29.08.2019 | Presseinfo Nr. 37

Der Arbeitsmarkt im August 2019

Arbeitslosenquote im Landkreis bleibt stabil
- wenig Dynamik auf dem lokalen Arbeitsmarkt
- über 340 freie Lehrstellen bieten noch Ausbildungschancen

I. Überblick

Im August blieb die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge den zweiten Monat infolge nahezu unverändert. Zuletzt waren in der Region 5.415 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 48 Personen mehr als im Juli. Für die Arbeitslosenquote ergab sich daraus keine Änderung. Sie lag wie bereits im Juni und Juli bei 4,2 Prozent.

Vor einem Jahr gab es im Arbeitsagenturbezirk Pirna noch 808 Arbeitslose mehr bei einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent.

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bewegte sich im August wieder auf einem höheren Niveau. Der Stellenbestand ging jedoch leicht zurück auf 1.947.

Neue Stellenangebote aus der Region gab es, neben Zeitarbeits-Angeboten, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Dienstleistungsbereich sowie im Baugewerbe.

„Im August war der Arbeitsmarkt insgesamt von wenig Dynamik geprägt. Lediglich bei den Jugendlichen erfolgt zu dieser Zeit etwas Bewegung durch Beendigung und Neubeginn von Ausbildungsverhältnissen. Darauf liegt auch momentan unser Fokus. Die Jugendberufsagentur unterstützt alle jungen Menschen, die nach der Ausbildung noch ohne Anschlussbeschäftigung sind. Sie sind die neuen Fachkräfte der lokalen Wirtschaft und dürfen uns nicht verloren gehen", informiert die Pirnaer Arbeitsagenturchefin Gerlinde Hildebrand.

„Wir wünschen allen Jugendlichen bei ihrem Ausbildungsstart viel Erfolg! Trotz der guten Lage auf dem Ausbildungsmarkt gibt es aber Mädchen und Jungen, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Auch für sie ist die Jugendberufsagentur nach wie vor die richtige Anlaufstelle. Sie hilft dabei, doch noch die richtige Lehrstelle oder Alternativen zur Ausbildung zu finden. Mehr als 340 freie Ausbildungsstellen bei regionalen Unternehmen warten noch auf die richtige Besetzung", erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung weiter.

II. Bewegung am Arbeitsmarkt

Im aktuellen Berichtsmonat war die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit leicht höher wie die Zahl der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit.

Im August meldeten sich 1.433 Frauen und Männer im Landkreis neu oder erneut arbeitslos. Das waren 93 mehr als im Vormonat und 53 mehr als im August 2018. Insgesamt 446 Personen meldeten sich nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 44 mehr als im Vormonat aber 86 weniger als vor einem Jahr.

1.386 gemeldete Personen konnten im August die Arbeitslosigkeit beenden, 51 mehr als im Juli und 7 weniger als im August 2018. 433 Frauen und Männer nahmen im aktuellen Monat eine Erwerbstätigkeit auf, 20 weniger als im Vormonat und 119 weniger als vor einem Jahr. 411 Personen begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

III. Ausgewählte soziale Gruppen

Langzeitarbeitslose

Innerhalb des letzten Monats ging die Zahl der Arbeitslosen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, um 18 Personen leicht zurück. Insgesamt waren im August 1.890 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.

Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr lag bei minus 636 bzw. minus 25,2 Prozent.

Jugendliche

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren ist nach dem Anstieg im Juli nun nochmals etwas angewachsen. Aktuell sind 489 junge Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 19 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum August des vergangenen Jahres ist die Jugendarbeitslosigkeit zurückgegangen (minus 52 Personen bzw. minus 9,6 Prozent).

Ältere

42,5 Prozent - das entspricht 2.299 Personen - aller arbeitslos gemeldeten Menschen im Landkreis sind 50 Jahre und älter.

Der Bestand der Arbeitslosen über 50 Jahre hat sich im Vergleich zum Monat Juli wenig verändert - plus 10 bzw. plus 0,4 Prozent. Im August 2018 gab es 362 mehr Arbeitslose in diesem Alter.

Schwerbehinderte

Auch die Zahl der Arbeitslosen mit einer Schwerbehinderung stieg im Vergleich zum Monat Juli um 8 bzw. 2,5 Prozent leicht an. Insgesamt 330 Schwerbehinderte sind aktuell arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl um 23 bzw. 6,5 Prozent gesunken.

IV. Agentur und Jobcenter im Vergleich

SGB III

Die Arbeitsagentur Pirna registrierte im August 1.978 Arbeitslose aus dem Rechtskreis der Versichertengemeinschaft Sozialgesetzbuch - Drittes Buch - Arbeitsförderung (SGB III) und damit 32 Personen bzw. 1,6 Prozent mehr als im Vormonat.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 57 reduziert (minus 2,8 Prozent).

743 Menschen meldeten sich im August bei der Arbeitsagentur neu oder erneut arbeitslos, 24 weniger als im Juli und 51 weniger als ein Jahr zuvor.

694 Kunden der Arbeitsagentur beendeten im August ihre Arbeitslosigkeit. Von ihnen nahmen 300 wieder eine Erwerbstätigkeit auf und 173 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

SGB II

3.437 arbeitslose Bürgerinnen und Bürger gehören zum Rechtskreis SGB II und werden vom Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betreut. Die Zahl stieg binnen Monatsfrist um 16 Personen leicht an (plus 0,5 Prozent). Im Vergleich zum August 2018 gab es 751 SGB II-Arbeitslose weniger (minus 17,9 Prozent).

Im August mussten sich 690 Menschen beim Jobcenter neu oder erneut arbeitslos melden, 117 mehr als im Vormonat und 104 mehr als vor einem Jahr.

692 vom Jobcenter betreute Frauen und Männer beendeten im August ihre Arbeits-losigkeit, 133 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf und 238 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.

V. Blick auf die Geschäftsstellen

Mit Ausnahme der Region Freital ist in allen Geschäftsstellen die Arbeitslosigkeit ge-genüber dem Vormonat leicht angestiegen. Im Raum Sebnitz lag der Zuwachs der Arbeitslosenquote bei 0,2 Prozentpunkten und in den Regionen Pirna und Dippoldiswalde bei jeweils 0,1 Prozentpunkten.

Nach wie vor hat Dippoldiswalde die mit Abstand niedrigste Quote von aktuell 3,1 Prozent und Pirna die höchste mit 4,7 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit in allen Regionen niedriger. Freital hat weiterhin den größten Abstand mit minus 0,8 Prozentpunkten und Sebnitz den geringsten Rückgang mit minus 0,4 Prozentpunkten.

VI. Stellenangebote

Arbeitgeber aus dem Landkreis meldeten im August 475 neue Stellen zur Besetzung (plus 7 zum Vormonat / plus 65 zum Vorjahresmonat). Der Stellenbestand ging binnen Monatsfrist leicht zurück (minus 18 bzw. 0,9 Prozent). Insgesamt waren zuletzt 1.947 freie Arbeitsstellen aus der Region beim Arbeitgeber-Service registriert.

Im Vergleich zum August 2018 gab es 197 Stellen weniger (minus 9,2 Prozent).

Die Arbeitskräftenachfrage seit Jahresbeginn liegt auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr (minus 218 bzw. minus 5,5 Prozent).

Arbeitsstellen gibt es überwiegend in diesen Schwerpunktbranchen:

Gesundheits-und Sozialwesen (278 Stellen),

Verarbeitendes Gewerbe (266 Stellen),

Baugewerbe (226 Stellen),

Handel bzw. Kfz (190 Stellen),

Dienstleistungsbereich (137 Stellen),

Gastgewerbe (125 Stellen) sowie

Verkehr und Lager (100 Stellen).

In der Zeitarbeit sind aktuell 276 Stellen gemeldet.

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 7.876 Männer und Frauen. Das waren 576 weniger im Vergleich zum Vorjahr. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat unverändert bei 6,1 Prozent (Vormonat: 6,1 Prozent/ Vorjahr: 6,5 Prozent).

VIII. Beschäftigung

Im Dezember 2018* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 79.739 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 1.325 hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und steigerte sich nochmal leicht auf ein Plus von 1,7 Prozent (Vorquartalsanstieg plus 1,6 Prozent).

Bei den Männern stieg die Beschäftigung auch diesmal stärker als bei den Frauen (Männer plus 2,1 Prozent / Frauen plus 1,2 Prozent).

Insbesondere bei älteren Beschäftigten über 55 Jahre (plus 5,4 Prozent) und bei jüngeren Beschäftigten unter 25 Jahre (plus 5,2 Prozent) gab es erneut einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsanstieg. Der Anstieg lag insbesondere im Bereich der Teilzeitbeschäftigung (plus 5,0 Prozent). Die Vollzeitbeschäftigung stieg lediglich um 0,3 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Verarbeitenden Gewerbe (plus 359), hier speziell im Bereich Metall und Elektro. Aber auch das Gastgewerbe (plus 276) und der Bereich Heime und Sozialwesen (plus 218) zählten deutlich mehr Beschäftigte.

* letzter Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben

IX. Ausbildungsmarkt

Im laufenden Ausbildungsmarktjahr 2018/2019 haben sich seit Beginn des Berichtsjahres 1.297 Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Pirna gemeldet. Die Zahl der gemeldeten Bewerber für Berufsausbildungsstellen lag damit niedriger als im letzten Jahr (minus 55 bzw. minus 4,1 Prozent).

Von regionalen Unternehmen wurden bisher 1.078 Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Pirna gemeldet - minus 47 bzw. minus 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 343 Ausbildungsangebote davon waren im August noch unbesetzt.

Die meisten noch freien Ausbildungsstellen im Landkreis gibt es in den Berufen:

1. Zerspanungsmechaniker/in (27 Stellen)

2. Koch/Köchin (16 Stellen)

3. Bäckereiverkäufer/in (15 Stellen)

4. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (14 Stellen)

5. Restaurantfachmann/-frau (14 Stellen)

6. Elektroniker/in (11 Stellen)

7. Lagerfachkraft (11 Stellen)

8. Hotelfachmann/-frau (11 Stellen)

9. Anlagenmechaniker/in Sanitär, Heizung, Klima (9 Stellen)

10. Kfz-Mechatroniker/in (8 Stellen)

Aber auch in anderen anerkannten Ausbildungsberufen werden in der Region weiterhin Ausbildungsmöglichkeiten geboten.

Ein Überblick über gemeldete freie regionale Lehrstellen wird regelmäßig im Internet veröffentlicht: www.arbeitsagentur.de/pirna  - Ausbildung und Studium –

Ausbildungsangebote im Landkreis