31.03.2021 | Presseinfo Nr. 16

Der Arbeitsmarkt im März 2021

- Arbeitslosenquote geht auf 5,4 Prozent zurück
- 6.857 Arbeitslose im Landkreis
- 1.858 freie Arbeitsstellen

I. Überblick

Mit dem Frühlingsanfang startete im März auch eine Belebung auf dem regionalen
Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
ist von Februar zu März wieder gesunken. Zuletzt waren in der Region 6.857
Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und damit 233 weniger als im Februar. Die
Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozentpunkte zurück und lag bei 5,4 Prozent.
Auch ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie sind deren Auswirkungen auf
den Arbeitsmarkt signifikant. Vor einem Jahr gab es im Agenturbezirk Pirna 953 Arbeitslose
weniger bei einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent.
Die Arbeitskräftenachfrage liegt seit Jahresbeginn leicht über der des Vorjahres.
Der Bestand freier Arbeitsstellen bewegt sich noch unter dem Vorjahresniveau.

„Auch in diesem Jahr hat eine übliche Frühjahrsbelebung auf dem regionalen Arbeitsmarkt eingesetzt, obwohl die aktuelle Corona-Entwicklung der Wirtschaft noch keine deutliche Entspannung signalisiert. Aber auch in Zeiten des Lockdown und vielen Unternehmen in Kurzarbeit bekamen wieder mehr Frauen und Männer die Chance für einen beruflichen Neueinstieg“, erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Pirnaer Agentur für Arbeit, Gerlinde Hildebrand, und ergänzt: „Die Schattenseite ist jedoch, dass ein Jahr Corona maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir eine ähnlich hohe Arbeitslosigkeit wie vor zwei Jahren verzeichnen. Kurzarbeit verhindert zwar in großem Umfang Entlassungen, aber so viele Menschen wie nie zuvor mussten ihre Selbständigkeit, zumindest vorübergehend, gegen Arbeitslosigkeit eintauschen und wir können seit über einem Jahr deutlich weniger Arbeitsuchende mit Fördermaßnahmen unterstützen, damit sie wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Allerdings führt der Weg in eine neue Beschäftigung oft über eine Qualifizierung. Deshalb wollen wir hier etwas Neues ausprobieren und im April erstmalig alternativ zu unserer traditionellen Bildungsmesse im Haus eine virtuelle Messe rund um das Thema Weiterbildung veranstalten.“

II. Kurzarbeit

Für den Monat November 2020 liegt die aktuelle Hochrechnung für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge vor. Demnach haben bislang für den November 915 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 6.654 beschäftigte Frauen und Männer beantragt.
Nachdem zum Jahresende 2020 und über den Jahreswechsel die Anzeigen über Kurzarbeit wieder deutlich angestiegen waren, gingen diese seit Februar wieder zurück. Jedoch zeigten auch im Februar und März 2021 lokale Unternehmen Kurzarbeitergeld neu an, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. So haben in den vergangenen Wochen weitere rund 200 regionale Betriebe Kurzarbeit neu angezeigt. Hinter diesen Anzeigen standen knapp 1.900 Beschäftigte. Die meisten Anzeigen zur Kurzarbeit meldeten die Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel.

III. Arbeitslosigkeit

Bewegung am Arbeitsmarkt

Im März meldeten sich weniger Personen neu arbeitslos und es konnten mehr Menschen die Arbeitslosigkeit beenden. Im Vergleich zum Vormonat nahmen deutlich mehr arbeitslose Frauen und Männer wieder eine Beschäftigung auf. Jedoch waren es nicht so viele, wie im Monat vor Beginn der Pandemie.
907 neue oder erneute Arbeitslosmeldungen wurden insgesamt im März gezählt, das waren 128 weniger als im Februar. Davon meldeten sich 387 Männer und Frauen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos und weitere 199 Personen nach einer Ausbildung oder Qualifizierung.

Insgesamt 1.143 gemeldete Personen konnten im März die Arbeitslosigkeit beenden, 221 mehr als im Februar. Davon nahmen 529 Arbeitslose im aktuellen Monat eine Erwerbstätigkeit auf, 121 mehr als im Februar. Weitere 194 Arbeitslose begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.
Vergleicht man die Zeiträume April 2020 bis März 2021 mit dem gleichen Vorjahres-zeitraum, dann gab es zuletzt circa doppelt so viele Menschen, die sich arbeitslos melden mussten, weil sie ihre Selbständigkeit nicht mehr ausüben konnten. Des Weiteren fanden in dieser Zeit rund 15 Prozent weniger Frauen und Männer eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt, um ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Hinzu kommen deutlich weniger Eintritte in Fördermaßnahmen, die beim Wiedereinstieg in eine Beschäftigung unterstützen.

Langzeitarbeitslose

Entgegen der Entwicklung anderer Personengruppen, stieg im März die Zahl der Langzeitarbeitslosen erneut.
2.585 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren im Berichtsmonat von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, 90 Personen mehr als im Februar. Auch der Abstand zum Vorjahr vergrößerte sich weiter. Im Vergleich zum März 2020 gab es 794 mehr arbeitslose Menschen, die ein Jahr und länger ohne Beschäftigung waren.

Jugendliche

Junge Menschen sind ebenfalls nach wie vor stärker von den arbeitsmarktlichen Aus-wirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Aber auch in dieser Personengruppe ging die Arbeitslosigkeit innerhalb des letzten Monats zurück (Minus 33 Personen).

Damit waren im März 2021 insgesamt 572 Arbeitslose unter 25 Jahre alt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 112 mehr Jugendliche, die ohne Job waren.

Ältere

Auch die Zahl der älteren Arbeitslosen lag höher als vor einem Jahr, aber über 50-Jährige sind weniger stark vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen.
Zuletzt waren 2.996 Arbeitslose im Alter über 50 arbeitslos gemeldet, 70 weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Zahl der Menschen ohne Job in dieser Altersgruppe um 335 höher.

IV. Rechtskreise und Grundsicherung

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im März 2021 ist ausschließlich auf die Entwicklung im Bereich der Versichertengemeinschaft zurückzuführen. Die Arbeitsagentur Pirna registrierte zuletzt 3.023 Arbeitslose und damit 313 Personen weniger als im Februar, jedoch 548 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Damit hat sich der Abstand zum Vorjahr deutlich verringert, liegt aber dennoch über dem des Monats Januar.
3.834 arbeitslose Menschen gehörten zum Rechtskreis SGB II und wurden vom Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betreut. Entgegen der allgemeinen Entwicklung und der im Rechtskreis SGB III, ist im Bereich der Grundsicherung die Arbeitslosenzahl innerhalb des letzten Monats um 80 Personen gestiegen. Auch der Abstand zum Vorjahr hat sich erhöht, denn im März 2020 wurden 405 SGB II-Arbeitslose weniger gezählt.
Die Zahl der Menschen, die Leistungen der Grundsicherung erhalten, ist im Vergleich zum Vormonat weiter angestiegen. Aktuell wurden 8.178 erwerbsfähige Leistungs-berechtigte registriert (Vormonat: 8.123).
Im Vergleich zum Vorjahr beziehen jedoch nach wie vor weniger Menschen Leistungen der Grundsicherung (minus 177), wobei unter ihnen auch weiterhin mehr Beschäftigte und Selbständige sind.

V. Blick auf die Geschäftsstellen

Die Arbeitslosenquote in den Geschäftsbereichen des Pirnaer Arbeitsagenturbezirkes schwankt zwischen der unverändert niedrigsten Quote in Dippoldiswalde (4,0 Prozent) und der höchsten Quote in der Region Pirna (6,1 Prozent).
In allen Regionen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Den prozentual stärksten Rückgang im Vergleich zum Februar verzeichnete die Region Pirna (Quote minus 0,3 Pro-zent).
Im Vergleich zum Vorjahr waren wiederum die Regionen Pirna und Freital von einem stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Bemerkenswert ist, dass der Sebnitzer Raum keine deutlich höhere Arbeitslosigkeit zum Vorjahr aufweist.

VI. Stellenangebote

Nach dem vergleichsweise höheren Zugang im Februar meldeten Arbeitgeber aus dem Landkreis im März etwas weniger neue Stellen.

Neue Arbeitskräftebedarfe wurden insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (59), im Baugewerbe (55) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (51) gemeldet. Aber auch im Gastgewerbe (33), im Handel (32), im Dienstleistungsbereich (30) und in der öffentlichen Verwaltung (31) kamen neue Stellen hinzu. In der Zeitarbeit wurden 85 neue Stellen registriert.
Insgesamt 441 Stellenzugänge wurden erfasst, so dass derzeit 1.858 freie Arbeitsstellen aus der Region beim Arbeitgeber-Service registriert sind.

Das regionale Bestandsangebot verteilt sich auf sechs Schwerpunkte: Verarbeitendes Gewerbe (243 Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (228 Stellen), Baugewerbe (201 Stellen), Gastgewerbe (153 Stellen), Handel/Kfz (151 Stellen) und Dienstleistungen (124 Stellen). In der Zeitarbeit sind aktuell 388 Stellen gemeldet.
Im Vorjahresmonat März 2020 gingen 423 neue Stellen ein und insgesamt gab es 2.037 Arbeitsplätze zu besetzen.

VII. Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung bleibt weiterhin hinter der Entwicklung der Arbeitslosigkeit zurück, weil Fördermaßnahmen der Arbeitsagentur und des Jobcenters, wie beispielsweise Weiterbildungen, nach wie vor nur eingeschränkt stattfinden können.
Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 8.474 Männer und Frauen. Das waren 331 mehr im Vergleich zum März des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen sank die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat um 0,1 Prozentpunkte und lag somit bei 6,6 Prozent (Vormonat: 6,7 Prozent/ Vorjahr: 6,3 Prozent).

VIII. Beschäftigung

Im September 2020* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 80.943 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit gab es zwar mehr beschäftigte Menschen als im Juni 2020, jedoch wurden im September erneut weniger Beschäftigte als im Vorjahr registriert. Der Rückgang lag bei 230 Personen bzw. 0,3 Prozent, hat sich jedoch damit im Vergleich zum Vorquartal etwas abgeschwächt (minus 553 Beschäftigte bzw. minus 0,7 Prozent).
Frauen waren vom Rückgang nicht betroffen, die Zahl der weiblichen Beschäftigten im Landkreis blieb nahezu gleich. Zudem wuchs die Beschäftigung bei Jüngeren (plus 4,4 Prozent) sowie Älteren über 55 Jahre (plus 2,5 Prozent). Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten (minus 1,9 Prozent) ging zurück, wohingegen es mehr Teilzeitbeschäftigte gibt (plus 3,4 Prozent).
Mit Abstand die größten Beschäftigungsverluste gingen auf das Konto der Verarbeitenden Industrie. Beschäftigungsgewinne verzeichneten Heime und Sozial- bzw. Ge-sundheitswesen, das Baugewerbe und die Öffentliche Verwaltung.