01.09.2020 | Presseinfo Nr. 54

Der vogtländische Arbeitsmarkt im August – Arbeitslosigkeit steigt an

„Im August ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Vogtland wieder leicht gestiegen. Das hat zum Teil saisonale Gründe und auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach wie vor sichtbar. Besonders jüngere Menschen trifft die aktuelle Krise am Arbeitsmarkt“, bilanziert Agenturchefin Petra Schlüter und ergänzt: „Der Anstieg bei den Jugendlichen geht unter anderem auf die Verschiebung der Abschlussprüfungen der Auszubildenden zurück. Dadurch hat sich für viele Jugendliche die Ausbildungszeit verlängert. Wenn sie dann nicht übernommen wurden, melden sie sich arbeitslos. Der Übergang von Ausbildung oder Studium in den Beruf gestaltet sich durch die geschwächte Wirtschaft deutlich schwerer. Aber aufgrund der demografischen Entwicklung rate ich den Unternehmen an den jungen Fachkräften festzuhalten.“ Mit Blick auf den Ausbildungsbeginn in 2020 verweist sie auf das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“. „Mit dieser Förderung sollen Arbeitgeber finanziell unterstützt werden, die auch in der aktuell unklaren Lage ausbilden. Ihre persönlichen Ansprechpartner im gemeinsamen Arbeitgeberservice beraten sie gern dazu.“
 
 

Im Agenturbezirk waren im August 6.438 arbeitslose Frauen und Männer gemeldet, 167 oder 2,7 Prozent mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.038 Personen bzw. 19,2 Prozent mehr.

Kurz vor Ausbildungsstart sind im Vogtland statistisch betrachtet noch 220 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 529 offene Stellen gegenüber. Tatsächlich dürfte sich dieses Verhältnis allerdings noch verändern. „Unsere Berufsberater halten engen Kontakt zu den Jugendlichen. Sie beraten die Jugendlichen zu Ausbildungswünschen, zeigen Alternativen auf und bieten Unterstützungsmöglichkeiten an. Wenn Absolventen eine Ausbildung in der Tasche oder sich für einen weiterführenden Schulbesuch entschieden haben, ist es wichtig, seinen Berufsberater darüber zu informieren. Wir können uns dann auf diejenigen konzentrieren, die unsere Hilfe und Unterstützung jetzt noch benötigen“, erläutert Petra Schlüter.

Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,1 Prozentpunkt auf 5,6 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 4,7 Prozent.

Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor unterschiedlich dar. In allen Geschäftsstellen ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet Klingenthal mit 3,9 Prozent gefolgt von Oelsnitz mit 4,2 Prozent. Danach kommt Auerbach mit 4,7 Prozent. Reichenbach liegt aktuell bei 5,5 Prozent und Plauen bei 7,1 Prozent.

Durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice wurden im August 508 Stellen akquiriert, fast 15 Prozent mehr als im Juli und rund 4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Insgesamt stehen rund 2.000 freie Jobangebote zur Besetzung zur Verfügung.

Arbeitslose nach Rechtskreisen
Damit waren im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) im August 2.971 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 1.030 mehr als im August 2019 und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) 3.467 Personen, 8 mehr als im Vorjahr.