04.11.2020 | Presseinfo Nr. 48

Bilanz zum Ausbildungsjahr 2019/2020

- Firmen aus der Region suchten rund eintausend Azubis
- zum Ende des Ausbildungsjahres fehlten Bewerber
- Berufswünsche nahezu unverändert

I. Überblick

„Die Herausforderungen seit dem Frühjahr haben mit Blick auf die Bilanz des letzten Ausbildungsjahres wenige Spuren hinterlassen. Nach Unterbrechung der persönlichen Kontakte, insbesondere auch durch die Schulschließungen, haben sich die Jugendlichen und unsere Beraterinnen und Berater über neue Kommunikationswege finden müssen. Das hat den Prozess verlangsamt, am Ende konnte jedoch für die meisten auch in diesem besonderen Jahr der Übergang von der Schule in eine Ausbildung ohne große Stolpersteine verlaufen. Die Ausbildungssituation in der Region ist immer noch komfortabel und unsere hiesigen Unternehmen suchen flächendeckend jungen Nachwuchs. Schülerinnen und Schüler im Landkreis haben nach wie vor viele Möglichkeiten für einen guten Berufsstart und daran anschließende berufliche Perspektiven. Mehr als 130 verschiedene Ausbildungsberufe in der Region wurden allein über uns angeboten. Mehr als jede dritte Lehrstelle kam von Firmen des Verarbeitenden Gewerbes. Aber auch im Baugewerbe und Handel wird dringend Fachkräftenachwuchs benötigt", fasst die Pirnaer Arbeitsagenturchefin das Ausbildungsjahr zusammen.

„Zum Ende des Ausbildungsjahres gab es dieses Jahr dennoch rund 90 Bewerberin-nen und Bewerber, die noch ohne Lehrstelle waren. Hier bleibt unsere Berufsberatung trotz Abstandsregeln ganz nah an den Jugendlichen dran, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Bleibt auch die Nachvermittlung ohne Erfolg wird der Ausbildungsstart für nächstes Jahr vorbereitet und angebahnt. Das kann mit einem längeren geförderten Praktikum, der sogenannten Einstiegsqualifizierung, gelingen. Diese Zeit kann dann eventuell auf eine anschließende Ausbildung angerechnet werden und Ausbildungsbetriebe können sich damit schon jetzt ihre Azubis für das nächste Jahr sichern. Im Vergleich zum Vorjahr blieben über 13 Prozent unserer gemeldeten Lehrstellen und damit mehr als letztes Jahr unbesetzt", kommentiert Gerlinde Hildebrand die Ausbil-dungsbilanz 2019/2020.

II. Bewerber

Im Ausbildungsjahr 2019/2020, welches von Anfang Oktober 2019 bis Ende Septem-ber 2020 lief, nahmen insgesamt 1.265 Bewerber die Berufsberatung und Ausbil-dungsplatzvermittlung der Agentur für Arbeit Pirna in Anspruch. Damit ging die Bewer-berzahl im Vergleich zum letzten Jahr um 39 Personen erneut zurück, was einem Mi-nus von 3,0 Prozent entsprach.

Die Bewerberlage entwickelte sich in den Regionen unterschiedlich.

  • Pirna 586 Bewerber (minus 0,2 Prozent)
  • Dippoldiswalde 140 Bewerber (minus 19,5 Prozent)
  • Freital 386 Bewerber (minus 4,2 Prozent)
  • Sebnitz 153 Bewerber (plus 9,3 Prozent)

Am Ende des Berufsberatungsjahres blieben in der Agentur für Arbeit Pirna noch 89 Jugendliche unversorgt, also ohne Ausbildungsplatz. Das war mit sieben Prozent ein höherer Anteil an allen gemeldeten Bewerbern und 22 mehr als im vergangenen Jahr.

Die Bewerber werden weiterbetreut und bei der Vermittlung von Ausbildungsstellen unterstützt. Insbesondere in der Nachvermittlungszeit arbeiten die Ausbildungsspezialisten in der Berufsberatung und dem Arbeitgeber-Service eng mit den Kammern zusammen. Für einige Jugendliche werden auch betriebliche Einstiegsqualifizierungen und berufsvorbereitende Maßnahmen initiiert, die dazu dienen, den Jugendlichen die Vermittlung in eine berufliche Ausbildung im kommenden Berichtsjahr zu ermöglichen.

III. Berufsausbildungsstellen

Unternehmen aus dem Landkreis meldeten 1.008 Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Pirna und damit weniger als im Jahr zuvor. Das entsprach einem Minus von 108 oder 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ging in allen Regionen zurück.

  • Pirna 448 Stellen (minus 7,1 Prozent)
  • Dippoldiswalde 153 Stellen (minus 20,3 Prozent)
  • Freital 319 Stellen (minus 7,8 Prozent)
  • Sebnitz 88 Stellen (minus 8,3 Prozent)

IV. Bewerber – Stellen – Relation

Setzt man die gemeldeten Bewerber in Beziehung zu den gemeldeten Ausbildungsstellen, so war das Verhältnis im Vergleich zum Vorjahr ungünstiger. Rein rechnerisch standen jedem Bewerber 0,80 Ausbildungsstellen gegenüber (Vorjahr 0,86).

Wie in den vergangenen Jahren auch gab es eine regionale Besonderheit im Ge-schäftsbereich Dippoldiswalde. Hier waren mehr Lehrstellen als Bewerber für die Region gemeldet. Das Verhältnis lag wie bereits im Vorjahr bei 1,1 Ausbildungsstellen je Bewerber.

V. TOP 10 der Berufswünsche

Seit Jahren dominieren ähnliche Berufswünsche die Hitlisten. Insbesondere die Berufe im Handel stehen dabei nach wie vor an der Spitze der TOP 10.

  • Verkäufer/in - 116
  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel - 71
  • Kfz-mechatroniker/in - PKW-Technik - 55
  • Fachlagerist/in - 52
  • Kaufmann/-frau - Büromanagement - 46
  • Tischler/in - 43
  • Koch/Köchin - 25
  • Industriekaufmann/-frau - 22
  • Mechatroniker/in - 21
  • Medizinische/r Fachangestellte/r - 20

Zahlreiche Bewerber favorisierten geschlechterübergreifend Ausbildungsberufe im Handel. Der Berufswunsch Kfz.mechatro-niker/in für Pkw-Technik belegte erneut Rang Drei der TOP 10, wurde jedoch zumeist von männlichen Bewerbern nachgefragt.

Geschlechtsspezifisch fielen die Berufswünsche unterschiedlich aus.

Neben den Berufen im Handel waren bei weiblichen Bewerberinnen auch andere kauf-männische oder medizinische Ausbildungen beliebt. Männliche Bewerber suchten ver-stärkt im gewerblich-technischen Bereich oder im Handwerk Lehrstellen.

VI. TOP 10 der gemeldeten Berufsausbildungsstellen

Betriebe aus dem Landkreis meldeten im letzten Ausbildungsjahr insbesondere Berufsausbildungsstellen im Handel. Zudem wurde im gewerblich-technischen Bereich dringend Nachwuchs gesucht.

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel - 55
  • Verkäufer/in - 51
  • Elektroniker/in - Energie- und Gebäudetechnik - 36
  • Zerspanungsmechaniker/in - 31
  • Kfz-Mechatroniker/in - PKW-Technik - 26
  • Fachverkäufer/in - Lebensmittelhandwerk (Bäckerei) - 26
  • Koch/Köchin - 25
  • Werkzeugmechaniker/in - 23
  • Fachkraft - Lagerlogistik - 23
  • Mechatroniker/in - 22

Nicht alle Ausbildungsstellen konnten mit entsprechenden Bewerbern besetzt werden. Insgesamt waren bis Ende September im Agenturbezirk Pirna noch 132 der 1.008 ge-meldeten Stellen zu besetzen. Im Jahr zuvor lag die Zahl der unbesetzten Ausbildungs-stellen niedriger. Damals waren es 94.

Insbesondere in technischen Berufen und im Gastgewerbe standen am Ende des Aus-bildungsjahres noch freie Lehrstellen zur Verfügung.

  • Werkzeugmechaniker/in - 8
  • Elektroniker/in - Energie-Gebäudetechnik - 8
  • Kfz-Mechatroniker/in - PKW-Technik - 7
  • Koch/Köchin - 6
  • Verfahrensmechaniker/in - Kunst./Kautsch.Formteile - 5
  • Restaurantfachmann/-frau - 5
  • Mechatroniker/in - 4
  • Landwirt/in - 3
  • Fachkraft Metalltechnik  -Zerspanung - 3
  • Metallbauer/in - Konstruktionstechnik - 3