29.09.2020 | Presseinfo Nr. 60

Ältere Arbeitslose – online und vernetzt zum Erfolg

Das Risiko, länger als ein Jahr arbeitslos zu sein, ist für Menschen ab 55 höher als für andere.

Auch Stellensuche und Bewerbung in der digitalisierten Welt werden für viele zur Herausforderung. Die Stärkung digitaler Kompetenzen ist daher das Ziel des Projektes „Digitale Peergruppen-Beratung“ DIGIPEG.

Trotz ihrer großen Berufs- und Lebenserfahrung haben Ältere im Fall von Arbeitslosigkeit das höchste Risiko, langzeitarbeitslos zu werden. Und geringere Chancen, schnell wieder eine Arbeit zu finden. Ein Fünftel aller Arbeitslosen in Baden-Württemberg war im August 2020 55 Jahre und älter.

Die Gründe, weshalb ältere Arbeitslose schwerer in den Arbeitsmarkt zurückfinden, sind vielfältig. Für viele ist es eine große Herausforderung, nach etlichen Berufsjahren wieder auf Jobsuche zu gehen: Wo finde ich für mich passende Stellen? Wie bewerbe ich mich richtig? Was muss ich bei Onlinebewerbungen und virtuellen Vorstellungsgesprächen beachten? Antworten auf diese Fragen bekommen die Betroffenen im individuellen Beratungsgespräch mit ihrer Vermittlungsfachkraft in der Arbeitsagentur und im Jobcenter

Eine gute Ergänzung zur individuellen Einzelberatung ist das 2019 gestartete Projekt „Digitale Peergruppen-Beratung“ (DIGIPEG), eine Kooperation zwischen dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, der Universität Ulm und der Bundesagentur für Arbeit in Baden-Württemberg.
DIGIPEG soll helfen, die digitalen Kompetenzen älterer Arbeitsloser zu stärken: Mehrere Teilnehmende bilden zusammen eine Chatgruppe. Durch einen eigens für das Projekt entwickelten Messenger tauschen sie sich anonym in ihrer digitalen Gruppe über ihre Jobsuche aus. Sie teilen wichtige Informationen, geben sich Tipps und ermutigen sich gegenseitig. Moderiert wird die Gruppe durch eine Vermittlungsfachkraft der Arbeitsagentur.

„Die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen in einer ähnlichen Lebenslage virtuell auszutauschen, kommt gut an bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Sie sind aufgeschlossener gegenüber Onlinethemen, nutzen rege die schnellen Kommunikationswege, ihre Bewerbungsaktivitäten nehmen zu und viele berichten, dass sich ihre Kenntnisse rund um das Thema Bewerbung stark verbessert haben“, berichtet Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Die bisherigen Erfahrungen unserer Vermittlungsfachkräfte als Moderatoren der Chatgruppen sind positiv. Der Austausch in der digitalen Peergruppe hat einen großen Mehrwert für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Und erst recht in der aktuellen Situation mit den Corona bedingten Kontaktbeschränkungen.“