute Entwicklung am herbstlichen Arbeitsmarkt

  • Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2021: 4.936
  • Arbeitslosenquote mit 2,7 Prozent um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat und um 0,7 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat
  • Arbeitslosenzahl Vorjahresvergleich: 6.166 Personen (3,4 Prozent)
  • Arbeitslosenzahl im Oktober 2019: 4.474 Personen (2,5 Prozent)
  • Ausbildungssituation trotz Krise im Berichtsjahr 2020/2021 durchaus zufriedenstellend
  • Bewerberangebot 2020/2021 im Vergleich zum Berichtsjahr 2019/2020 um 12,1 Prozent rückgängig
  • Angebot an Berufsausbildungsstellen 2020/2021 um 8,7 Prozent gesunken
  • 24 unversorgte Bewerber/innen im September 2021

Veränderung zum Vormonat in %

Oktober 2021

Veränderung zum Vorjahresmonat in %

-8,7

4.936

Arbeitslose

-19,9

-28,7

398

Jugendliche unter 25 Jahren

-39,6

-7,1

1.547

Langzeitarbeitslose

15,2

1,7

3.715

Gemeldete Stellen 2)

64,2

-1,2

1.354

Zugang an Arbeitslosen

-8,1

11,5

1.826

Abgang an Arbeitslosen

-2,2

-0,3

2,7 %

Arbeitslosenquote 1)

-0,7

1) Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen; Veränderung in Prozentpunkten
2) Bei den gemeldeten Arbeitsstellen handelt es sich um ungeförderte Arbeitsstellen ohne selbstständige/freiberufliche Tätigkeiten und ohne Stellen der privaten Arbeitsvermittlung

 

Annäherung an das Vorkrisenniveau

Im Oktober waren insgesamt 4.936 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 8,7 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat und 19,9 Prozent weniger als im Oktober 2020. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote im Oktober liegt damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats (minus 469 Personen) und um 0,7 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres (minus 1.230 Personen). Im Oktober 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 2,5 Prozent – die Abweichung von der aktuellen Arbeitslosenquote ist mit 0,2 Prozentpunkte marginal.

„Der Arbeitsmarkt im Oktober entwickelte sich besonders positiv. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Septemberwert erneut gesunken und weist mit 2,7 Prozent den bisher niedrigsten Stand seit Beginn der Krise auf. Die Zahl der Arbeitslosen ging deutlich zurück. Insgesamt betrachtet fanden etwas mehr Abgänge in Erwerbstätigkeit (588 Personen), als Zugänge aus dem Verlust der Erwerbstätigkeit (585 Personen), statt. Der Bedarf an Arbeitskräften ist erfreulicherweise hoch. Dies zeigt sich auch in den Stellenmeldungen, die seit ein paar Monaten wieder stark zunehmen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt überdies erstmalig über dem Vorkrisenniveau, Stellenbestand Oktober 2019: 3.504 Stellen. Auch der Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bestätigt dies. Der bisher höchste Beschäftigungsstand für ein Frühjahr wurde im März 2021 mit 128.233 Personen erreicht“, kommentiert Dr. Klaus Stein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, die aktuellen Werte.

Zugang und Abgang an Arbeitslosigkeit

Im Oktober meldeten sich 1.354 Personen arbeitslos, 17 Personen weniger mehr als im September. Gleichzeitig beendeten 1.826 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 189 mehr als im Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage

Der aktuelle Berichtsmonat zeichnet einen Bestand von 3.715 gemeldeten Arbeitsstellen im Agenturbezirk aus. Die Arbeitgeber meldeten im Oktober 773 neue Arbeitsstellen, dies entspricht einem Plus von 38 Stellenangeboten gegenüber dem Vormonat. Insbesondere aus den Branchen Verarbeitendes Gewerbe und Freiberufliche sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen wurden deutlich mehr Stellenangebote gemeldet.

Entwicklung der Kurzarbeit

Im Agenturbezirk Passau stellten seit Beginn der Pandemie insgesamt 6.120 Betriebe eine Anzeige auf konjunkturelle Kurzarbeit, dies entspricht 74.600 in den Anzeigen genannten Personen. Im Kalendermonat Oktober wurden von 24 Betrieben 839 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Hochgerechnete Daten zur realisierten Kurzarbeit ergeben für den Monat Juni 2021 eine Kurzarbeiterquote von 5,3 Prozent. Dies sind 1.185 Betriebe und 6.831 Personen in Kurzarbeit.

Ausbildungsmarktbilanz 2020/2021

Während des Beratungsjahres 2020/2021 meldeten sich 1.568 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Agentur für Arbeit Passau. Dies waren im Vergleich zum Vorjahr 216 Bewerber/innen (minus 12,1 Prozent) weniger. Die Agentur für Arbeit Passau konnte den Jugendlichen 3.468 Ausbildungsstellen anbieten, 332 weniger als vor einem Jahr (minus 8,7 Prozent).

„Die Auswahl an Berufsausbildungsstellen ist – trotz Krise – sehr gut und die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe grundsätzlich als hoch einzustufen. Aktuell sind im Berufsberatungsjahr 2020/2021 rein rechnerisch 2,21 Ausbildungsstellen pro Bewerberin/Bewerber vorhanden. Bei den Ausbildungsbetrieben ist im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung eine zurückhaltendere Planung feststellbar. Demzufolge kam es zu einer reduzierten Anzahl an übermittelten Ausbildungsplätzen. Das Team der Berufsberatung konnte, aufgrund der Lockdown-Situation und somit fehlenden persönlichen Beratung, weniger Schülerinnen und Schüler für einen Ausbildungsplatz akquirieren. Dennoch haben sich fast 70 Prozent der gemeldeten Bewerber/innen für die Aufnahme einer Berufsausbildung entschieden. Der Trend zur höheren Bildung ist hingegen weiter spürbar. So haben – ähnlich wie im Berichtsjahr 2019/2020 – 16,5 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium gewählt. Die Sicherung der zukünftigen Fachkräfte ist für viele Unternehmen ein wichtiger Bestandteil, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Betriebe konkurrieren nicht nur miteinander um Bewerber, sondern auch mit weiterführenden Schulen und universitären Einrichtungen“, führt Stein aus.

Merkmale der Ausbildungsplatzsuchenden

Von den 1.568 Ausbildungsplatzsuchenden sind 915 männlich und 653 weiblich. 30 Prozent der Bewerber/innen haben einen Hauptschulabschluss, 41 Prozent schlossen mit Mittlerer Reife ab und 18 Prozent verfügen über Fachhochschul- bzw. Hochschulreife.

Dienstleistungsangebot der Berufsberatung

Beinahe allen Bewerberinnen und Bewerbern, welche das Dienstleistungsangebot der Agentur für Arbeit Passau in Anspruch nahmen, konnten Berufsausbildungsstellen vermittelt oder entsprechende Alternativen angeboten werden. Das Angebot einer Einstiegsqualifizierung, ausbildungsbegleitenden Hilfe oder assistierten Ausbildung steht, sowohl den Betrieben als auch schwächeren Bewerbern, als Unterstützung und Sicherung des Ausbildungserfolges zur Seite. Zum Stichtag 30. September hatten 24 Bewerberinnen und Bewerber noch keine Zusage, beziehungsweise sich noch nicht für einen Ausbildungsplatz entschieden. Demgegenüber stehen 683 unbesetzte Ausbildungsstellen, 83 weniger als im Vorjahr. Folglich konnten rund 28 Prozent, aller der Arbeitsagentur gemeldeten Ausbildungsstellen, nicht besetzt werden.

Top 10 Berufswünsche der Bewerberinnen und Bewerber: Platz 1: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Platz 2: Medizinische/r Fachangestellte/r, Platz 3: Kaufmann/-frau – Büromanagement, Platz 4: Kfz-Mechatroniker/in – PKW-Technik, Platz 5: Industriekaufmann/-frau, Platz 6: Fachinformatiker/in – Anwendungsentwicklung, Platz 7: Verkäufer/in, Platz 8: Elektroniker/in – Energie- und Gebäudetechnik, Platz 9: Verwaltungsfachangestellte/r – Kommunalverwaltung, Platz 10: Zerspanungsmechaniker/in.

Top 10 der gemeldeten Ausbildungsberufe: Platz 1: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Platz 2: Kaufmann/-frau – Büromanagement, Platz 3: Verkäufer/in, Platz 4: Fachkraft – Lagerlogistik, Platz 5: Zerspanungsmechaniker/in, Platz 6: Kfz-Mechatroniker/in – PKW-Technik, Platz 7: Anlagenmechaniker/in – Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Platz 8: Elektroniker/in – Energie- und Gebäudetechnik, Platz 9: Hotelfachmann/-frau, Platz 10: Koch/Köchin.

Resümee: Die Chance, den gewünschten Ausbildungsplatz unter den TOP 10 zu finden, wird durch die Tatsache erhöht, dass sechs Ausbildungsberufe unter den TOP 10 mit den Wunschvorstellungen der Jugendlichen deckungsgleich sind. Darüber hinaus sollten die Jugendlichen immer auch Alternativen für sich prüfen, um erfolgreich eine Ausbildung zu beginnen.