01.12.2020 | Presseinfo Nr. 23

Arbeitsmarkt im November stabil

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich im November weiter leicht verbessert. In Berlin und in Brandenburg ist die Arbeitslosigkeit erneut gesunken. Allerdings werden mit umfangreicher Kurzarbeit in vielen Unternehmen die Probleme aufgefangen, die durch die Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen entstehen.

In Berlin waren im November 202.313 Personen arbeitslos. Das waren 2.479 weniger als im Oktober, aber 53.538 mehr als vor einem Jahr. In Brandenburg meldeten sich bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 80.099 Männer und Frauen arbeitslos, 1.122 weniger als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 8.025.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist coronabedingt geringer geworden. In Berlin sind den Arbeitsagenturen und Jobcentern derzeit 18.598 freie Stellen gemeldet, in Brandenburg 21.100. Vor allem in Berlin sind das mit fast einem Drittel deutlich weniger als vor einem Jahr.

Aktuell liegen die Daten für die realisierte Kurzarbeit im August vor. Demnach haben in Berlin 106.355 Beschäftigte kurzgearbeitet. In Brandenburg waren es 39.263 Personen. Damit hat sich das Ausmaß der Kurzarbeit in beiden Ländern weiter verringert. Allerdings ist im November die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit infolge des Teil-Lockdowns deutlich gestiegen.

Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt:

„Der Arbeitsmarkt reagiert angesichts der Belastungen durch die Pandemie noch immer robust. Die Arbeitslosigkeit ist in beiden Ländern seit August stetig gesunken. Diese Entwicklung zeigt, dass es für weitere Erholungen am Arbeitsmarkt, wovon viele Menschen abhängig sind, zwingende Voraussetzung ist, die Pandemie auf ein niedriges Niveau zu drücken. Es zeigt auch, wie viel Potenzial für eine recht zügige Erholung in der Region liegt. Mein Appell richtet sich daher an die Unternehmen, wo immer es unter den gegebenen Umständen möglich ist, die Zeit nach der Krise nicht aus den Augen zu verlieren. Duale Ausbildung, betriebliche Qualifizierung und Weiterbildung bleiben bestimmende Themen – in und erst recht nach der Krise. Insgesamt bleibt jetzt die Lage fragil. Besonders die Bereiche Tourismus, Gastgewerbe, Teile des Handels und das Veranstaltungswesen müssen mit Umsatz- und Auftragseinbrüchen kämpfen. Die Regelungen zur Kurzarbeit entlasten hier in großem Umfang und sichern die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sozial ab, ebenso wie die Bundes- und Länderprogramme. Welche Ausmaße der neuerliche Teil-Lockdown hat, werden wir für den Arbeitsmarkt erst im Dezember und danach sehen. Wir raten allen Unternehmen, die Zeit der Kurzarbeit aktiv für die Weiterbildung der Mitarbeiter zu nutzen. Sie können auf unsere Unterstützung zählen: Informieren Sie sich bitte bei Ihrer Arbeitsagentur, welche Möglichkeiten und welche Förderung es für Ihr Unternehmen in der Weiterbildung gibt.

In eigener Sache möchte ich mich heute von Ihnen, den Leserinnen und Lesern der monatlichen Pressemitteilung, sehr herzlich verabschieden. Mit vielen von Ihnen verbinden mich persönliche enge und fruchtbare Kontakte. Für viele Anregungen und die konstruktive Zusammenarbeit danke ich Ihnen sehr herzlich und wünsche Ihnen alles Gute!“

Zum 1. Dezember 2020 findet ein Wechsel an der Spitze der Regionaldirektion statt. Dr. Ramona Schröder wird als neue Vorsitzende der Geschäftsführung die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit leiten. Sie übernimmt das Amt von Bernd Becking, der in die EU-Kommission in Brüssel wechseln und dort Themen des europäischen Arbeitsmarktes bearbeiten wird.  

Dr. Ramona Schröder ist seit vielen Jahren in der Bundesagentur für Arbeit in leitenden Positionen tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Arbeitsmarktpolitik. Seit Mai 2014 führte sie als Vorsitzende der Geschäftsführung die Agentur für Arbeit Potsdam. Zuvor leitete die promovierte Politik-Ökonomin dreizehn Jahre die Agentur für Arbeit Berlin Mitte.  

Ein Foto von Dr. Ramona Schröder finden Sie hier.


Arbeitsmarkt Land Berlin

Im November 2020 waren in Berlin bei den Agenturen für Arbeit und den 12 Jobcentern insgesamt 202.313 Arbeitslose gemeldet, 2.479 Personen weniger als im Oktober 2020 und 53.538 mehr als im November 2019.

Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug 10,1 Prozent. Sie lag damit um 2,5 Prozentpunkte über der des November 2019.

Die Zahl der Arbeitslosen von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Oktober um 394 bzw. 2,2 Prozent auf 17.791 gesunken – dies sind 5.435 Jugendliche mehr als im November 2019 (+44,0 Prozent).

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, lag im November bei 255.777 Personen (ohne Kurzarbeit). Das waren 986 weniger als im Oktober und 38.689 mehr als im November 2019.

Im September 2020 waren 1.559.500 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 8.600 Personen mehr als im September 2019. Mit dieser Steigerung von 0,6 Prozent liegt die Region 1,0 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden im November 4.664 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 318 mehr als im Vormonat. Insgesamt waren in diesem Monat im Land Berlin 18.598 freie Arbeitsstellen gemeldet, 7.788 weniger als im November 2019.

11.203 Personen nahmen an beruflichen Bildungsmaßnahmen teil.

Arbeitsmarkt Land Brandenburg

Im November 2020 waren in Brandenburg bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 80.099 Arbeitslose gemeldet, 1.122 Personen weniger als im Oktober 2020 und 8.025 mehr als im November 2019.

Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug 6,0 Prozent. Sie lag damit um 0,6 Prozentpunkte über der des November 2019.

Die Zahl der Arbeitslosen von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Oktober um 332 bzw. 4,9 Prozent auf 6.480 gesunken – dies sind 1.143 Jugendliche mehr als im November 2019 (+21,4 Prozent).

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, lag im November bei 104.432 Personen (ohne Kurzarbeit). Das waren 1.067 weniger als im Oktober und 2.781 mehr als im November 2019.

Im September 2020 waren 860.800 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 4.700 Personen weniger als im September 2019. Mit diesem Rückgang von 0,5 Prozent liegt die Region 0,1 Prozentpunkte unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden im November insgesamt 4.147 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 718 weniger als im Vormonat. Es gab in diesem Monat im Land Brandenburg 21.100 Arbeitsstellen, 1.446 weniger als im November 2019.

4.480 Personen nahmen an beruflichen Bildungsmaßnahmen teil.

Den Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt für Berlin und Brandenburg finden Sie im Webauftritt der Regionaldirektion – zusammen mit den Corona-Reports.

Die Eckwerte zum Arbeitsmarkt gibt es auch in den kostenfreien Smartphone-Apps „BA Statistik“ und „BA SGB II“.

Alle Informationen über Aktivitäten der Arbeitsagenturen zu Corona im Serviceportal COVID-19 der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg.