09.11.2020 | Presseinfo Nr. 68

Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2019/2020:

trotz weniger Bewerber und Stellen weitgehend ausgeglichen

In diesem Jahr gibt es sowohl auf der Bewerber- als auch auf der Stellenseite einen Rückgang. Dieser ist zum einen strukturell bedingt, zum anderen der Corona-Pandemie geschuldet. Gleichwohl blieben zum 30. September 2020 nur geringfügig mehr Bewerberinnen und Bewerber als im Vorjahr unversorgt.
In diesem Jahr haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Situation auf dem Ausbildungsmarkt maßgeblich geprägt. In der Zeit des Lockdowns im April, Mai und Juni gab der Ausbildungsmarkt bei den Stellenmeldungen wie bei der Zahl der Bewerberinnen und Bewerbern gegenüber anderen Jahren deutlich nach. So meldeten Unternehmen und Betriebe für das aktuelle Ausbildungsjahr 77.687 Ausbildungsstellen und damit 6,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber ging zurück:
Zum 30. September 2020 hatten sich 59.782 Bewerberinnen und Bewerber bei den Arbeitsagenturen gemeldet, 4.033 (6,3 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. 8.671 Jugendliche und junge Erwachsene suchten noch einen Ausbildungsplatz. Davon blieben 1.265 Personen unversorgt, das sind 2,1 Prozent aller Bewerberinnen und Bewerber (im Vorjahr 1,6 Prozent). 7.406 (1,6 Prozent weniger als 2019) wählten ein alternatives Angebot: beispielsweise einen Platz an einer beruflichen Schule, eine Qualifizierungsmaßnahme oder eine Arbeitsstelle. Anders als erwartet entschieden sich nicht wesentlich mehr Ausbildungssuchende für eine Fortführung des Schulbesuchs. „Auf Basis dieser Ergebnisse gibt es keinen Grund dafür, wie im April befürchtet, von einem verlorenen Corona Jahrgang zu sprechen“, so Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.
Anders als sonst konnten Berufsberaterinnen und -berater in den Lockdown-Monaten nicht vor Ort in den Schulen und bei Informationsveranstaltungen mit Abschlussklassen und Vorabschlussklassen ins Gespräch kommen. Sie stellten stattdessen telefonisch, per Mail oder via Live-Chatsessions auf YouTube ihre Unterstützungsmöglichkeiten bei Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche vor und warben über Soziale Medien für Ihre Beratungsangebote.

„Die Bilanz zum 30. September bedeutet aber nicht das Ende der Vermittlungsaktivitäten. Jetzt gilt es, das sogenannte fünfte Quartal zu nutzen“, betonte Christian Rauch beim Spitzengespräch Ausbildungsbündnis in Stuttgart. „Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn haben junge Menschen noch gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Wer für dieses Ausbildungsjahr keinen gefunden hat, kann sich auch jetzt noch bewerben. Denn trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie gibt es noch viele Betriebe, die Auszubildende suchen und einstellen.“
Rauch wies auch auf die Berufsberatungsstellen der Agentur für Arbeit im Land hin: Sie können junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildung unterstützen. Wichtig ist jedoch, dass Interessierte nun möglichst schnell Kontakt direkt zu Ausbildungsbetrieben oder der Berufsberatung der Arbeitsagentur aufnehmen. Auch die digitalen Angebote der Bundesagentur für Arbeit sind ein wichtiger Bestandteil der Beratung und Information. Die Möglichkeit, sich schon vor der Beratung einen ersten Eindruck von den eigenen Interessen und Fähigkeiten zu machen, bietet das Selbsterkundungstool Check-U der Bundesagentur für Arbeit. Mit Check-U können junge Menschen herausfinden, wo ihre Stärken und Interessen liegen und welche Berufsfelder zu ihnen passen.“

Das Erkundungstool Check-U ist unter www.check-u.de zu finden.

Weitergehende Informationen gibt es im Internet unter
https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Fachstatistiken/Ausbildungsmarkt/Ausbildungsmarkt-Nav.html