30.04.2019 | Presseinfo Nr. 21

Der Arbeitsmarkt im April 2019

- gute Frühjahrsbelebung auf regionalen Arbeitsmarkt
- Arbeitslosenquote sinkt wieder unter Fünf-Prozent-Marke
- fast 500 weniger Langzeitarbeitslose als vor einem Jahr

I. Überblick

Die Arbeitsmarktlage im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat sich im April nochmals deutlich entspannt. Zuletzt waren hier 5.870 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im März gab es noch 651 mehr Arbeitslose in der Region. Die Arbeitslosenquote ging um 0,5 Prozentpunkte zurück und lag mit 4,6 wieder deutlich unter der Fünf-Prozent-Marke.

Vor einem Jahr gab es im Arbeitsagenturbezirk Pirna noch 708 Arbeitslose mehr bei einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent.

Die Arbeitskräftenachfrage legte im Vergleich zum März wieder etwas zu.

Neue regionale Stellenangebote kamen im April insbesondere aus dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe. Aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handel, dem Gastgewerbe und in der Zeitarbeit wurden neue Bedarfe registriert.

„Im April zeigte sich der Arbeitsmarkt deutlich dynamischer als in den zurückliegenden Monaten. Dank der Frühjahrsbelebung kehrten wieder viele Menschen in der Region zurück in eine Beschäftigung. Zudem meldeten die Betriebe auch wieder mehr Bedarfe an gut qualifiziertem Personal", bilanziert Karl-Heinz Puy, Vize-Chef der Pirnaer Arbeitsagentur, die Aprilzahlen zum Arbeitsmarkt.

„Mit Qualifizierungsangeboten wollen wir arbeitsuchende Frauen und Männern dazu motivieren, sich beruflich auf den neuesten Stand zu bringen oder sich auch beruflich neu zu orientieren. Der Arbeitsmarkt bietet dazu aktuell beste Einstiegschancen."

II. Bewegung am Arbeitsmarkt

Im aktuellen Berichtsmonat lag die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit deutlich unterhalb der Zahl der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit.

Im April meldeten sich insgesamt 1.454 Frauen und Männer im Landkreis neu oder erneut arbeitslos. Das waren 96 mehr als im Vormonat und 127 mehr als im April 2018. 455 Personen meldeten sich nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos.

Insgesamt 2.116 gemeldete Personen konnten im April die Arbeitslosigkeit beenden, 316 mehr als im März und 94 mehr als im letzten Jahr. 876 Frauen und Männer nahmen im aktuellen Monat eine Erwerbstätigkeit auf und 546 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

III. Ausgewählte soziale Gruppen

Langzeitarbeitslose

Innerhalb des letzten Monats ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen erneut gesunken. 2.116 Bürgerinnen und Bürger waren im April von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Der Rückgang im Vergleich zum Vormonat lag bei 73 bzw. 3,3 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Langzeitarbeitslosigkeit stark zurückgegangen. Es wurden 496 bzw. 19,0 Prozent weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Jugendliche

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher unter 25 Jahren ist ebenfalls zurückgegangen. Zuletzt waren 437 junge Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 38 bzw. 8,0 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum April des vergangenen Jahres ist die Jugendarbeitslosigkeit um 4,8 Prozent gesunken (minus 22 Personen).

Ältere

Der Bestand der Arbeitslosen über 50 Jahre ist im Vergleich zum Monat März erheblich zurückgegangen (minus 322 bzw. minus 10,9 Prozent). Insgesamt 2.623 Arbeitslose, die 50 Jahre und älter sind, zählte der Landkreis im April. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen in diesem Alter ebenfalls gesunken (minus 270 bzw. minus 9,3 Prozent).

IV. Agentur und Jobcenter im Vergleich

SGB III

Die Arbeitsagentur Pirna registrierte im April 2.108 Arbeitslose aus dem Rechtskreis der Versichertengemeinschaft Sozialgesetzbuch - Drittes Buch - Arbeitsförderung (SGB III). Das waren 512 bzw. 19,5 Prozent weniger Personen als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr gab es ebenfalls weniger Arbeitslose (minus 79 bzw. minus 3,6 Prozent).

728 Menschen meldeten sich im April bei der Arbeitsagentur neu oder erneut arbeitslos, 20 weniger als im Vormonat und genauso viele wie vor einem Jahr.

1.209 Kunden der Arbeitsagentur beendeten im April ihre Arbeitslosigkeit. Von ihnen nahmen 708 wieder eine Erwerbstätigkeit auf und 223 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

SGB II

3.762 arbeitslose Bürgerinnen und Bürger gehören zum Rechtskreis SGB II und werden vom Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betreut. Die Zahl sank binnen Monatsfrist um 139 registrierte Personen (minus 3,6 Prozent). Im Vergleich zum April 2018 gab es 629 SGB II-Arbeitslose weniger (minus 14,3 Prozent).

Im April mussten sich 726 Menschen beim Jobcenter neu oder erneut arbeitslos melden, 116 mehr als im Vormonat und 127 mehr als vor einem Jahr.

907 vom Jobcenter betreute Frauen und Männer beendeten im April ihre Arbeitslosigkeit, 168 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf und 323 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.

V. Blick auf die Geschäftsstellen

In allen Geschäftsstellen der Pirnaer Arbeitsagentur gab es weniger Arbeitslose als im Vormonat und als im Vorjahresmonat.

Im April lag die Arbeitslosenquote in Dippoldiswalde mit 3,3 Prozent am niedrigsten und in Pirna mit 5,1 Prozent am höchsten.

Im Vergleich zum März sank die Arbeitslosigkeit in den saisonal dynamischeren Regionen der Sächsischen Schweiz, Sebnitz und Pirna, stärker, als in Dippoldiswalde und Freital.

Im Vorjahresvergleich gab es hingegen im Osterzgebirgsraum, Dippoldiswalde und Freital, einen stärkeren Rückgang (Arbeitslosenquote minus 0,7 Prozentpunkte) als in Pirna und Sebnitz.

VI. Stellenangebote

Arbeitgeber aus dem Landkreis meldeten im April wieder mehr Arbeitsstellen als im März (plus 59 bzw. plus 13,9 Prozent). 482 neue Stellen wurden erfasst und somit waren insgesamt 1.925 freie Arbeitsstellen aus der Region beim Arbeitgeber-Service registriert. Im Vergleich zum April 2018 gab es 1 Stelle mehr.

Die Arbeitskräftenachfrage seit Jahresbeginn liegt 13,4 Prozent niedriger als im Vorjahresvergleich (minus 286).

Arbeitsstellen gibt es überwiegend in diesen Schwerpunktbranchen:

  • Gesundheits-und Sozialwesen (314 Stellen),
  • Verarbeitendes Gewerbe (286 Stellen),
  • Baugewerbe (263 Stellen),
  • Handel bzw. KfZ (157 Stellen),
  • Gastgewerbe (144 Stellen),
  • Dienstleistungsberufe (136 Stellen) sowie
  • Verkehr und Lager (108 Stellen).

In der Zeitarbeit sind aktuell 239 Stellen gemeldet.

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichts-monat auf 8.414 Männer und Frauen. Das waren 743 weniger im Vergleich zum April des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäfti-gungsquote im Berichtsmonat bei 6,5 Prozent (Vormonat: 6,8 Prozent/ Vorjahr: 7,1 Prozent).

VIII. Beschäftigung

Im September 2018* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 80.504 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 1.257 hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei einem Plus von 1,6 Prozent. Die meisten Beschäftigungsgewinne gingen auf das Konto der Verarbeitenden Industrie.

Insbesondere bei jüngeren Beschäftigten unter 25 Jahre (plus 4,6 Prozent) und bei älteren Beschäftigten über 55 Jahre (plus 5,2 Prozent) gab es einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsanstieg. Die Teilzeitbeschäftigung (plus 4,9 Prozent) stieg deutlich stärker als die Vollzeitbeschäftigung (plus 0,2 Prozent). (* letzter Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben)

IX. Ausbildungsmarkt

Im laufenden Ausbildungsmarktjahr 2018/2019 haben sich seit Beginn des Berichtsjahres 1.111 Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Pirna gemeldet. Die Zahl der gemeldeten Bewerber für Berufsausbildungsstellen lag damit niedriger als im letzten Jahr (minus 58 bzw. minus 5,0 Prozent).

Von regionalen Unternehmen wurden bisher 918 Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Pirna gemeldet (minus 95 bzw. minus 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

579 Ausbildungsangebote davon waren im April noch unbesetzt.

Die meisten noch freien Ausbildungsstellen im Landkreis gibt es in den Berufen

  • Zerspanungsmechaniker/in (29 Stellen),
  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel (26 Stellen),
  • Verkäufer/in (21 Stellen),
  • Elektroniker/in (20 Stellen) und
  • Koch/Köchin (20 Stellen).