29.10.2020 | Presseinfo Nr. 50

Leichte Erholung am getrübten Arbeitsmarkt. Ausbildungsmarkt trotzt Herausforderungen und zeigt positive Bilanz

- Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2020: 6.166

- Arbeitslosenquote mit 3,4 Prozent um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat und um 0,9 Prozentpunkte höher als zum Vorjahresmonat

- Angebot an Berufsausbildungsstellen 2019/2020 um 6,6 % gesunken

- Bewerberangebot 2019/2020 leicht rückgängig: -2,3 %

 

Veränderung zum Vormonat in % Oktober 2020 Veränderung zum Vorjahresmonat in %
-5,8 6.166 Arbeitslose 37,8
-14,2 659

Jugendliche unter 25 Jahren

41,4
4,6 1.343

Langzeitarbeitslose

50,1
1,5 2.262 Gemeldete Stellen 2) -35,4
-0,5 1.474 Zugang an Arbeitslosen -10,2
-5,6 1.868 Abgang an Arbeitslosen 3,0
-0,2 3,4 %

Arbeitslosenquote 1)

0,9


Im Oktober waren insgesamt 6.166 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 5,8 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat und 37,8 Prozent mehr als im Oktober 2019. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 3,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote im Oktober liegt damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats (minus 383 Personen) und um 0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres (plus 1.692 Personen). Im Oktober meldeten sich 1.474 Personen arbeitslos, das waren 8 Personen weniger mehr als im September. Gleichzeitig beendeten 1.868 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 111 weniger als im September. Die Zahl der Personen, die sich aufgrund von Entlassungen oder Aufgabe ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet haben, ist von April bis Oktober im Vorjahresvergleich angestiegen. Im selben Zeitraum sind die Beschäftigungsaufnahmen aus Arbeitslosigkeit heraus gesunken.

„Der Arbeitsmarkt im Oktober zeigt eine leichte Erholung von der noch anhaltenden Krise an. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Septemberwert erneut gesunken und weist mit 3,4 Prozent den bisher niedrigsten Stand in 2020 aus. Insgesamt betrachtet haben erfreulicherweise mehr Abgänge in die Erwerbstätigkeit (642 Personen), als Zugänge aus dem Verlust der Erwerbstätigkeit (620 Personen) stattgefunden“, kommentiert Dr. Klaus Stein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, die aktuellen Werte. Der aktuelle Berichtsmonat zeichnet einen Bestand von 2.262 gemeldeten Arbeitsstellen im Agenturbezirk aus. Arbeitgeber meldeten im Oktober 609 neue Arbeitsstellen. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften entspricht in etwa den Vorjahreswert und zeigt eine Stabilisierung der derzeitigen Lage auf“, erklärt Dr. Stein.

Im Agenturbezirk Passau stellten seit Beginn der Pandemie insgesamt 4.324 Betriebe eine Anzeige auf konjunkturelle Kurzarbeit, dies entspricht 58.447 in den Anzeigen genannten Personen. Im Kalendermonat Oktober wurden von 58 Betrieben 523 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Der höchste Wert an Kug-Anzeigen wurde im Frühjahr erreicht und ist seitdem wieder stark rückgängig. Die Entwicklung der realisierten Kurzarbeit ist stark zeitverzögert, da Arbeitgeber bis zu 3 Monate Zeit haben um diese abzurechnen. Für den Monat Juni haben 2.122 Unternehmen für 24.513 Personen Kurzarbeit abgerechnet.

Ausbildungsmarktbilanz 2019/2020 der Agentur für Arbeit Passau:

Während des Beratungsjahres 2019/2020 meldeten sich 1.784 Ausbildungsplatzbewerber bei der Agentur für Arbeit Passau. Dies waren im Vergleich zum Vorjahr 42 Bewerber weniger (minus 2,3 Prozent). Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Agenturbezirk ist trotz Krise als hoch einzustufen. Die Agentur für Arbeit Passau konnte den Jugendlichen 3.800 Ausbildungsstellen anbieten, 270 weniger als vor einem Jahr (minus 6,6 Prozent). „Aktuell sind im Berufsberatungsjahr 2019/2020 rein rechnerisch 2,13 Ausbildungsstellen pro Bewerber vorhanden. Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist trotz des leichten Rückgangs an Ausbildungsstellenangeboten und gemeldeten Bewerbern mit den Vorjahren vergleichbar und zeigte sich während der kritischen Monate durchaus stabil. Für die sinkenden Schülerzahlen ist mitunter auch der demografische Wandel verantwortlich, der sich ungünstig auf die Besetzung von Ausbildungsstellen auswirkt. Die Auswahl an Ausbildungsstellen ist für die Bewerber dafür umso größer. Fast 70 Prozent der gemeldeten Bewerber haben sich für die Aufnahme einer Berufsausbildung entschieden, 16,5 Prozent für einen weiteren Schulbesuch       oder ein Studium. Die Sicherung der zukünftigen Fachkräfte ist für viele Unternehmen ein wichtiger Bestandteil, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Betriebe konkurrieren nicht nur miteinander um Bewerber, sondern auch mit weiterführenden Schulen und universitären Einrichtungen“, führt Stein aus.

Die Top-Ten-Berufe der letzten Jahre haben sich nur geringfügig hinsichtlich der Rangfolge geändert. Wunschberufe bei den Mädchen sind insbesondere Medizinische Fachangestellte, Kauffrau - Büromanagement, Kauffrau - Einzelhandel und Industriekauffrau. Junge Männern interessieren sich vor allem für Berufe wie Kfz-Mechatroniker, Kaufmann – Einzelhandel, Industriemechaniker und Fachinformatiker, die unter den zahlreichen Berufsmöglichkeiten an oberster Stelle rangieren.

Von den 1.784 Ausbildungsplatzsuchenden waren 999 männlich und 785 weiblich. Knapp 30 Prozent hatten den Hauptschulabschluss, 46 Prozent Mittlere Reife, 18 Prozent Fachhochschul- bzw. Hochschulreife. Der Anteil der Bewerber und Bewerberinnen ohne Hauptschulabschluss lag bei unter einem Prozent.

Beinahe allen Bewerberinnen und Bewerber, welche das Dienstleistungsangebot der Agentur für Arbeit Passau am Übergang von der Schule in die Ausbildung in Anspruch nahmen, konnten Berufsausbildungsstellen im dualen System vermittelt oder entsprechende Alternativen angeboten werden. Das Angebot von Einstiegsqualifizierungen, ausbildungsbegleitender Hilfen und der assistierten Ausbildung, steht sowohl den Betrieben als auch vermeintlich schwächeren Bewerbern als Unterstützung und Sicherung des Ausbildungserfolges zur Seite. Zum Stichtag 30. September hatten 37 Bewerberinnen und Bewerber noch keine Zusage beziehungsweise sich noch nicht für einen Ausbildungsplatz entschieden. Demgegenüber stehen 766 unbesetzte Ausbildungsstellen, 53 weniger als im Vorjahr. Folglich konnten 20,7 Prozent aller der Arbeitsagentur gemeldeten Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Offene Ausbildungsstellen gibt es vorwiegend im Einzelhandel und im Bereich Anlagenmechanik (Sanitär-/Heizung-Klimatechnik), Bürobereich sowie Verkauf (Lebensmittelhandwerk).