01.09.2020 | Presseinfo Nr. 16

Lage am Arbeitsmarkt im August stabilisiert

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich im August in Berlin und Brandenburg inmitten der Corona-Pandemie für viele unerwartet positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ging in beiden Ländern zurück. Zuvor waren seit April, mit dem Beginn der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen, im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosenzahlen deutlich gestiegen.
 

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich im August in Berlin und Brandenburg inmitten der Corona-Pandemie für viele unerwartet positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ging in beiden Ländern zurück. Zuvor waren seit April, mit dem Beginn der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen, im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosenzahlen deutlich gestiegen.

In Berlin waren im August 214.303 Personen arbeitslos. Das sind 1.002 weniger als im Juli. Im Vergleich zum August 2019 liegt die Arbeitslosenzahl um 58.055 höher. Weniger Beschäftigte als noch im Juli verloren ihre Arbeit, während gleichzeitig deutlich mehr Arbeitslose eine neue Tätigkeit aufnahmen.

In Brandenburg betrug die Zahl der arbeitslosen Personen im August 86.065, das sind 1.239 weniger als im Juli. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 11.089. Auch in Brandenburg fanden mehr Arbeitslose als im Juli einen neuen Job. Die Zahl der Beschäftigten, die arbeitslos wurden, fiel geringer aus als im vergangenen Monat.    

Entlastet wurde der Arbeitsmarkt der Region weiterhin durch das Kurzarbeitergeld. Jetzt liegen die Daten für die realisierte Kurzarbeit im Mai vor. Demnach haben in Berlin 192.308 Beschäftigte kurzgearbeitet. In Brandenburg waren 104.165 Menschen in Kurzarbeit. Damit war in beiden Ländern jeweils jeder achte Beschäftigte betroffen. Im Vergleich zum April ging in beiden Ländern die Kurzarbeit zurück.

Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkts- und Ausbildungsmarkt: „Im August hat sich der Arbeitsmarkt in der Region stabilisiert. Es gab weniger Entlassungen als im Juli, gleichzeitig stellten die Unternehmer wieder stärker Personal ein – dies in einem Monat, in dem die Unternehmen in den vergangenen Jahren zurückhaltend agierten. Nach den pandemiebedingt schlechten Monaten seit März war diese Entwicklung nicht unbedingt zu erwarten. Das nährt die Hoffnung, dass der Arbeitsmarkt auf einen stabilen Pfad zurückfindet. Das Kurzarbeitergeld hat sich als eine belastbare Brücke erwiesen. Auch der Schutzschirm „Grundsicherung“ wirkt bei mehr als 18.500 Haushalten in Berlin, die gegenüber dem Vorjahr zusätzlich zu verzeichnen sind. Jetzt muss alles unternommen werden, damit diese positive Entwicklung in den Unternehmen im Herbst stabil bleibt und mehr Menschen davon profitieren können. Das beginnt mit achtsamem Verhalten bei jedem einzelnen.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibt eine große Herausforderung. In Berlin suchen noch 7.000 Schulabgänger eine Ausbildungsstelle. Auf der anderen Seite stehen noch 5.060 unbesetzte betriebliche Lehrstellen zur Verfügung. In Brandenburg suchen derzeit 4.000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig gibt es in den Unternehmen noch 4.700 freie Plätze – viele davon im Berliner Umland. Auch wenn das neue Ausbildungsjahr diese Woche beginnt, bestehen bis in den Oktober noch gute Chancen, ins Berufsleben zu starten. Jugendliche und Ausbildungsbetriebe sollten keine Zeit verlieren und handeln!

Auf dem Arbeitsmarktgipfel des Senats in der letzten Woche haben alle Partner verstärkte Kooperationen und zahlreiche Aktivitäten für die nächsten Wochen vereinbart, um jedem ausbildungsinteressierten Jugendlichen noch für dieses Jahr ein Angebot zu unterbreiten. Das gilt insbesondere für die gemeinsamen Aktionen mit unseren Partnern in der Nachvermittlung. Die Standorte der Jugendberufsagentur Berlin sind gerade jetzt die richtigen Anlaufstellen für die jungen Menschen, um Unterstützung zu erhalten.“

 

Der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg im Überblick:

Region

Arbeitslose

Arbeitslosen-Quote

August 2020

Veränderung zum

August 2020

Veränderung zum

Juli 2020

August 2019

Juli 2020

August 2019

    Berlin

214.303

-1.002 (-0,5 %)

58.055 (+37,2 %)

10,7 %

-0,1 %

2,7 %

    Brandenburg

86.065

 -1.239 (-1,4 %)

11.089 (+14,8 %)

6,4 %

-0,1 %

0,8 %

 

Arbeitsmarkt Land Berlin

Im August 2020 waren in Berlin bei den Agenturen für Arbeit und den 12 Jobcentern insgesamt 214.303 Arbeitslose gemeldet, 1.002 Personen weniger als im Juli 2020 und 58.055 mehr als im August 2019.

Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug 10,7 Prozent. Sie lag damit um 2,7 Prozentpunkte über der des August 2019.

Die Zahl der Arbeitslosen von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Juli um 202 bzw. 1,1 Prozent auf 18.687 gesunken – dies sind 5.692 Jugendliche mehr als im August 2019 (+43,8 Prozent).

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, lag im August bei 258.482 Personen (ohne Kurzarbeit). Das waren 1.461 weniger als im Juli und 38.978 mehr als im August 2019.

Im Juni 2020 waren 1.539.800 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 11.900 Personen mehr als im Juni 2019. Mit dieser Steigerung von 0,8 Prozent liegt die Region 1,0 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden im August 3.977 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 550 weniger als im Vormonat. Insgesamt waren in diesem Monat im Land Berlin 19.172 freie Arbeitsstellen gemeldet, 7.935 weniger als im August 2019.

10.237 Personen nahmen an beruflichen Bildungsmaßnahmen teil.

 

 

Arbeitsmarkt Land Brandenburg

Im August 2020 waren in Brandenburg bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 86.065 Arbeitslose gemeldet, 1.239 Personen weniger als im Juli 2020 und 11.089 mehr als im August 2019.

Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug 6,4 Prozent. Sie lag damit um 0,8 Prozentpunkte über der des August 2019.

Die Zahl der Arbeitslosen von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Juli um 4 bzw. 0,1 Prozent auf 7.874 gestiegen – dies sind 1.770 Jugendliche mehr als im August 2019 (+29,0 Prozent).

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, lag im August bei 108.721 Personen (ohne Kurzarbeit). Das waren 1.764 weniger als im Juli und 5.329 mehr als im August 2019.

Im Juni 2020 waren 849.000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 5.200 Personen weniger als im Juni 2019. Mit diesem Rückgang von 0,6 Prozent liegt die Region 0,4 Prozentpunkte unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden im August insgesamt 4.355 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 189 mehr als im Vormonat. Es gab in diesem Monat im Land Brandenburg 20.924 Arbeitsstellen, 3.012 weniger als im August 2019.

4.318 Personen nahmen an beruflichen Bildungsmaßnahmen teil.

 


 

Den Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt für Berlin und Brandenburg finden Sie im Webauftritt der Regionaldirektion – zusammen mit den Corona-Reports.

Die Eckwerte zum Arbeitsmarkt gibt es auch in den kostenfreien Smartphone-Apps „BA Statistik“ und „BA SGB II“.

Alle Informationen über Aktivitäten der Arbeitsagenturen zu Corona im Serviceportal COVID-19 der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg.