29.11.2019 | Presseinfo Nr. 48

Arbeitsmarkt November 2019

Arbeitslosigkeit steigt saisonal bedingt
- geringer saisonaler Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,1 Prozent
- Arbeitslosenquote in Dippoldiswalde weiterhin unter drei Prozent
- über 1.800 sozialversicherungspflichtige freie Stellen gemeldet

I. Überblick

Im November ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge leicht angewachsen. Vorwiegend saisonale Effekte führten zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 4,1 Prozent.

Derzeit sind 5.196 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 55 Personen mehr als im Oktober. Vor einem Jahr gab es im Arbeitsagenturbezirk Pirna 5.831 Arbeitslose bei einer Quote von 4,6 Prozent.

Die Arbeitskräftenachfrage ließ im Vergleich zum Vormonat erwartungsgemäß etwas nach und bleibt auch insgesamt hinter der des Vorjahres zurück.

Der Gesamtbestand gemeldeter Arbeitsstellen liegt ebenfalls niedriger als im Vorjahr.

Gerlinde Hildebrand erklärt die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung: „Ab November müssen wir regelmäßig mit mehr Arbeitslosen rechnen. Im letzten Monat meldeten sich insbesondere Beschäftigte im Tourismus bei uns. Wir sind eine Region mit saisonaler Betroffenheit in dieser Branche, deshalb ist der leichte Anstieg nicht ungewöhnlich. Im Vergleich zu früheren Jahren sehen wir aber auch, dass dieser deutlich geringer ausfällt. Hier hat auch ein Umdenken eingesetzt, denn wiederum gibt es aktuell knapp einhundert freie Stellen im Gastgewerbe. Aber manche saisonal bedingte Arbeitslosigkeit lässt sich kaum vermeiden."

„Beschäftigungspausen im Bau sowie im Garten- und Landschaftsbau können mit dem Saison-Kurzarbeitergeld gut überbrückt werden. Das wird auch immer mehr genutzt. So müssen die Unternehmen in Zukunft nicht auf ihre qualifizierten Fachkräfte verzichten, denn auch diese sind eher Mangelware", informiert die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pirna.

II. Bewegung am Arbeitsmarkt

Im November meldeten sich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos, als es Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gab.

1.395 Frauen und Männer im Landkreis meldeten sich neu oder erneut arbeitslos. Das waren 74 weniger als im Vormonat und 42 weniger als im November 2018. Insgesamt 525 Personen meldeten sich nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 21 mehr als im Vormonat und 85 weniger als vor einem Jahr.

1.341 gemeldete Personen konnten im November die Arbeitslosigkeit beenden, 275 weniger als im Oktober und 131 weniger wie im November 2018. 387 Frauen und Männer nahmen im aktuellen Monat eine Erwerbstätigkeit auf, 83 weniger als im Vormonat und 64 weniger als vor einem Jahr. 343 Personen begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

III. Ausgewählte soziale Gruppen

Langzeitarbeitslose

1.764 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren im Berichtsmonat von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Die Zahl geht weiterhin kontinuierlich zurück. Entgegen der allgemeinen Entwicklung gab es im November 35 Langzeitarbeitslose weniger als im Oktober und im Vergleich zum Vorjahr 597 Menschen weniger, die ein Jahr und länger ohne Beschäftigung sind.

Jugendliche

Auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ging im November leicht nach oben.

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 420 junge Menschen unter 25 Jahre ohne Job, 15 mehr als im Oktober. Im Vergleich zum November 2018 gab es 7 arbeitslose Jugendliche weniger.

Ältere

Über 44 Prozent aller arbeitslosen Menschen im Landkreis sind über 50 Jahre alt und fast jeder dritte Arbeitslose ist älter als 55.

Insgesamt waren im November 2.308 ältere Arbeitslose gemeldet, was einem Anstieg um 40 Personen im Vergleich zum Oktober entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl Arbeitsloser in dieser Altersgruppe um 268 zurückgegangen.

IV. Agentur und Jobcenter im Vergleich

SGB III

Die Arbeitsagentur Pirna registrierte im November 1.914 Arbeitslose aus dem Rechtskreis der Versichertengemeinschaft Sozialgesetzbuch - Drittes Buch - Arbeitsförderung (SGB III) und damit 30 Personen bzw. 1,6 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Arbeitslosen um 108 Personen zurück (minus 5,3 Prozent).

721 Menschen meldeten sich bei der Arbeitsagentur neu oder erneut arbeitslos, 44 weniger als im Vormonat und 70 weniger als vor einem Jahr.

661 Kunden der Arbeitsagentur beendeten im November ihre Arbeitslosigkeit. Von ihnen nahmen 290 wieder eine Erwerbstätigkeit auf und 156 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

SGB II

3.282 arbeitslose Bürgerinnen und Bürger gehören zum Rechtskreis SGB II und werden vom Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betreut. Die Zahl stieg binnen Monatsfrist um 25 Personen leicht an (plus 0,8 Prozent). Im Vergleich zum November 2018 gab es 527 SGB II-Arbeitslose weniger (minus 13,8 Prozent).

Im November mussten sich 674 Menschen beim Jobcenter neu oder erneut arbeitslos melden, 30 weniger als im Vormonat und 28 mehr als vor einem Jahr.

680 vom Jobcenter betreute Frauen und Männer beendeten im November ihre Arbeitslosigkeit, 97 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf und 187 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.

V. Blick auf die Geschäftsstellen

Die aktuellen Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellenbereichen reichen von 2,9 Prozent in Dippoldiswalde bis 4,6 Prozent in Pirna und Sebnitz.

Die saisonalen Effekte innerhalb des Arbeitsagenturbezirkes sind verschieden, obwohl diese im Berichtsmonat geringer ausfielen als im letzten Jahr. Aus diesem Grund gestaltet sich auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen unterschiedlich.

Den größten Anstieg in diesem Monat verzeichnete wie erwartet Sebnitz (plus 21 Arbeitslose bzw. plus 3,8 Prozent), gefolgt von Pirna (plus 33 Arbeitslose bzw. plus 1,4 Prozent). In Sebnitz und Pirna liegt nun, aufgrund der stärkeren saisonalen Betroffenheit, die Arbeitslosenquote mit jeweils 4,6 Prozent wieder am höchsten.

In Freital und Dippoldiswalde gab es nur moderate Schwankungen, die aber für eine Veränderung der Arbeitslosenquote nicht ausreichten.

Plus 11 Arbeitslose wurden in Freital und minus 10 Arbeitslose in Dippoldiswalde registriert. Die Quote liegt in beiden Regionen deutlich niedriger bei 3,8 bzw. 2,9 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenquote auch weiterhin am stärksten im Raum Freital (minus 0,6 Prozentpunkte). In allen anderen Regionen wurde jeweils ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte gezählt.

VI. Stellenangebote

Arbeitgeber aus dem Landkreis meldeten im November 428 neue Stellen zur Besetzung (minus 23 zum Vormonat / minus 50 zum Vorjahresmonat), davon waren 416 sozialversicherungspflichtig. Der Stellenbestand ging binnen Monatsfrist zurück (minus 45 bzw. minus 2,4 Prozent). Insgesamt waren zuletzt 1.864 freie Arbeitsstellen aus der Region, 1.809 davon sozialversicherungspflichtig, beim Arbeitgeber-Service registriert. Im Vergleich zum November 2018 gab es 52 Stellen weniger (minus 2,7 Prozent).

Die Arbeitskräftenachfrage seit Jahresbeginn liegt weiterhin niedriger als im Vorjahr (minus 230 bzw. minus 4,3 Prozent).

Sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gibt es überwiegend in diesen Schwerpunktbranchen: Gesundheits- und Sozialwesen (280 Stellen), Verarbeitendes Gewerbe (260 Stellen), Baugewerbe (191 Stellen), Handel bzw. Kfz (166 Stellen), Dienstleistungsbereich (128 Stellen), Gastgewerbe (96 Stellen), sowie im Verkehr und Lager (93 Stellen). In der Zeitarbeit sind aktuell 284 Stellen gemeldet.

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichts-monat auf 7.648 Männer und Frauen. Das waren 22 mehr im Vergleich zum Oktober und 716 weniger im Vergleich zum Vorjahr. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat bei 5,9 Prozent (Vormonat: 5,9 Prozent/ Vorjahr: 6,4 Prozent).

VIII. Beschäftigung

Im März 2019* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 79.134 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit ist die Beschäftigung zwar etwas moderater als im Vorjahreszeitraum, aber dennoch erneut angewachsen. Das Plus von 0,9 Prozent entspricht einem Zuwachs von 728 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Bei den Männern fiel das Beschäftigungswachstum erneut deutlich höher aus, es lag bei 1,8 Prozent und entspricht 706 Personen. Bei den Frauen wurden 0,1 Prozent bzw. 22 mehr Beschäftigte gezählt.

Insbesondere bei jüngeren Beschäftigten unter 25 Jahre (plus 4,8 Prozent) und bei älteren Beschäftigten über 55 Jahre (plus 4,6 Prozent) gab es erneut einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsanstieg.

Die Teilzeitbeschäftigung (plus 3,0 Prozent) stieg wesentlich stärker als die Vollzeitbeschäftigung (plus 0,1 Prozent).

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Bereich Verkehr und Lagerei (plus 211), im Bereich Heime und Sozialwesen (plus 168), im Baugewerbe (plus 152) sowie in Handel/Kfz (plus 134). Aber auch der Dienstleistungsbereich (plus 119) und das Verarbeitende Gewerbe (plus 105) registrierten wieder Beschäftigungsgewinne.

* letzter Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben