02.03.2021 | Presseinfo Nr. 15

Vogtland: Leichter saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar

Im Vogtland waren im Februar 6.961 arbeitslose Frauen und Männer gemeldet, 143 oder 2,1 Prozent mehr als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 773 Personen bzw. 12,5 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent. Der vogtländische Arbeitsmarkt hält dem Lockdown noch stand und Kurzarbeitergeld sichert Beschäftigungsverhältnisse in der Region.

„Nach dem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Februar saisonal bedingt nur leicht gestiegen. Der Winter hatte den Arbeitsmarkt fest im Griff und dadurch konnten auch weniger Beschäftigungsverhältnisse als vor einem Jahr begonnen werden. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit um fast 800 Personen ersichtlich. Dieser Zuwachs fällt wieder stärker aus als noch in den letzten Monaten und zieht sich durch alle Personengruppen. Langzeitarbeitslose und Jugendliche sind von dieser Entwicklung besonders stark betroffen“, berichtet André Wille, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Plauen und ergänzt: „Im Februar meldeten sich weniger Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos und es erfolgten mehr Beschäftigungsaufnahmen als noch im Januar.“

Kurzarbeitergeld wirkt weiter als ein stabilisierender Faktor. „Die vogtländischen Unternehmen denken an die Zukunft und halten an ihren Fachkräften fest. Auch wir leisten unseren Beitrag zur Fachkräftesicherung und setzen auf die Berufsberatung im Erwerbsleben. Demografie, Digitalisierung und Strukturwandel sind die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Die berufliche Bildung nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein, denn der technologische Wandel verändert immer weiter die Anforderungen an die Belegschaften. Egal, ob es sich um eine Anpassung an neue Anforderungen bei dem jetzigen Arbeitgeber, einen Aufstieg, einen Wiedereinstieg oder auch eine berufliche Neuorientierung handelt - bei uns gibt es die professionelle Unterstützung für jedes Alter“, betont André Wille.

„Im Vergleich zum Januar wurden deutlich mehr freie Jobs gemeldet“, so André Wille. „Insgesamt stehen aktuell über 2.600 freie Beschäftigungsmöglichkeiten quer durch alle Wirtschaftsbranchen zur Verfügung. Bei den Stellenbesetzungen agieren die Arbeitgeber zurzeit jedoch noch verhalten.“

Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,1 Prozentpunkt auf 6,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 5,4 Prozent.

Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor unterschiedlich dar. In allen Geschäftsstellen ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet Klingenthal mit 4,7 Prozent gefolgt von Auerbach mit 5,0 Prozent. Oelsnitz liegt aktuell bei 5,3 Prozent, Reichenbach bei 5,5 Prozent und Plauen bei 7,6 Prozent.

Arbeitslose nach Rechtskreisen:
Vorjahresvergleich
Im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) sind 3.371 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 666 mehr als im Februar 2020 und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) 3.590 Personen, 107 mehr als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage:
Im Februar wurden 553 Stellen gemeldet, das sind über 58 Prozent mehr als im Vormonat und rund 12 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Stellen liegt mit über 2.600 leicht über dem Vormonat und rund 5 Prozent unter dem Vorjahr.

Unterbeschäftigung:
Im letzten Monat haben nach ersten Hochrechnungen mehr als 1.600 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder gesetzliche Regelungen in Anspruch genommen und damit den Arbeitsmarkt entlastet. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung auf 8.644. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Februar bei 7,5 Prozent (Vormonat: 7,3 Prozent, Vorjahr: 7,0 Prozent).

Kurzarbeit:
Für den Monat Oktober liegt die aktuelle Hochrechnung für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit im Vogtland vor. Demnach haben bislang 845 Betriebe Kurzarbeitergeld für 5.292 Arbeitnehmer abgerechnet. Die Zahl der Kurzarbeiter ist damit seit dem Höchststand im April (2.238 Betriebe mit 17.916 Beschäftigten) rückläufig.