30.09.2020 | Presseinfo Nr. 46

Der Arbeitsmarkt im September 2020

Leichte Erholung auf dem Arbeitsmarkt
- Arbeitslosenquote sinkt mit 4,9 % wieder unter die 5-Prozent-Marke
- knapp 940 Arbeitslose mehr als im letzten September
- Arbeitskräftenachfrage steigt leicht an

I. Überblick

Im September ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzge-birge leicht gesunken. Zuletzt waren in der Region 6.232 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 259 Personen weniger als im August. Die Arbeitslosenquote sank von 5,1 auf 4,9 Prozent. Vor einem Jahr gab es im Arbeitsagenturbezirk Pirna 937 Arbeitslose weniger bei einer Quote von 4,1 Prozent.

Hier wirken die Auswirkungen der Corona-Krise weiter nach, die in den letzten Monaten einen Zuwachs an Arbeitslosen verursacht haben.

Auch wenn deutlich weniger Zugänge in und mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit als im Vormonat zu verzeichnen sind und die Arbeitskräftenachfrage im Vormonatsvergleich ebenfalls anstieg, kann der Vorjahresstand noch nicht erreicht werden.

„Im Berichtsmonat September konnte sich der der Arbeitsmarkt endlich etwas erholen. Über alle Personen – und Altersgruppen hinweg, mit Ausnahme der Langzeitarbeitslosen, erfolgte ein Rückgang der Zahl der Arbeitslosen, der sich lediglich in der individuellen Intensität unterschied. Ausbildungsbeginn, Beschäftigungsaufnahmen und Einstiege in Qualifizierungen legten deutlich zu und es mussten sich weniger Menschen arbeitslos melden.", informiert Gerlinde Hildebrand, Chefin der Agentur für Arbeit Pirna, zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Sächsi-sche Schweiz-Osterzgebirge.

„Der seit Mai kontinuierliche Rückgang der Anzeigen zur Kurzarbeit und der schrittweise Anstieg der Arbeitskräftenachfrage lassen hoffen, dass sich die Wirtschaft nach den Herausforderungen der letzten Monate wieder stabilisiert.", erklärt Hildebrand weiter und ergänzt abschließend: „Auch wenn das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat oder die Corona-Einschränkungen den einen oder anderen Qualifizierungsbeginn vereitelten, so ist jetzt auf alle Fälle noch genügend Zeit, den Weg in Ausbildung und Qualifizierung zu gehen. Wer Hilfe bei der Entscheidungsfindung benötigt und sich an unsere Beraterinnen und Berater wendet, wird individuelle Unterstützung erhalten."

II. Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Im Wesentlichen erfolgten die Anzeigen im März und April 2020. Seit Mai kamen deutlich weniger neue Anzeigen hinzu.

Hintergrund: Die Anzeigen auf Kurzarbeit und die darin enthaltenen Personen bilden eine Obergrenze ab. Der tatsächliche Umfang der Kurzarbeit fällt geringer aus. Kurzarbeit muss durch die Unternehmen zuerst angezeigt werden. Nach der Bewilligung der Anzeige können die Unternehmer das bereits vorfinanzierte und an die Mitarbeiter ausgezahlte Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit beantragen. Erst mit dem monatlich nachträglich gestellten Antrag sind der konkrete Umfang des Arbeits-ausfalls und die davon betroffenen Beschäftigten ersichtlich.

Hochrechnungen zufolge waren im Mai 2020 1.625 Betriebe mit 14.331 Personen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge tatsächlich in Kurzarbeit.

III. Arbeitslosigkeit

Bewegung am Arbeitsmarkt

Im aktuellen Berichtsmonat war die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit niedriger als die Zahl der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit.

Im Berichtsmonat meldeten sich 1.074 Frauen und Männer im Landkreis neu oder erneut arbeitslos. Das waren 178 weniger als im Vormonat und 370 weniger als im September 2019. Insgesamt 395 Personen meldeten sich nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, das waren 67 weniger als im Vormonat und 62 weniger als vor einem Jahr. 358 Personen meldeten sich nach einer Ausbildung oder Qualifizierung arbeitslos. Im Vorjahr waren das 226 Frauen und Männer.

1.340 gemeldete Personen konnten im September die Arbeitslosigkeit beenden, 253 mehr als im August aber 226 weniger als im September 2019. 513 Frauen und Män-ner nahmen im aktuellen Monat eine Erwerbstätigkeit auf, 72 mehr als im Vormonat und 28 mehr als vor einem Jahr. 425 Personen begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung, 83 weniger als im September des vergangenen Jahres.

Langzeitarbeitslose

Innerhalb des letzten Monats stieg die Zahl der Arbeitslosen, die länger als ein Jahr ohne Job sind, erneut um 44 Personen. Insgesamt waren im September 2.087 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.

Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr lag bei plus 253 bzw. plus 13,8 Prozent.

Jugendliche

Jugendliche unter 25 Jahre waren von den aktuellen Entwicklungen bisher stärker betroffen. Im Berichtsmonate sank die Zahl arbeitsloser Jugendlicher erstmals wie-der. Zuletzt waren 615 junge Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 52 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Jugendarbeitslosigkeit um 154 Personen bzw. 33,4 Prozent höher.

Ältere

Die Zahl der älteren Arbeitslosen ist im September um 49 gesunken. Aktuell waren 2.619 über 50-Jährige arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Zahl der Menschen ohne Job in dieser Altersgruppe um 331 höher.

IV. Grundsicherung

Der Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen im September war im Rechtskreis der Versichertengemeinschaft (SGB III) stärker ausgeprägt als im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitsagentur Pirna registrierte zuletzt 2.737 Arbeitslose und damit 187 weniger als im August sowie 775 mehr als vor einem Jahr.

3.495 arbeitslose Menschen gehörten zum Rechtskreis SGB II und wurden vom Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betreut. Die Zahl sank innerhalb des letzten Monats um 72 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 162 SGB II-Arbeitslose mehr gezählt.

Aktuell erhalten 8.607 Männer und Frauen Leistungen zur Grundsicherung, sind so-genannte erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vorjahr beziehen 673 weniger Menschen Leistungen der Grundsicherung.

V. Blick auf die Geschäftsstellen

In den Geschäftsstellen der Pirnaer Arbeitsagentur entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im September annähernd ähnlich. So wurde in den Regionen Freital und Dippoldiswalde eine Senkung der Arbeitslosigkeit um 0,2 Prozentpunkte verzeichnet und in Pirna um 0,3 Prozentpunkte, wohingegen die Quote in Sebnitz stagnierte (+/- Null).

Die höchste Arbeitslosenquote gab es mit 5,3 Prozent in Pirna, gefolgt von Sebnitz mit 5,0 Prozent. In Freital lag die Quote bei 4,8 Prozent. Nach wie vor ist die Arbeitslosigkeit im Geschäftsbereich Dippoldiswalde am niedrigsten bei einer aktuellen Quote von 3,8 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es in alle Regionen deutlich mehr Arbeitslose.

VI. Stellenangebote

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist in diesem Monat angestiegen. Arbeitgeber aus dem Landkreis meldeten im August insgesamt 415 neue Stellenangebote, 78 mehr als im August. Vor einem Jahr wurden 461 neue Arbeitsstellen im Septem-ber registriert.

Neue Arbeitskräftebedarfe gab es insbesondere in der Zeitarbeit, im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, dem Handel sowie dem Gastgewerbe.

Insgesamt waren 1.900 freie Arbeitsstellen aus der Region beim Arbeitgeber-Service registriert. Im Vergleich zum September 2019 gab es damit 3 Stellen mehr im Bestand.

VII. Beschäftigung

Im März 2020* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 79.934 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 800 Personen bzw. 1,0 Prozent ist die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr wieder gestiegen, wobei der Anstieg wieder kräftig ausfiel (Vorquartalsanstieg plus 0,7 Prozent).

Das Beschäftigungswachstum entfiel nahezu vollständig auf die Gruppe der Männer (plus 468), denn es gab lediglich 332 weibliche Beschäftigte mehr.

Insbesondere wuchs die Zahl der Beschäftigten bei Jüngeren unter 25 Jahre (plus 315) und bei Älteren über 55 Jahre (832) überdurchschnittlich.

Zuletzt waren weniger Menschen in Vollzeit beschäftigt (minus 472), jedoch stieg dafür die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 1.272.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Bereich Heime & Sozialwesen, dem Gesundheitswesen, dem Gastgewerbe sowie in der Öffentlichen Verwaltung. Im Ver-arbeitenden Gewerbe sowie im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen wurden erneut überdurchschnittliche Beschäftigungsverluste registriert.

VIII. Ausbildungsmarkt

Erst im kommenden Monat werden Statistiken zur Bilanz des Ausbildungsjahres 2019 / 2020 veröffentlicht.