31.03.2020 | Presseinfo Nr. 22

Der Arbeitsmarkt im März 2020 – vor Corona

Arbeitslosenquote lag bei 4,6 Prozent
5.904 Arbeitslose im Landkreis zum Zähltag
über 2.000 freie Arbeitsstellen waren gelistet

I. Überblick

Bis zum statistischen Zähltag am 12. März 2020 und demnach vor den einschneidenden Corona-Maßnahmen, konnte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wieder ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat registriert werden. Es wurden 5.904 arbeitslose Frauen und Männer gezählt, 233 Personen weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote lag mit 4,6 Prozent um 0,2 Prozent-punkte niedriger als im Vormonat.

Vor einem Jahr gab es im Agenturbezirk Pirna noch 6.521 Arbeitslose bei einer Ar-beitslosenquote von 5,1 Prozent. Die Arbeitskräftenachfrage lag bis zum Stichtag auf dem Niveau des Vorjahres.

„Der Stichtag, an dem die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen erhoben wurden, war der 12. März 2020. Zu diesem Zeitpunkt war noch nichts zu spüren von den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt. Ganz im Gegenteil - wir konnten bereits eine erste Frühjahrsbelebung und ein Wiedereinsetzen der üblichen rückläufigen Arbeitslosigkeit wahrnehmen. Nur wenige Tage später stellte sich die Situation gänzlich anders dar. Mit der Ausbreitung des Corona-Virus und den Maßnahmen der Politik sind viele Bereiche in der Wirtschaft zum Erliegen gekommen. Die aktuelle Arbeitsmarktstatistik ist demnach Geschichte und wir können nicht davon ausgehen, dass sich der Rückgang im April fortsetzt. Welche konkreten Folgen sich für den Arbeitsmarkt ergeben, können wir frühestens ab dem nächsten Monat beginnen zu bilanzieren. Da jedoch in weiten Teilen die Wirtschaft im Landkreis ruht, werden Neu- und Wiedereinstellungen vermutlich vorerst ausbleiben", kommentiert Gerlinde Hildebrand, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pirna, die März-Zahlen des Arbeitsmarktes und ergänzt: „Auch, wenn unsere Türen derzeit geschlossen sind, sind wir weiterhin für unsere Kunden da. Wir setzen alles daran, dass Geldleistungen fristgemäß ausgezahlt werden. Wir wissen, viele Men-schen setzen jetzt auf unsere Hilfe und wir arbeiten jeden Tag daran, damit sich die Menschen im Landkreis auf uns verlassen können."

II. Bewegung am Arbeitsmarkt

Bis zum Zähltag Mitte März blieb die Anzahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit hinter den Abgängen aus Arbeitslosigkeit zurück.

1.407 neue oder erneute Arbeitslosmeldungen wurden insgesamt gezählt, das waren 81 weniger als im Februar. Davon meldeten sich 501 Männer und Frauen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos und weitere 373 Personen nach einer Ausbildung oder Qualifizierung.

Insgesamt 1.641 gemeldete Personen meldeten sich im März aus der Arbeitslosigkeit ab, 116 mehr als im Februar. 625 Arbeitslose nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 117 mehr als im Februar. Weitere 401 Arbeitslose begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.

III. Ausgewählte soziale Gruppen

Langzeitarbeitslose

Die Zahl Langzeitarbeitsloser (ein Jahr und länger ohne Beschäftigung) im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erhöhte sich im Berichtsmonat leicht. 1.791 Bür-gerinnen und Bürger waren im März von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, 7 mehr als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 398 weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Jugendliche

Bis zum Stichtag Mitte März wurden im Landkreis 460 arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahre gezählt, 13 weniger als im Februar. Im gleichen Monat des vergangenen Jahres waren 15 Jugendliche mehr gemeldet.

Ältere

Von Februar zu März wurden weniger ältere Arbeitslose über 50 Jahre gezählt. 2.661 Arbeitslose waren in dieser Zielgruppe registriert, 114 weniger als im Vormonat.

Im Vergleich zum März 2019 ging die Zahl der Arbeitslosen in diesem Alter um 284 zurück.

IV. Agentur und Jobcenter im Vergleich

SGB III

Die Arbeitsagentur Pirna registrierte für März 2.475 Arbeitslose aus dem Rechtskreis der Versichertengemeinschaft Sozialgesetzbuch - Drittes Buch - Arbeitsförderung (SGB III). Das waren 170 bzw. 6,4 Prozent weniger Personen als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 145 Personen weniger ausgewiesen.

772 Menschen meldeten sich im März bei der Arbeitsagentur neu oder erneut arbeitslos, 75 weniger als im Vormonat und 24 mehr als vor einem Jahr.

936 Kunden der Arbeitsagentur beendeten im März die Arbeitslosigkeit, von ihnen nahmen 509 wieder eine Erwerbstätigkeit auf und 209 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

SGB II

Im Rechtskreis SGB II wurden bis Mitte März ebenfalls weniger Arbeitslose registriert. 3.429 Männer und Frauen ohne Job wurden beim Jobcenter gezählt, das waren 63 weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr waren 472 bzw. 12,1 Prozent weniger Arbeitslose erfasst.

Bis zum Stichtag hatten sich im Berichtsmonat März 635 Menschen beim Jobcenter neu oder erneut arbeitslos gemeldet, 6 weniger als im Vormonat und 25 mehr als vor einem Jahr.

705 vom Jobcenter betreute Frauen und Männer beendeten bis Mitte März ihre Ar-beitslosigkeit, 116 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf und 192 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung.

V. Blick auf die Geschäftsstellen

Bis zum Zähltag wurden in allen Geschäftsstellen des Pirnaer Arbeitsagenturbezirkes gegenüber dem Vormonat weniger Arbeitslose gezählt. Den prozentual stärksten Rückgang verzeichnete die Region Sebnitz.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden bis Mitte März ebenfalls in allen Regionen weniger arbeitslose Menschen registriert, wobei der Abstand zum Vorjahr im Pirnaer Raum am größten ausfiel.

VI. Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten bis zum statistischen Zähltag Mitte März 423 neue Stellenangebote, vier weniger als im Februar. Im März 2019 wurden genauso viele Stellenzugänge registriert.

Im Bestand wurden bis dahin 2.037 offene Arbeitsstellen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gezählt.

1. Verarbeitende Gewerbe (280)

2. Gesundheits- und Sozialwesen (276)

3. Baugewerbe (224)

4. Handel bzw. KfZ-Bereich (164)

5. Gastgewerbe (162)

6. freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (146)

7. Verkehr / Lager (106)

In der Zeitarbeit waren 337 offene Stellen registriert.

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, bis Mitte März auf 8.164 Männer und Frauen. Das waren 741 weniger im Vergleich zum März des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote zum Stichtag bei 6,3 Prozent (Vormonat: 6,5 Prozent/ Vorjahr: 6,8 Pro-zent).

VIII. Beschäftigung

Die Beschäftigung war zuletzt erneut gewachsen. Im September 2019* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 81.174 Frauen und Männer sozialver-sicherungspflichtig beschäftigt und damit mehr als je zuvor. Mit einem Zuwachs von 670 hielt der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und lag bei einem Plus von 0,8 Prozent. Die meisten Beschäftigungsgewinne gab es in den Bereichen Verkehr und Lager (plus 266 Beschäftigte), im Sozialwesen (plus 157 Beschäftigte) sowie im Baugewerbe (plus 152 Beschäftigte).

Insbesondere konnten nach wie vor jüngere Beschäftigte unter 25 Jahre (plus 5,8 Prozent) sowie lebensältere Beschäftigte über 55 Jahre (plus 4,7 Prozent) von dem Beschäftigungsanstieg profitieren. Die Teilzeitbeschäftigung (plus 2,4 Prozent) stieg weiterhin stärker als die Vollzeitbeschäftigung (plus 0,2 Prozent).

* letzter Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben

IX. Ausbildungsmarkt

Zum Halbjahr des Ausbildungsjahres 2019/2020 sah es auf dem Ausbildungsmarkt wie folgt aus.

1.006 Bewerber*innen für Ausbildungsstellen hatten sich bis Mitte März bei der Be-rufsberatung der Arbeitsagentur Pirna gemeldet. Das waren 29 weniger als im letzten Jahr. Insgesamt wurden bis zum Zähltag im März 802 Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Pirna gemeldet, 103 weniger als ein Jahr zuvor.

 

Die Favoriten in der Berufswunschliste der Jugendlichen blieben nahezu unverändert. Nach wie vor waren Berufe in den Bereichen Handel, Kfz und Büro besonders gefragt. Tischler/in und Fachlagerist/in waren ebenfalls beliebte Berufswünsche.