01.07.2020 | Presseinfo Nr. 13

Corona-Folgen: Arbeitsmarkt in Berlin weiter stark unter Druck; in Brandenburg günstigere Entwicklung

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich auch im Juni am Arbeitsmarkt besonders in Berlin, wo die Arbeitslosigkeit weiter steigt. Der Anstieg fällt mit 8.700 Personen im Vergleich zum Vormonat mit 18.000 aber deutlich geringer aus. In Brandenburg dagegen blieb die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Mai stabil.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich auch im Juni am Arbeitsmarkt besonders in Berlin, wo die Arbeitslosigkeit weiter steigt. Der Anstieg fällt mit 8.700 Personen im Vergleich zum Vormonat mit 18.000 aber deutlich geringer aus. In Brandenburg dagegen blieb die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Mai stabil. In beiden Ländern arbeiten weiter zehntausende Unternehmen kurz. Im Juni haben nur noch 1.100 Unternehmen in Berlin und 490 in Brandenburg Kurzarbeit neu angezeigt.

Die Zahl der Arbeitslosen betrug im Juni in Berlin 209.360, das sind 8.719 Personen mehr als im Mai. Im Vergleich zum Juni 2019 beträgt der Zuwachs 56.745 Personen. In Berlin wurden vor allem Menschen in den Branchen Gastgewerbe, Handel und dem Dienstleistungsbereich arbeitslos.

In Brandenburg waren im Juni bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 86.226 Arbeitslose gemeldet. Das sind 754 weniger als im Mai und 11.870 mehr als im Juni 2019. In Brandenburg wurden vor allem Menschen aus dem Dienstleistungsbereich, dem Handel und dem verarbeitenden Gewerbe arbeitslos.

Der Schutzschirm Grundsicherung mit dem vereinfachten Zugang wirkt auch für Selbständige, denen die Aufträge weggebrochen sind. In Berlin gab es seit April einen Anstieg um 5.200 Personen, in Brandenburg um 1.300 Personen, deren Lebensunterhalt und Miete durch die Jobcenter gesichert wird.

Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkts- und Ausbildungsmarkt: „Der Arbeitsmarkt im Juni, in dem sonst Arbeitslosigkeit zurückgeht, ist besonders in Berlin weiter unter Druck. Mit den einsetzenden Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen gibt es zwar erste günstigere Entwicklungen wie in Brandenburg, wo die Zahl der arbeitslosen Menschen erstmalig in der Krise abnimmt. Die Arbeitslosigkeit liegt jedoch in beiden Ländern deutlich höher als im Juni 2019. Auch bei der Beschäftigung sind negative Spuren sichtbar. Die massive Kurzarbeit stabilisiert weiter in beiden Ländern den Arbeitsmarkt. In den nächsten Wochen gilt es, dass alle Partner ihre Anstrengungen gemeinsam auf den Endspurt am Ausbildungsmarkt im September konzentrieren. In Berlin sind im Juni noch fast 6.900 Ausbildungsstellen unbesetzt, in Brandenburg 6.800. Mit Flexibilität und Mobilität sind das 13.700 Chancen in der Region für einen guten Start ins Berufsleben. Junge Leute zögern zurzeit noch mit ihren Berufsentscheidungen. Unternehmen wissen nicht, wie die nächsten Monate verlaufen werden. In dieser Situation bieten wir an, womit beide Seiten gewinnen können: professionelle Unterstützung, Beratung und Vermittlung in der Jugendberufsagentur. Für Arbeitgeber, wie und wo sie Ausbildungsplätze anbieten und sich geeignete Bewerber sichern können. Für junge Leute auf der Suche, wie eine persönliche Perspektive aussehen kann und wie man sich erfolgreich auf freie Ausbildungsplätze bewirbt. Dabei können die digitalen Angebote der Arbeitsagenturen, wie die AzubiWelt und die Stellenbörse gut unterstützen.“

 

Der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg im Überblick:

Region

Arbeitslose

Arbeitslosen-Quote

Juni 2020

Veränderung zum

Juni 2020

Veränderung zum

Mai 2020

Juni 2019

Mai 2020

Juni 2019

    Berlin

209.360

8.719 (+4,3 %)

56.745 (+37,2 %)

10,5 %

0,5 %

2,7 %

    Brandenburg

 

 

 

86.226

 -754 (-0,9 %)

11.870 (+16,0 %)

6,5 %

-

0,9 %

 

Arbeitsmarkt Land Berlin

Im Juni 2020 waren in Berlin bei den Agenturen für Arbeit und den 12 Jobcentern insgesamt 209.360 Arbeitslose gemeldet, 8.719 Personen mehr als im Mai 2020 und 56.745 mehr als im Juni 2019.

Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug 10,5 Prozent. Sie lag damit um 2,7 Prozentpunkte über der des Juni 2019.

Die Zahl der Arbeitslosen von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Mai um 742 bzw. 4,3 Prozent auf 17.946 gestiegen – dies sind 5.572 Jugendliche mehr als im Juni 2019 (+45,0 Prozent).

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, lag im Juni bei 254.986 Personen (ohne Kurzarbeit). Das waren 5.380 mehr als im Mai und 35.540 mehr als im Juni 2019.

Im April 2020 waren 1.542.200 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 20.200 Personen mehr als im April 2019. Mit dieser Steigerung von 1,3 Prozent liegt Berlin 1,2 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden im Juni 4.585 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 1.753 mehr als im Vormonat. Insgesamt waren in diesem Monat im Land Berlin 20.606 freie Arbeitsstellen gemeldet, 6.812 weniger als im Juni 2019.

10.760 Personen nahmen an beruflichen Bildungsmaßnahmen teil.

 

Arbeitsmarkt Land Brandenburg

Im Juni 2020 waren in Brandenburg bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 86.226 Arbeitslose gemeldet, 754 Personen weniger als im Mai 2020 und 11.870 mehr als im Juni 2019.

Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug 6,5 Prozent. Sie lag damit um 0,9 Prozentpunkte über der des Juni 2019.

Die Zahl der Arbeitslosen von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Mai um 28 bzw. 0,4 Prozent auf 7.338 gesunken – dies sind 1.934 Jugendliche mehr als im Juni 2019 (+35,8 Prozent).

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, lag im Juni bei 109.420 Personen (ohne Kurzarbeit). Das waren 504 weniger als im Mai und 5.684 mehr als im Juni 2019.

Im April 2020 waren 850.500 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 3.300 Personen weniger als im April 2019. Mit diesem Rückgang von 0,4 Prozent liegt die Region 0,5 Prozentpunkte unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden im Juni insgesamt 3.930 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 496 mehr als im Vormonat. Es gab in diesem Monat im Land Brandenburg 20.599 Arbeitsstellen, 3.944 weniger als im Juni 2019.

4.550 Personen nahmen an beruflichen Bildungsmaßnahmen teil.


Der komplette Arbeitsmarktbericht Berlin-Brandenburg im Web und die Eckwerte in den kostenfreien Smartphone-Apps „BA Statistik“ und „BA SGB II“.

Im Webauftritt der Regionaldirektion geben die Arbeitsmarkttelegramme für Berlin und für Brandenburg einen kompakten, vertiefenden Überblick.

Alle Informationen über Aktivitäten der Arbeitsagenturen zu Corona im Serviceportal COVID-19 auf der Startseite der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-bb/startseite oder direkt auf www.dafürsie.de.