08.10.2020 | Presseinfo Nr. 63

Regionale Koordinationsstellen

Ausländische Fachkräfte richten ihren Blick wieder stärker auf Baden-Württemberg

Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG), das am 01. März 2020 in Kraft getreten ist, wurde ein wichtiger Meilenstein gesetzt, um qualifizierte ausländische Kräfte aus Drittstaaten zu gewinnen. Auch ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren ist möglich.
Aufgrund der Corona-Pandemie war seit März eine Einreise ausländischer Kräfte über Monate hinweg nicht möglich, außerdem löst die Krise auf dem Arbeitsmarkt Unsicherheit aus. Dennoch gibt es in einigen Branchen nach wie vor einen Engpass an Fachkräften.

Einreisen sind nun wieder möglich und damit steigt der Informationsbedarf – das merken auch die Institutionen, die in Baden-Württemberg die Einwanderung ausländischer Fachkräfte begleiten. Daher beraten seit kurzem die Regionalen Koordinationsstellen Fachkräfteeinwanderung (RKF) in den Arbeitsagenturen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu den Möglichkeiten und Abläufen der Fachkräfteeinwanderung.

Was sind die Aufgaben dieser Koordinationsstellen?
Die Regionalen Koordinationsstellen Fachkräfteeinwanderung sollen die Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes begleiten und unterstützen. Dazu besteht eine enge Kooperation zwischen den Agenturen für Arbeit und dem IQ-Netzwerk (einem Informationsportal und Förderprogramm der Bundesregierung).
„Die Koordinationsstellen sind auf sechs Standorte in Baden-Württemberg verteilt,“ erklärt Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Sie unterstützen den Arbeitgeber-Service bei der Beratung insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen zu den Möglichkeiten und Abläufen der Fachkräfteeinwanderung“.
Diese Beratung umfasst unter anderem die Themen Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen sowie rechtliche Aspekte.

Enge Zusammenarbeit mit der ZSBA und Netzwerkpartnern
Die Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA) in Bonn dient bundesweit ausländischen Fachkräften, die in Deutschland eine Beschäftigung suchen, als erste Anlaufstelle. Damit ist sie ein wichtiger Netzwerkpartner der Regionalen Koordinationsstellen Fachkräfteeinwanderung. Außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern des Landes und der Kommunen – wie zum Beispiel die Anerkennungsberatung und die Kammern, die Ausländerbehörden sowie die Welcome Center.

Fachkräfte gewinnen und halten
Um eine nachhaltige Fachkräftegewinnung zu befördern, ist es wichtig, dass gerade auch kleine und mittlere Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen können, die den langfristigen Verbleib der zugewanderten Fachkräfte im Betrieb unterstützen. Dabei wollen die Regionalen Koordinationsstellen den Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber beratend zur Seite stehen.
Auch bei der Bewältigung wirtschaftlicher Folgen der Corona-Pandemie beraten die Regionalen Koordinationsstellen Selbstständige mit Migrationshintergrund sowie kleine und mittlere Unternehmen, die bereits zugewanderte Fachkräfte angeworben haben und diese halten möchten. Dies gilt insbesondere für die vorhandenen und neu geschaffenen Leistungen und Förderinstrumente der Bundesagentur für Arbeit.

„Die Einrichtung Regionaler Koordinationsstellen Fachkräfteeinwanderung ist ein weiterer wichtiger Schritt zur koordinierten und langfristig ausgerichteten Gewinnung ausländischer Fachkräfte für Baden-Württemberg “, fasst Christian Rauch zusammen, „insbesondere mit Blick auf Drittstaaten.“

Weitere Informationen gibt es unter:
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/arbeitskraefte/fachkraefte-ausland
https://www.make-it-in-germany.com/de/.