30.06.2021 | Presseinfo Nr. 28

Der Arbeitsmarkt im Juni 2021

- Arbeitslosigkeit geht weiter zurück
- Chancen auf neuen Job steigen wieder
- gute Ausbildungschancen für Absolventen 2021

I. Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist imJuni durch eine anhaltende Frühjahrsbelebung und die fortschreitenden Lockerungen  im Pandemiegeschehen weiter zurückgegangen. Das Niveau von 2019 wurde jedoch nicht erreicht. Zuletzt waren in der Region 6.052 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und damit  220 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote ging im Laufe des Monats um 0,1 Prozentpunkte zurück und lag bei 4,8 Prozent.

Vor einem Jahr gab es 359 mehr Arbeitslose bei einer Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent.  Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften nimmt kontinuierlich wieder zu, konnte aber das Niveau früherer Jahre vor Corona nicht erreichen.

„Der lokale Arbeitsmarkt stabilisiert sich sukzessive und die Prognose für die Zukunft stimmt positiv, da auch die Konjunktur wieder anzieht. Die Chancen auf einen neuen Job stehen aufgrund der zunehmenden Lockerungen deutlich besser als vor Monaten. Viele Unternehmen sind wieder an den Start gegangen und haben Personalbedarf. Nachdem zum Jahresende 2020 infolge der Corona-Krise die Zahl der Beschäftigten im Landkreis weiter gesunken war, sucht jetzt insbesondere auch das produzierende Gewerbe wieder Arbeitskräfte“, bilanziert die Chefin der Arbeitsagentur Pirna, Gerlinde Hildebrand, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen vom Juni.

„Wie jedes Jahr steht im Sommer die Ausbildung im Fokus. Für Jugendliche, für die die Schulzeit endete, war es besonders schwer. Aber die Chancen auf eine Ausbildung stehen auch in diesem Jahr gut. Nach einer herausfordernden Zeit bündeln wir gemeinsam mit unseren Partnern in Sachen Ausbildung alle Kräfte für die Schulabsolventen 2021. Mit der bestmöglichen Unterstützung wollen wir jeder und jedem den Weg in die passende Ausbildung ebnen“, erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pirna weiter.

II. Kurzarbeit

Für den Monat Februar 2021 liegt die aktuelle Hochrechnung für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge vor. Demnach haben bislang 1.504 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 9.385 beschäftigte Frauen und Männer beantragt.

Die Anzeigen über Kurzarbeit gingen seit Februar wieder zurück. Im Juni 2021 zeigten lokale Unternehmen nur noch vereinzelt Kurzarbeitergeld neu an, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Die meisten Anzeigen zur Kurzarbeit meldeten zuletzt Betriebe aus dem Baugewerbe.

III. Arbeitslosigkeit

Bewegung am Arbeitsmarkt

Im Juni konnten insgesamt mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, als sich Personen neu arbeitslos meldeten.

1.013 neue oder erneute Arbeitslosmeldungen wurden insgesamt im Juni gezählt, das waren 63 mehr als im Mai. Davon meldeten sich 368 Männer und Frauen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos und weitere 268 Personen nach einer Ausbildung oder Qualifizierung.

Insgesamt 1.225 gemeldete Personen konnten im Juni die Arbeitslosigkeit beenden, 45 weniger als im Mai. Davon nahmen 502 Arbeitslose im aktuellen Monat eine Er-werbstätigkeit auf, 35 weniger als im Mai. Weitere 256 Arbeitslose begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung.

Langzeitarbeitslose

Von Mai zu Juni ging die Zahl der Langzeitarbeitslosen ebenfalls zurück, wobei der Rückgang im Vergleich zu den anderen Personengruppen erneut schwächer ausfiel. Zudem gab es weiterhin im Vergleich zum Vorjahr bei den von Langzeitarbeitslosig-keit betroffenen Menschen den stärksten Anstieg.

2.541 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren im Berichtsmonat länger als ein Jahr ohne Beschäftigung, 49 Personen weniger als im Mai. Im Juni 2020 gab es 569 mehr Langzeitarbeitslose, das Plus lag bei 28,9 Prozent.

Insgesamt liegt somit das Niveau der Langzeitarbeitslosigkeit in der Region deutlich höher als vor der Corona-Krise. Im Juni 2019 gab es 1.968 arbeitslose Menschen, die ein Jahr und länger ohne Beschäftigung waren.

Jugendliche

Auch die Zahl arbeitsloser Jugendlicher unter 25 Jahren ist innerhalb des letzten Monats weiter zurückgegangen. Zuletzt waren 474 junge Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 36 bzw. 7,1 Prozent weniger als im Mai. Im Vergleich zum Juni des vergangenen Jahres ist die Jugendarbeitslosigkeit um 14,4 Prozent gesunken (minus 80 Personen). Im Juni 2019 - und damit vor der Corona-Pandemie - gab es im Landkreis 386 arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahre.

Ältere

Die Zahl der älteren Arbeitslosen ist im letzten Monat ebenfalls zurückgegangen. Im Juni waren 2.636 Arbeitslose im Alter über 50 arbeitslos gemeldet, 96 weniger als einen Monat zuvor. Im Vorjahr lag die Zahl der Menschen ohne Job in dieser Altersgruppe um 104 höher und im Juni 2019 gab es im Landkreis 2.315 arbeitslose über 50-Jährige.

IV. Rechtskreise und Grundsicherung

Die niedrigere Arbeitslosigkeit im Juni 2021 ist wiederum größtenteils auf die rückläufige Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Versichertengemeinschaft zurückzuführen. Die Arbeitsagentur Pirna registrierte zuletzt 2.427 Arbeitslose und damit 142 Personen bzw. 5,5 Prozent weniger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahr gab es deutlich weniger Arbeitslose (minus 385 bzw. minus 13,7 Prozent).

3.625 arbeitslose Menschen gehörten zum Rechtskreis SGB II und wurden vom Jobcenter Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betreut. Jedoch fiel der Rückgang an Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung deutlich geringer aus – minus 78 Personen bzw. minus 2,1 Prozent im Vergleich zum Mai.

Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Rückgang deutlich geringer aus als im SGB III-Bereich – minus 26 Personen bzw. minus 0,7 Prozent.

Die Zahl der Menschen, die Leistungen der Grundsicherung erhalten, ging im Vergleich zum Vormonat leicht zurück. Aktuell wurden 8.073 erwerbsfähige Leistungsberechtigte registriert (Vormonat: 8.133).

Im Vergleich zum Juni 2020 beziehen deutlich weniger Menschen Leistungen der Grundsicherung (minus 534).

V. Blick auf die Geschäftsstellen

Die Arbeitslosenquote in den Geschäftsbereichen des Pirnaer Arbeitsagenturbezirkes schwankt zwischen der unverändert niedrigsten Quote in Dippoldiswalde (3,5 Prozent) und der höchsten Quote in der Region Pirna (5,4 Prozent).

In allen Regionen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Den prozentual stärksten Rückgang im Vergleich zum Mai verzeichnete die Region Sebnitz (Quote minus 0,3 Prozentpunkte).

Im Vergleich zum Vorjahr ist in alle Regionen die Arbeitslosigkeit in ähnlichen Umfang zurückgegangen – minus 0,2 bzw. 0,3 Prozentpunkte in der Quote - mit Ausnahme von Sebnitz. Hier sank die Arbeitslosenquote wieder besonders stark um 0,7 Prozentpunkte.

Im Vergleich zum Juni 2019 verzeichnen alle Regionen nach wie vor eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit.

VI. Stellenangebote

Im Juni dieses Jahres meldeten Arbeitgeber aus dem Landkreis mehr neue Stellen als im Vormonat, aber weniger als im Juni 2020. Neue Arbeitskräftebedarfe wurden insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (85), im Gesundheits- und Sozialwesen (54) sowie im Bereich Handel/Kfz (46) gemeldet. In der Zeitarbeit wurden 93 neue Stellen registriert.

Insgesamt 465 Stellenzugänge wurden erfasst, so dass derzeit 2.077 freie Arbeitsstellen aus der Region beim Arbeitgeber-Service registriert sind.

Das regionale Bestandsangebot verteilt sich auf sechs Schwerpunkte: Verarbeitendes Gewerbe (357 Stellen), Gesundheits- und Sozialwesen (275 Stellen), Baugewerbe (219 Stellen), Handel/Kfz (173 Stellen), Gastgewerbe (172 Stellen) und Dienstleistungen (126 Stellen). In der Zeitarbeit sind aktuell 383 Stellen gemeldet.

Im Juni 2020 gingen 623 neue Stellen ein und es gab 1.708 Arbeitsplätze zu besetzen.

VII. Unterbeschäftigung

Nach vorläufigen Berechnungen belief sich die Zahl der Arbeitslosen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die den Arbeitsmarkt entlasten, im Berichtsmonat auf 7.942 Männer und Frauen. Das waren 405 weniger im Vergleich zum Juni des Vorjahres. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Berichtsmonat bei 6,2 Prozent (Vormonat: 6,3 Prozent/ Vorjahr: 6,5 Prozent).

VIII. Beschäftigung

Im Dezember 2020* waren im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 80.177 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit gab es erneut weniger Beschäftigte als im Vorjahr. Der Rückgang lag bei 96 Personen bzw. 0,1 Prozent.

Die Beschäftigung Jüngerer unter 25 Jahre (plus 4,7 Prozent) sowie Älterer über 55 Jahre (plus 3,1 Prozent) verzeichnete einen Anstieg. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten (minus 1,6 Prozent) ging zurück, wohingegen es mehr Teilzeitbeschäftigte gab (plus 3,1 Prozent).

Mit Abstand die größten Beschäftigungsverluste gingen auf das Konto der Verarbeitenden Industrie. Beschäftigungsgewinne verzeichneten Heime und Sozialwesen, die Öffentliche Verwaltung und das Baugewerbe. * letzter Quartalsstichtag mit gesicherten Angaben

IX. Ausbildungsmarkt

Im laufenden Ausbildungsmarktjahr 2020/2021 haben sich seit Beginn des Berichtsjahres 1.108 Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Pirna gemeldet. Die Zahl der gemeldeten Bewerber für Berufsausbildungsstellen lag damit niedriger als im letzten Jahr (minus 42 bzw. minus 3,7 Prozent).

Von regionalen Unternehmen wurden bisher 957 Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Pirna gemeldet (plus 24 bzw. plus 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). 489 Ausbildungsangebote davon waren im Juni noch unbesetzt.

Die meisten noch freien Ausbildungsstellen im Landkreis gibt es in den Berufen:

1. Zerspanungsmechaniker/in (28 Stellen)

2. Verkäufer/in (27 Stellen)

3. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (20 Stellen)

4. Bäckereiverkäufer/in (17 Stellen)

5. Industriemechaniker/in (14 Stellen)

6. Elektroniker/in (14 Stellen)

7. Hotelfachmann/-frau (14 Stellen)

8. Versicherungskaufmann/-frau (14 Stellen)

9. Werkzeugmechaniker/in (11 Stellen)

10. Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (11 Stellen)

Aber auch in anderen Bereichen wird Nachwuchs gesucht.

In zahlreichen verschiedenen anerkannten Ausbildungsberufen werden in der Region noch Ausbildungsmöglichkeiten geboten.

Ein Überblick über gemeldete freie Lehrstellen in der Region wird regelmäßig im Internet veröffentlicht: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/pirna/ausbildungsangebote